Tamron 17-28mm f2.8 Test – Perfekter lichtstarker Allrounder?

Tamron 17-28mm f2.8 Test

Tamron 17-28mm f2.8 Test für Sony Vollformatkameras

Ich finde es ganz toll, dass Tamron schon seit einiger Zeit einen größeren Fokus auf Objektive für das Sony E-Mount setzt.

Mit dem lichtstarken Tamron 17-28mm f2.8 * hat der japanische Hersteller ein weiteres Objektiv für die spiegellosen Systemkameras von Sony im Vollformat herausgebracht, das ich hier testen möchte.

Im Weitwinkelbereich sind am Vollformat bereits einigen Linsen auf dem Markt, aber Tamron schafft es immer wieder, mit kompakten, lichtstarken und vor allem im Vergleich zur Konkurrenz weitaus günstigeren Linsen zu begeistern.

Mir wurde das Tamron 17-28mm f2.8 von www.digitalkameraverleih.com zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt (Werbung).

Ich habe mir zum ersten Mal ein Objektiv zum Testen ausgeliehen. Wenn ihr – so wie ich – in Wien wohnt, dann kann ich diesen Service wirklich empfehlen. Ihr werdet dort sehr freundlich und kompetent beraten und habt eine große Auswahl an verschiedensten Kamera-Equipment.

Drei Tage hab ich die Weitwinkel-Linse intensiv an meiner Sony Alpha 7 III getestet. Nun aber zu meinem Tamron 17-28mm f2.8 Test, der wie immer objektiv, unbeeinflusst und Praxis-orientiert ausfällt.

Äußerlichkeiten und Features

Größe und Gewicht

Das Objektiv hat eine sehr angenehme Größe. Eine kompakte tulpenförmigen Gegenlichtblende wird mitgeliefert. Die Linse ist nur 12,5 cm lang und hat einen Durchmesser von ca. 7 cm. Ebenso ist es für ein lichtstarkes E-Mount Objektiv sehr leicht und wiegt nur 420 g.

Das Spritzwasser-geschützte Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt aber nicht billig und macht einen recht robusten Eindruck.

Alles in allem eine perfekte Größe und Gewicht in Kombination mit der Sony Alpha 7 III. Beide Teile zusammen sind überhaupt nicht frontlastig wie bei schwereren Linsen aus dem Sony E-Mount und liegen angenehm in der Hand.

Für den Einsatz draußen oder auf Reisen also die idealen Dimensionen, was mich natürlich am meisten freut.

Eigenschaften des Tamron 17-28mm f2.8 für Sony E-Mount

Das Objektiv hat ein paar Eigenheiten, auf die ich eingehen möchte:

  • Einen Bildstabilisator sucht man leider vergebens. Im Weitwinkelbereich ist das zwar nicht so schlimm, aber gerade fürs Filmen oder bei wenig Licht ist er dann doch sehr praktisch.
  • Der Autofokus arbeitet zuverlässig und ist sehr flott.
  • Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Zoomen und manuelle Scharfstellen, da Tamron den Zoom- und Fokusring an der Linse vertauscht hat. Das ist zwar eigenartig, aber nicht unbedingt ein großes Problem.
  • Einen Umschalter von Autofokus zu manuellem Fokus, der bei vielen Linsen bereits Standard ist, ist leider nicht vorhanden. Das stört mich persönlich schon, weil ich in der Landschaftsfotografie sehr oft manuell scharfstelle.
  • Die Brennweite von 17-28 mm ist im Vergleich zu den typischen Weitwinkel-Linsen etwas reduziert. Am kurzen Ende hätte ich mir 16 mm gewünscht. Am langen Ende stört mich das eigentlich weniger. Dass die Brennweite etwas abweicht, kennen wir auch schon von anderen Tamron-Linsen. Auf diese Art und Weise lassen sich eben kompaktere Objektive bauen.

Alle technischen Daten des Objektivs findet ihr aus erster Hand auf der Produktseite von Tamron.

