Lumix G9 Test – Die beste Wahl für Foto und Film?

Lumix G9 Test

Erster Systemwechsel nach vielen Jahren

Seit über sechs Jahren habe ich fast ausschließlich mit Kameras aus dem Hause Sony fotografiert.

Nun habe ich mich für meine Outdoor- und Reisefotografie, einem der wichtigsten Bereiche hier auf meinem Blog, zu einem Systemwechsel von der Sony Alpha 6000-Serie zur Panasonic Lumix G9 samt Objektiven entschlossen und hier folgt nun mein Lumix G9 Test.

Ich werde mich in nächster Zeit neben der Fotografie auch mehr dem Filmen widmen. In meinen 10 Tipps zum Video Drehen für Urlaub und Reise habe ich auch schon meinen ersten Beitrag zum Einstieg ins Filmen verfasst.

In weiteren Beiträgen, wie beispielsweise mein Tutorial zur Schwarz-Weiß Bergfotografie, findet ihr bereits neben Text auch ein Video, das den Inhalt meines Contents unterstützt. Dadurch wird mein Blog dynamischer und durch Videos lassen sich manche Themen einfach besser erklären.

Ebenso habe ich begonnen – zusätzlich zu meinen Beiträgen hier auf meiner Seite – YouTube Videos zu den verschiedensten Themen meiner Fotografie zu drehen. Ich freue mich, wenn ihr meinen Kanal abboniert.

Deshalb benötige ich nicht nur eine moderne Kamera zum Fotografieren, sondern eben auch eine Kamera, die im Videobereich gut ausgestattet ist.
Die Sony Alpha 6000-Serie hat mich beim Filmen nicht so ganz glücklich gemacht.

Ich bekomme mehr und mehr das Gefühl, dass Sony diese Serie vernachlässigt!

Versteht mich nicht falsch, Sony baut großartige Kameras, aber was die ambitionierten Lumix-Systemkameras wie die Lumix G9 und die GH5-Serie im Bereich Fotografie und Filmen bieten, ist wirklich einzigartig.

Die Panasonic Lumix G9 * wird von Panasonic als Hybrid-Kamera bezeichnet und vermarktet, die ihren Fokus beim Fotografieren hat, die aber auch sehr gut im Videobereich ausgestattet ist.

Das ist genau das, was ich suche!

Die beste Systemkamera für Foto und Film?

Einen guten Überblick über die Kamera findet ihr auf der Seite von Panasonic.

Ich habe die G9 mit ihrem interessanten Micro-Four-Thirds (MFT)-Sensor nun ein halbes Jahr intensiv getestet und bin wirklich begeistert.

Ist die Lumix G9 die beste Systemkamera für Foto und Film?

Wir werden es nun herausfinden.

Der Ausstattungsumfang für Foto und Film ist gigantisch und über die Kamera könnte man Bücher schreiben (…die es tatsächlich auch gibt).
Ich habe mir in meinem Test alle Features herausgepickt, die mir als Outdoor- und Reise-Fotograf, der auch gerne filmt, wichtig und sinnvoll erschienen.

Zunächst möchte ich auf die Eigenschaften des MFT-Sensors eingehen und dann sehen wir uns die Bedienung und die Features der Kamera an. Danach möchte ich die Lumix G9 gesondert beim Fotografieren und beim Filmen im Detail betrachten.

Ich hoffe ihr findet es spannend, wie mein Lumix G9 Test ausfällt. Wie immer teste ich so objektiv und Praxis-nahe wie möglich.

Die Kamera und Objektive wurden von mir selbst gekauft. Ihr bekommt hier wie immer 100% meine persönliche Meinung.

Der Micro-Four-Thirds (MFT-) Sensor 

Der MFT-Sensor hat sich als Entwicklung von Panasonic und Olympus in den modernen spiegellosen Systemkameras schon lange bewährt:

  • Der MFT-Sensor ermöglicht als Crop-Sensor, also als ein Sensor, der kleiner als der Vollformat-Sensor ist, die Konstruktion von kompakten Kameragehäusen und ebenso kompakten, aber auch lichtstarken Objektiven.
  • Die Lumix G9 ist aber sicher keine kompakte Kamera, denn die Spitzenmodelle von Panasonic sind eben größer, dafür aber voller Funktionen.
  • Es gibt aber natürlich auch MFT-Kameras von Panasonic, die kleiner sind. Hier findet ihr einen Überblick aller Lumix Kameras.

