Buchempfehlung – Porträtfotografie von Cliff Kapatais

Porträtfotografie von Cliff Kapatais

Da ich mir die Porträtfotografie autodidaktisch beigebracht habe und sicherlich kein professioneller Porträtfotograf bin, habe ich mir das eine oder andere Buch gekauft, um mir ein wenig Inspiration für mein Heimstudio zu holen.

Aus Büchern lernt man außerordentlich viel, also definitiv eine gute Investition, um sich fotografisch zu verbessern.

In diesem Artikel möchte ich eine Rezension über das Buch Porträtfotografie von Cliff Kapatais geben.

Ich habe freundlicherweise von MITP-Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen (Werbung).

Cliff Kapatais ist ein professioneller Porträtfotograf aus Österreich mit griechischen Wurzeln. Zusätzlich ist er Dozent, Speaker und Initiator der PIXEL POWER-Konferenz.

Ihr findet hier aber dennoch meine persönliche Meinung, der Verlag hat keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Beitrages.

Mehr als nur Fotos von Menschen schießen

Bereits das Inhaltsverzeichnis verrät euch, dass sich das Buch nicht alleine mit der Fototechnik beschäftigt, sondern auch die Geschichte und die kreative Idee hinter einem Porträts thematisiert, ebenso wie alle technischen Aspekte inkl. Nachbearbeitung und den Umgang mit Menschen.

Das Buch vermittelt, dass ein Shooting mit einer Person eine durchaus umfangreiche Sache ist, die neben den fotografischen Skills auch sehr viel Feingefühl benötigt.

Und das ist gut so, denn aus eigener Erfahrung nach gut 100 Porträtshootings kann ich das definitiv bestätigen.

Geschichte, Elemente und die Idee eines Porträts

Bevor es um das eigentliche Fotografieren geht, wird einmal geklärt, was ein Porträt eigentlich ist, ebenso den Ursprung des Porträts und welche Elemente ein Porträt ausmachen.

Ein guter Einstieg, wie ich finde, denn es ist äußerst spannend, ein wenig über die Geschichte des Porträts zu erfahren. Die Darstellung von Menschen geht weit zurück, noch bevor es die Fotografie im eigentlichen Sinne gab.

Auch die Elemente eines Porträts werden genau unter die Lupe genommen und Cliff Kapatais weißt darauf hin, dass jedes Porträt eine Idee braucht.

Was der Fotograf mit dem Foto erzählen möchte, für welchen Zweck das Bild bestimmt ist und welche Charaktereigenschaften man mit einem Porträt hervorheben möchte, sind die Pfeiler, die das Element eines Fotos bestimmen.

Der Mensch vor der Kamera

Was ich gut finde ist, dass der Autor ein umfangreiches Kapitel dem Umgang mit Menschen vor der Kamera widmet.

Wer viel Porträts fotografiert weiß, wie schwierig es sein kann, das Beste für ein stimmiges Foto aus seinem Model herauszuholen.

Hier ist viel Feingefühl, Menschenkenntnis und Psychologie gefragt und Cliff Kapatais gibt hier wirklich sehr hilfreiche Tipps, die gerade für den noch nicht so geübten Fotografen sehr hilfreich sein können.

Fototechnik

Natürlich muss ein Buch über Porträtfotografie eine detaillierte Beschreibung zur Fototechnik beinhalten und der Autor widmet dem Thema Licht und Kamera zwei ausführliche Kapitel auf über 50 Seiten.

In diesen Abschnitten wird das Arbeiten mit Licht inklusive Lichtformer, Lichtsetzung und der Aufbau des Lichts ebenso thematisiert, wie das Arbeiten mit Aufsteckblitzen, was gerade für Hobbyfotografen sehr interessant sein dürfte.

Danach geht es um die Kamera selbst, über die grundlegenden Aspekte des Fotografierens, über Objektive und welche Eigenschaften gängige Kamerasystem mit sich bringen.

Kulisse, Make Up und Styling

Genauso wichtig wie die Fototechnik ist das Thema Kulisse und Styling.

Als Kulisse definiert Cliff Kapatais das Rundherum um das Model im Studio. Dazu zählt die Auswahl eines geeigneten Hintergrunds, aber auch das Arbeiten „On Location“, also was man vor einem Shooting alles beachten und planen muss.

Findet das Shooting nicht im eigenen Studio statt, sondern draußen, muss man doch einiges vorbereiten. Es geht hier um die Auswahl einer geeigneten Location, deren Erreichbarkeit, aber auch wie man damit umgehen, wenn das Wetter einmal nicht passen sollte.

Schießt man nicht im Studio, verliert man natürlich die gewohnte Kontrolle über Licht und Hintergrund und muss sich an die Gegebenheiten Vorort anpassen.

Eventuell muss man auch die Erlaubnis des Besitzers einholen, denn an nicht öffentlichen Räumen darf man nicht so einfach ein Shooting durchführen.

Die beste Location und Fototechnik führt ohne perfekte Schminke, Haare und passender Kleidung nicht zu den erwünschten Ergebnissen, deshalb widmet der Autor auch den wichtigen Themen Make Up und Styling ebenso zwei detaillierte Kapitel.

Nachbearbeitung und finale Kapitel

Die moderne digitale Fotografie findet heute in zwei wesentlichen Schritten statt. Zunächst wird ein technisch möglichst perfektes Foto erstellt und in der Nachbearbeitung entsteht der finale Look.

Wenn man heute Fotos nicht bearbeitet, würde man ein unfertiges Werk aus der Hand geben, was nicht im Sinne der Fotografie ist und schon gar nicht im Sinne des Kunden wäre.

Zur Porträtretusche gibt es natürlich eigene Werke und man kann von einem allgemeinen Werk zur Porträtfotografie nicht erwarten, dass hier sehr in die Tiefe gegangen wird.

Das macht Cliff Kapatais in seinem Werk auch nicht, aber er stellt sich der Frage, wie viel Retusche es denn sein darf und welche Software-Tools er selbst für eine effiziente Nachbearbeitung verwendet.

Abgerundet wird das Kapitel durch den digitalen Workflow des Autors und der Fragestellung, ob man die Bildbearbeitung an einen professionellen Retoucher auslagern soll.

Cliff Kapatais schließt sein Buch mit Gedanken zum Teamwork im Sinne der Porträtfotografie und den Kosten, die bei einem Porträtshooting generell anfallen.

Fazit – Porträtfotografie von Cliff Kapatais

Alles in allem ein vollständiges und mit 200 Seiten umfangreiches Werk, das ein professioneller Porträtfotograf mit sehr praxisnahen Beispielen und Gedanken geschmückt hat.

Das Buch animiert definitiv zum Ausprobieren und Vertiefen!

Gerade für den Hobbyfotografen, der seine ersten Schritte im Shooting mit Menschen unternimmt, ein sinnvolles Einstiegswerk, aber auch für den fortgeschrittenen Fotografen ein schönes Buch zum Nachschlagen und zum Finden und Umsetzen von Ideen.

Für mich ist Porträtfotografie von Cliff Kapatais eine lesenswerte Lektüre, die ich definitiv empfehlen möchte.

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