Tamron 17-28mm f2.8 Test

Tamron 17-28mm f2.8 Test – Klein und leicht an der Sony Alpha 7 – Serie

Tamron 17-28mm f2.8 Test der Bildqualität

Bildschärfe

Die Bildschärfe ist natürlich bei jedem Objektiv das wichtigste Kriterium und diese möchten wir uns nun genauer ansehen.

Ein Schärftest ist immer sehr wertvoll, denn so könnt ihr den optimalen Bereich für scharfe Fotos finden und wisst genau, wo das Objektiv seine Stärken hat. Einen Test der Schärfe mache ich bei jedem Objektiv, das ich besitze.

Das ist ein naheliegender, aber auch wichtiger Tipp! Einen kompletten Guide für scharfe Landschaftsfotos mit vielen weiteren Tipps findet ihr im Beitrag Fokussieren in der Landschaftsfotografie.

Zum Evaluieren der Schärfe, sehen wir uns einen Ausschnitt in der Bildmitte und am Bildrand bei verschiedenen Brennweiten und Blenden an.

Für meinen Test habe ich per Autofokus exakt in der Mitte des Bildes fokussiert und dann auf manuellen Fokus umgestellt, damit sich der Fokus bei der folgenden Bildserie nicht mehr ändert oder verstellt.

Nun habe ich eine Blendenreihe mit ganzen Blendenstufen von f/2.8 bis f/22 gemacht.

Tamron 17-28mm Bildschärfe 17mm

Schärfetest

Hier sehen wir die Schärfe bei 17 mm im Zentrum des Bildes.

Durch eine 100%-Vergrößerung (in Lightroom) der RAW-Dateien in der Bildmitte lässt sich die Schärfe am besten evaluieren.

Das Tamron 17-28mm lässt sich offenblendig schon sehr gut nutzen. Die Bildschärfe bei f/2.8 in der Mitte ist sehr gut. Das ist nicht selbstverständlich und unterstreicht die Bildqualität der Linse.

Das Optimum an Schärfe erreicht das Objektiv erwartungsgemäß zwischen Blenden f/4- f/8. Bei f/11 ist es noch scharf, aber vielleicht einen Tick weniger als bei den vorigen Blenden.

Bei f/16-22 kommt es erwartungsgemäß zu einem Abfall der Schärfe, was natürlich den Beugungseffekten geschuldet ist. Das war zu erwarten.

Nun sehen wir uns die Schärfe bei 17 mm am Bildrand an.

Bei f/2.8 wird der Bildrand noch nicht scharf abgebildet. Bei f/4 und f/5.6 nimmt die Schärfe deutlich zu und hat das Optimum bei f/8 bis f/11. Aufgrund der Beugungseffekte gibt es natürlich bei f/16-f/22 wieder einen Abfall.

Generell wird am Rand natürlich keine vergleichbare Schärfe wie in der Bildmitte erreicht, dennoch ist die Schärfe in Ordnung.

Ich habe den Schärfetest bei Brennweiten von 22 mm und 28 mm wiederholt. Es zeigt sich in der Mitte ein sehr ähnliches Bild, also eine hervorragende Schärfe. Zusätzlich werden bei steigender Brennweite auch die Ränder schärfer dargestellt. Dies ist zwar bei f/2.8 noch nicht bemerkbar, sehr wohl aber bei Blenden von f/4-f/11.

Abschließend meine Empfehlung, wenn man das Tamron für eine optimale Schärfe nutzen möchte:

  • Die Bildmitte ist bei allen Brennweiten durchgehend scharf. Das Objektiv ist schon gut bei f/2.8 nutzbar und hat sein Schärfe-Optimum bei f/4-8. Bis f/11 ist die Schärfe noch durchaus gut und fällt dann aber aufgrund der Beugungseffekte ab.
  • Die Ränder sind generell weicher als die Bildmitte (was natürlich zu erwarten war).
  • Die Bildränder sind im Weitwinkelbereich weicher als im Telebereich. Die Schärfe ist bei 17 mm durchaus akzeptabel, allerdings nur bei Blenden von f/8-11. Bei 22-28 mm Brennweite werden die Ränder generell schärfer dargestellt. Im Bereich f/4 bis f/11 ist das Objektiv bei diesen Brennweiten für eine maximale Schärfe an den Rändern gut nutzbar

Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberrationen

Die Verzeichnung ist bei 17 mm vorhanden, würde sie aber nicht als übermäßig stark bezeichnen. In Richtung langes Ende des Objektivs nimmt sie deutlich ab und bei Brennweiten von 22-28 mm ist sie nur mehr dezent wahrnehmbar.