Bilddiagonale und Crop-Faktor

Die 22,5 mm Bilddiagonale des MFT-Sensors entspricht exakt der Hälfte des Vollformat-Sensors. Durch die kleinere Sensorgröße und dem daraus resultierenden kleineren Bildausschnitt ergibt sich ein Crop-Faktor von 2,0.

Das bedeutet, dass ihr die Brennweitenangaben im MFT-System verdoppeln müsst, um die äquivalenten Brennweiten des Vollformat-Sensors zu erhalten.

25 mm auf einem MFT-Objektiv entspricht also dem Bildausschnitt einer klassischen 50 mm Brennweite am Vollformat.

Auflösung und Seitenverhältnis

Der 18 x 13,5 mm große MFT-Sensor löst in den aktuellen Lumix-Spitzenmodellen mit rund 20 Megapixel auf. Er hat also etwas weniger Auflösung als der etwas größere APS-C Sensor (derzeit in der Regel 24 Megapixel beispielsweise bei Sony), der ebenso ein Crop-Sensor ist.

MFT-Kameras haben ein natives 4:3 Seitenverhältnis, das sich vom bewährten 3:2 Verhältnis der meisten anderen Hersteller abhebt.

In der Kamera kann man allerdings auf das gewohnte 3:2 Format umstellen, wenn man das möchte. Das Bild wird allerdings etwas beschnitten und besitzt dann eine Auflösung von 5184 x 3456 Pixel, was rund 18 Megapixel entspricht.

Natürlich sind auch andere Formate möglich, wie ihr in dem Bild hier seht.

Bildformate Foto G9

Fotoformate der Lumix G9

Ich habe mich mittlerweile an das 4:3 Verhältnis gewöhnt und belasse es bei den nativen Einstellungen.

20 Megapixel sind für mich absolut in Ordnung, denn meine Outdoor-Fotos nutze ich hauptsächlich hier auf meiner Seite und für meine Reisevorträge und Videos.

Selbst für Ausdrucke in 60 x 90 cm auf Alu-Dibond, die ich gelegentlich von meinen Bergfotos anfertige, reichen die 20 Megapixel allemal.

Dennoch denke ich, dass in Zukunft noch ein paar mehr Megapixel mehr aus dem Sensor herausgeholt werden könnte.

Schärfentiefe

Sensorbedingt haben MFT-Kameras eine größere Schärfentiefe als größere Sensoren, was für Landschafts- und Makro-Aufnahmen ein Vorteil ist. Gleichzeitig ist das Freistellungspotential dadurch natürlich eingeschränkt.

Bokeh-Effekte sind zwar nicht komplett ausgeschlossen, aber natürlich begrenzt und benötigen Objektive mit sehr großen Blenden, die es für das MFT-System durchaus gibt.
Leider sind die lichtstarken Linsen nicht ganz billig, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Um die Schärfentiefe ein wenig zu veranschaulichen, gilt folgendes: Die Schärfentiefe am MFT-System ist bei gleicher Blende um die Hälfte größer als am Vollformat.

Bei Offenblende wirkt also f/1.7 bei MFT in etwa wie f/3.5 am Vollformat. Super-cremigen Unschärfeverläufe wird man realistischerweise im MFT-System nicht bekommen.

Nachteile des MFT-Sensors

Über die Nachteile des MFT-Sensors sollten wir natürlich auch sprechen:

  • Für Low-light Aufnahmen ist der Sensor nur bedingt geeignet, eine Ausnahme ist die Lumix GH5S. Bis ISO 1600 ist er gut nutzbar, dann beginnt aber ein ziemlich starkes Rauschen, dazu später mehr.
  • Die Lumix Modelle gleichen das weniger gute Rauschverhalten zwar durch eine hervorragende Stabilisierung des Gehäuses aus, aber für Astrofotografie oder bei wenig Licht sollte man dann doch einen größeren Sensor oder die eben die genannte Lumix GH5S verwenden.
  • Wie vorher schon angesprochen, sind durch die große Schärfentiefe des Sensor Bokeh-Effekte begrenzt. Der MFT-Sensor besitzt doppelt so viel Schärfentiefe wie ein Vollformat-Sensor. Mit sehr lichtstarken Objektiven, sind sie aber dennoch möglich.
  • Ebenso ist die Auflösung der MFT-Sensoren, wie auch bereits erwähnt, an den Lumix Spitzenmodellen derzeit mit 20 Megapixeln begrenzt. Persönlich finde ich das nicht schlimm, aber wer seine Bilder gerne stark zuschneidet, wird mit dem MFT-System nicht so ganz glücklich werden. Höher auflösende Sensoren sind übrigens auch am MFT-System möglich, aber ob diese in diesem System Sinn machen und ob wir mehr Megapixel in zukünftigen Lumix-Kameras sehen werden, bleibt abzuwarten. Aber auch hier gibt es an der Lumix G9 eine Lösung, nämlich der High Resolution Modus, auch dazu später mehr.

