Schwarzer Hintergrund für Porträts – Ein einfacher Guide

Schwarzer Hintergrund bei Porträts

Foto mit schwarzem Hintergrund schießen

Vorweg, einen komplett schwarzen Hintergrund für Porträts im Studio zu schießen, ist eigentlich keine Hexerei.

Ihr müsst lediglich ein paar grundlegende Dinge beachten.

Ein schwarzer Hintergrund sieht bei Charakterporträts immer sehr stimmig aus, ganz egal, ob ihr euch für Farb- oder Schwarz-Weiß Porträts entscheidet.


Foto mit schwarzem Hintergrund

Ein schwarzer Hintergrund bei Portraits

Wichtig ist jedoch, dass der Hintergrund wirklich komplett schwarz ist und nicht nur einen dunklen Grauton hat.

Das fällt nämlich spätestens dann auf, wenn ihr das Bild auf einer schwarzen Webseite einfügen möchtet.

Es sieht nicht sehr professionell aus, wenn sich der Grauton vom Schwarz abhebt, außer es ist als kreatives Element so gewollt!

Ist der Hintergrund nicht komplett schwarz, hat er etwas von eurer Lichtquelle abbekommen. Genau das möchten wir vermeiden.

Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, ein Foto mit schwarzem Hintergrund zu machen, vor allem, wenn man im Studio nicht unbegrenzt Platz hat.

Im Heimstudio ist das definitiv ein großes Thema. So auch bei mir!

Mein Beitrag Weißen Hintergrund für Portraitfotos blitzen war mit Abstand einer beliebteste Beitrag auf meiner Seite.

Nun möchte ich euch gerne auch Tipps für Porträts mit einem komplett schwarzen Hintergrund im Studio geben.

Ich hoffe es hilft euch, es ist wirklich nicht schwierig!

Was benötigt ihr an Equipment

  • Eure Kamera mit Objektiv
  • Studioblitz oder eine andere Lichtquelle
  • Einen dunklen oder schwarzen Hintergrund

Als Kamera verwende ich meine Sony Alpha 7 III * mit dem Sony FE 24-105 mm F4 OSS * und das Neewer Hintergrundsystem * mit einer schwarzen Rolle.

Ich habe bei mir im Heimstudio lange mit Aufsteckblitzen aus dem Hause Yongnuo * gearbeitet und mich allerdings vor einiger Zeit für einen Wechsel zu Studioblitzen entschieden.

Derzeit verwende ich als Lichtquellen mehrere Elinchrom D-Lite RX ONE * Blitze und die große Elinchrom 100 cm Rotalux Softbox *.

Grundlegendes aus der Physik

Der Blitz soll das Model ausleuchten, aber nicht den Hintergrund. Da sind wir uns einig, oder?

Der Hintergrund soll schwarz sein und daher vom Blitz kein Licht abbekommen.

Alles, was weit genug vom Blitz entfernt ist, sollte bei den richtigen Einstellungen und der richtigen Positionierung des Lichtes kaum mehr Blitzlicht abbekommen.

Das Abstandsgesetz

Abstandsgesetz Fotografie

Das Abstandsgesetz in der Fotografie

Die Physik und Mathematik lehrt uns, dass die Lichtintensität unseres Blitzlichtes überproportional mit der Entfernung abnimmt.

Wir sprechen in der Physik vom Abstandsgesetz.

Überproportional bedeutet, dass der Abfall zunächst sehr drastisch ist. In zwei Meter Entfernung von eurem Blitz ist die Lichtintensität bereits um 75% gefallen.

Danach fällt sie aber zunehmend schwächer ab.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht!

Für eine gute Ausleuchtung eures Models und einen komplett schwarzen Hintergrund müsst ihr lediglich zwei grundlegende Dinge beachten:

Schwarzer Hintergrund – bitte Folgendes merken:

  • Eure Lichtquelle sollte möglichst nahe an eurem Model stehen
  • Euer Model und euer Blitz sollte möglichst weit vom Hintergrund entfernt sein

Blitze nahe am Model

Wenn der Blitz nahe am Model steht, bekommt ihr nicht nur eine optimale Ausleuchtung, sondern auch besonders weiches Licht. Genau das ist es, was wir für die meisten Portraits möchten.

Nahe bedeutet übrigens bei mir ca. einen Meter.

In dieser Entfernung ist die Ausleuchtung durch den Blitz optimal. Wir haben ja gelernt, dass bei kurzer Distanz die Lichtintensität nach dem Abstandsgesetz noch nicht so stark abfällt.

Welche Lichtquelle ihr verwendet und wie stark sie ist, ist eigentlich nebensächlich. Wichtig ist nur, dass ihr richtig belichtet und die Person gut ausgeleuchtet ist.

Blitze im Studio machen einem dabei natürlich das Leben leichter.

Ihr solltet bei der Belichtung immer auf euer Histogramm achtgeben, oder einen Belichtungsmesser verwenden.

Mit der Zeit bekommt ihr im Studio ein Gefühl, welche Einstellungen an der Kamera und am Blitz passen. Ich kontrolliere immer das Histogramm und verwende eigentlich keinen Belichtungsmesser.

Porträt Schwarzer Hintergrund

Model Tatjana steht hier einem Meter vor dem Blitz

Weit vom Hintergrund entfernt

Wie vorher erwähnt, sind zwei Meter von eurer Lichtquelle entfernt nur mehr 25% des Lichtes vorhanden. Bei drei Meter sind es nur noch rund 10%.