Eine deutliche Vignettierung ist vorhanden. Mich persönlich stört das weniger, da Lightroom die Vignettierung gut korrigiert.

Im folgenden Bild könnt ihr die Verzeichnung und Vignettierung sehen.

Das linke Bild ist das unbearbeitete File, während rechts die Lightroom-Objektivkorrektur angewendet wurde.

Die Verzeichnung wurde korrigiert und die Ränder deutlich aufgehellt.

Übermäßige chromatische Aberration sind mir bei meinen Testfotos nicht aufgefallen.

Bokeh

Ein Weitwinkel-Zoom ist nicht unbedingt ein Objektiv, mit dem man in erster Linie Bokeh-Effekte auf seinen Bildern abbilden möchte.

Geht man nahe genug an sein Objekt heran und öffnet die Blende, lassen sich auch im Weitwinkel Schärfe-Unschärfe Verläufe erzielen.

Mit dieser Linse ist das gut machbar, da es eine geringe Naheinstellgrenze (von 19-26 mm je nach Brennweite) hat.

Ein Bokeh zu beurteilen ist nicht immer ganz leicht und kommt natürlich darauf an, was im Unschärfe-Bereich abgebildet wird. Ich persönlich finde, dass das Bokeh etwas unruhig wirkt und nicht unbedingt eine größe Stärke des Objektivs ist.

Allerdings ist das bei einem Weitwinkel-Objektiv definitiv auch nicht das wichtigste Kriterium.

Hier ein paar unbearbeitete Beispiel-Fotos bei f/2.8, die euch das Bokeh des Objektives zeigen.

Blumen in Schönbrunn

Tamron 17-28 mm Bokeh
Bambus Nahaufnahme
Tamron 17-28mm f2.8 Bokeh

Wie schlägt sich das Objektiv in der Praxis?

Angenehm klein und leicht für draußen

Neben allen technischen Details ist immer noch am wichtigsten, wie sich das Tamron 17-28mm f2.8 * in der Praxis anfühlt.

Ich verwende Weitwinkel-Objektive weitaus häufiger als alle anderen Linsen, da ich einen starken Fokus auf Outdoor- und Reisefotografie habe und gerne Landschaften und Berge abbilde.

Natürlich lässt sich die Linse auch für Architektur und Interieur gut nutzen.

Zum Austesten habe ich es leider nicht auf Reisen mitgehabt, aber im Schlosspark von Schönbrunn bei mir in Wien machte es schon einen sehr guten Eindruck. Hier gibt es ein paar tolle Motive zum Testen für eine Weitwinkel-Linse.

Nun wieder ein paar nahezu unbearbeitete (nur ganz leicht zugeschnittene) Fotos aus der Sony Alpha 7 III.

Tamron Weitwinkelobjektiv

Tamron E-Mount Weitwinkelobjektiv

Weitwinkelobjektiv Sony Systemkamera

Durch die kompakte Größe und das geringe Gewicht ist das Tamron ein idealer Begleiter für draußen und Urlaub.

Es hat einfach die perfekte Größe für die Alpha 7-Serie!

Kamera und Objektiv fühlen sich weder sperrig noch klobig an und nehmen im Fotorucksack wenig Platz weg.

Ich reise gerne mit leichtem Fotozubehör und dazu eignet sich das Objektiv einfach perfekt.

Ein wenig gewöhnen muss man sich an die Positionierung des Zoom- und Fokusringes. Warum Tamron sich hier nicht an die standardmäßige Anordnung hält ist mir unklar. Das wird wohl der kompakten Bauweise geschuldet sein – gewöhnungsbedürftig, aber nicht so schlimm!

Ideal für Panorama-Aufnahmen

Wenn ich in der Natur unterwegs bin, mache ich gerne Panorama-Aufnahmen und verwende dazu ein Weitwinkelobjektiv. Bei meinem Tamron 17-28mm f2.8 Test habe ich meinen kompakten Nodalpunktadaptor mitgehabt, der es ermöglicht, optisch perfekte Panoramas zu schießen.

Zu diesem Thema gibt es meinen Beitrag Perfektes Bergpanorama erstellen – Ein umfassendes Tutorial, in dem ich im Detail auf die Benutzung des Nodalpunktadpters eingehe.

Ich habe die Sony Alpha 7 III und das Objektiv am Adapter befestigt. Danach muss ich auf jeden Fall die Mehrfeld-Belichtungsmessung aktivieren, damit es keine Helligkeitsunterschiede auf den einzelnen RAWs gibt.

Für eine perfekte Schärfe fokussiere ich manuell am Objektiv. Der Umschalter am Objektiv fehlt und das stört mich definitiv. Das Fokussieren selbst ist sehr leichtgängig und die Schärfe lässt sich über die Fokuslupen-Funktion der Systemkamera schön einstellen.

Die folgenden Panorama-Bilder zeigen einen 180 Grad-Blickwinkel und sind aus mehren Einzelfotos entstanden.

Panorama Schönbrunn

Panorama Lainzer Tiergarten

Panoramafotos mit dem Tamron 17-28mm F2.8

Beim ersten Bild wurden alle Einzelfotos bei Blende f/7.1, beim zweiten Bild mit f/8, also im optimalen Schärfebereich des Objektives, geschossen. Die Fotos sind bei 17 mm entstanden.

Für solche Aufnahmen lässt sich das Objektiv hervorragen einsetzen. Ich bin wirklich begeistert über die Qualität dieser Aufnahmen.

Toll auch im Gegenlicht

Auch im Gegenlicht ist das Tamron übrigens sehr brauchbar.

Es ist nicht übermäßig anfällig für Lens-Flares und es lassen sich schöne Sonnensterne ab Blende f/10 abbilden, wie das folgende Foto zeigt, das ich ein wenig abgedunkelt habe.

Sonnensterne Tamron 17-28 mm E-Mount

Fazit – Tamron 17-28mm f2.8 Test

Das Tamron 17-28mm f2.8 ist wirklich eine sehr gute Linse. Klein, leicht und lichtstark und daher perfekt für eine kleine Systemkamera, so wie sie Sony baut. Schärfe und Farbwiedergabe sind sehr gut und auch die Randschärfe ist akzeptabel.

Ebenso kann die Linse mit einem flotten Autofokus punkten.

Mit ein paar Eigenheiten von Tamron muss man allerdings zurechtkommen. Zoom- und Fokusring sind vertauscht, ein manueller Umschalter zwischen Autofokus und manueller Fokus fehlt und der Brennweitenbereich ist im Vergleich zu typischen Weitwinkel-Linsen kleiner.

Mir persönlich fehlen die 16 mm am kurzen Ende, die 28 mm am langen Ende finde ich in Ordnung.

Tamron kann einfach gute kompakte Linsen bauen und diese hier ist für Landschaft und Reise einfach genial. Auch der Preis ist fair * im Vergleich zu Sony-Objektiven, obwohl ich E-Mount Linsen generell immer noch zu teuer finde.

Alles in Allem eine Linse, mit der ihr sicher glücklich werdet und die ich absolut empfehlen kann.

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Stefan Blog

Über den Author
Der Wiener Fotograf und Autor Stefan Czurda ist Outdoor-Liebhaber, sportbegeistert und bereist exotische Bergwelten rund um den Globus. Wollt ihr mehr über mich erfahren oder mit mir zusammenarbeiten, dann freue ich mich, wenn ihr hier vorbeischaut!

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