Mit weiterer Entfernung erfolgt der Abfall der Lichtintensität dann langsamer.

Direkt vor der Lichtquelle habt ihr also eine schöne Ausleuchtung.

Steht euer Model weit genug vom Hintergrund entfernt, dann fällt nur noch sehr wenig Licht auf alles, was in höherer Distanz zum Blitz steht.

Lasst also zwischen Model und Hintergrund so viel Platz wie möglich, dann bekommt ihr einen komplett schwarzen Hintergrund.

Platzmangel im Heimstudio?

Oft ist das allerdings leichter gesagt als getan, denn gerade in einem Heimstudio hat man oft nicht so große Räume und der Platz ist limitiert.

Ich spreche aus eigener Erfahrung!

Hier müsst ihr einfach einen Kompromiss eingehen und soviel Platz zwischen Model und Hintergrund lassen, wie möglich ist.

Ist der Hintergrund trotzdem nicht komplett schwarz, lässt sich das einfach in der Bildbearbeitung in Photoshop korrigieren.

Das sehen wir uns jetzt mal im Detail an.

Schwarzer Hintergrund – Ein praktisches Beispiel
im Heimstudio

Machen wir nun ein praktisches Beispiel. In meinem Studio möchte ich ein Foto mit schwarzem Hintergrund schießen.

Ich wähle ein Lichtsetting mit drei Blitzen:

  • Das Hauptlicht ist eine große Octabox mit Wabe von rechts vorne
  • Ein Striplight mit Wabe von links vorne verwende ich als Fülllicht
  • Als Haarlicht dient ein Blitz mit Reflektor und Wabe von links hinten
Blitzsetting für ein Foto mit schwarzem Hintergrund

Blitzsetting für ein Foto mit schwarzem Hintergrund

In meinem Heimstudio habe ich, wie gesagt, leider auch nicht so viel Platz, dass ich das Model sehr weit vom Hintergrund entfernt positionieren kann.

Ich verwende daher bei allen drei Blitzen Waben, um die Streuung des Lichtes zu minimieren. Im Heimstudio bei wenig Platz ist das wirklich sehr empfehlenswert.

Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Komplett schwarzer Hintergrund

Model Tatjana steht hier einem Meter vor dem Blitz

So weit, so gut, aber ihr könnt es deutlich sehen, dass der Hintergrund Licht von den Blitzen abbekommen hat.

Prinzipiell wirkt der Grauton im Hintergrund zwar spannend, aber wenn der Hintergrund komplett schwarz sein soll, muss das Model einfach weiter weg vom Hintergrund.

Ist dies aus Platzmangel nicht möglich, dann könnt ihr in diesem Foto dennoch einen schwarzen Hintergrund umsetzen.

Das geht recht einfach in der Bildbearbeitung in Photoshop.

Schwarzer Hintergrund mit Photoshop

Ihr öffnet euer RAW-File in Photoshop.

1) Dann öffnet ihr eine neue Einstellungsebene und wählt Tonwertkorrektur.

Tonwertkorrektur für schwarzen Hintergrund

2) Unter dem Histogramm in der Tonwertkorrektur arbeitet ihr nun mit dem mittleren Regler, der die Mitteltöne verändert.

Histogramm

3) Ihr schiebt einfach den mittleren Regler so weit nach rechts, bis der Hintergrund in eurem Bild nicht mehr dünkler wird.

Maske Photoshop

4) Dann klickt ihr auf die Maske der Einstellungsebene (weißes Reckteck) und malt mit einem schwarzen Pinsel (Pinseleinstellungen: rund + weich) euer zu stark abgedunkeltes Model wieder in das Bild.

In Lightroom lässt es sich dann ganz einfach kontrollieren, ob der Hintergrund wirklich komplett schwarz ist.

Dazu aktiviert ihr im Entwickeln-Modul das Dreieck ganz links oben in eurem Histogramm (befindet sich rechts oben im Entwickeln-Modul).

Kontrolle in Lightroom

schwarzer Hintergrund für Porträts

5) Alle Bereiche, die blau markiert sind, sind unterbelichtet und zeigen euch einen komplett schwarzen Hintergrund an.

So könnt ihr immer überprüfen, ob der Hintergrund tatsächlich ganz schwarz ist.

Komplett schwarzer Hintergrund

6) Aus dem Foto mit dem dunklen Grauton im Hintergrund

Schwarzer Hintergrund

…ist in ein paar einfachen Schritten in Photoshop ein komplett schwarzer Hintergrund entstanden.

Fazit – Schwarzer Hintergrund bei Porträts

Ist gar nicht so schwierig, ein Foto mit schwarzem Hintergrund zu schießen, wenn ihr auf folgende Dinge achtgebt:

  • Das Hauptlicht sollte für eine gute Ausleuchtung und für schön weiches Licht nahe am Model stehen
  • Model und Lichtquelle sollten weit entfernt vom Hintergrund stehen, damit der Hintergrund so wenig wie möglich Licht abbekommt. Hier können Waben vor den Blitzen und Lichtformern helfen
  • Wenn ihr wenig Platz im Studio habt und der Hintergrund nicht ganz schwarz wird, dann könnt ihr ganz einfach mit der Tonwertkorrektur in Photoshop „nachhelfen“

Ich hoffe das war hilfreich!

Gerne könnt ihr mir eure Meinung in den Kommentaren hinterlassen, ich freue mich immer über Feedback.

Model: Tatjana Bahadori

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