Lumix G9 Ausstattung und Bedienung

Super Ergonomie und Bedienung, zu leichtgängiger Auslöser

Die Lumix G9 ist definitiv keine kleine Kamera, liegt aber unglaublich gut in der Hand. Trotz ihrer Größe ist sie leicht und im Outdoorbereich und auf Reisen wirklich gut nutzbar.

Das Gehäuse ist robust, Spritzwasser-geschützt und kälteresistent und somit absolut Outdoor-tauglich, was für meine Anwendungszwecke sehr wichtig ist.

Die G9 besitzt ein beleuchtetes Schulterdisplay, das stark an die zweistelligen Canon-DSLRs erinnert und alle wichtigen Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit, ISO, Akkustand, Batteriekapazität und weitere Einstellungen anzeigt.Lumix G9 Test

Unglaublich gut zu bedienen

Ich habe seit langem keine Kamera in der Hand gehabt, die sich so gut bedienen lässt: Wählräder, Joystick, dreh- und schwenkbares Display mit einem sehr guten Touchscreen und zahlreiche konfigurierbare Funktionstasten.

Alles ist für eine intuitive Bedienung am richtigen Ort platziert. Andere Hersteller können sich hier ein Beispiel nehmen.

Der Funktionsumfang der Lumix G9 ist enorm und man benötigt einige Zeit, um sich mit allem vertraut zu machen. Dieser Prozess macht aber durch die tollen Möglichkeiten der Individualisierung wirklich Spaß.

Auch das Menü ist aufgeräumt, schlüssig und häufig verwendete Funktionen lassen sich in einem eigenen Menü zusammenfassen und abspeichern.

Der Sucher ist riesig, lässt sich auch für Brillenträger perfekt einstellen und ist ein weiteres Highlight der Kamera.

Dennoch habe ich hier einen kleineren Kritikpunkt. In manchen Situationen, vor allem Draußen, erscheint mir das Sucherbild trotz hoher Helligkeitseinstellung etwas zu dunkel. Das ist nicht schlimm, aber es ist mir dennoch aufgefallen.

Nur den Foto-Auslöseknopf hat Panasonic wirklich vermasselt. Er ist viel zu leichtgängig und wird daher oft unabsichtlich ausgelöst.

Man gewöhnt sich zwar daran, aber dennoch hätte man diesen wichtigen Knopf besser umsetzen können.

Rund um den Akku

Durch das große Gehäuse lässt sich in der Kamera entsprechend auch ein größerer Akku verbauen. Und dieser ist hervorragend.

Er liefert genügend Power für zahlreiche Fotos und auch beim Filmen geht ihm nicht so schnell der Saft aus.

Ich habe während einer Ganztageswanderung nicht gerade wenig in 4K/60 FPS gefilmt und den Akku nicht wechseln müssen. Hängt natürlich schon davon ab, wie viel man filmt und zusätzlich fotografiert.

Einen Ersatzakku hatte ich dabei, habe ihn aber nicht benötigt.

Außerdem liefert Panasonic eine Ladeschale mit (…Sony sollte sich ein Beispiel nehmen) und zusätzlich auch noch ein USB-Kabel, mit dem man die Kamera extern laden und auch an eine Power-Bank anschließen kann.

Bei längeren Video-Sessions wie beim Drehen meiner YouTube Videos ist das ein sehr hilfreiches Feature.

Vielen Dank Panasonic, das ist wirklich sehr nutzerfreundlich!

Dual Kartenslot mit toller Einstellungsmöglichkeit

Die Lumix G9 ist mit zwei SD-Kartenslots ausgestattet, die SDHC, SDXC, UHS I, UHS II Karten unterstützt.

Das ist schon mal großartig.

Genial ist, dass man einstellen kann, dass Videos und Fotos auf unterschiedlichen Karten abgespeichert werden. Nach zahlreichen Aufnahmen im Urlaub lassen sich Fotos und Videos unabhängig voneinander archivieren.

Es gibt noch weitere Einstellungen, um die zwei Slots für das Abspeichern von Daten zu konfigurieren.

Auch hier…Danke Panasonic für dieses tolle Feature!

Die Lumix G9 Test beim Fotografieren

Bildqualität der Lumix G9

Die Bildqualität hängt natürlich neben dem Sensor stark von den verwendeten Objektiven ab.

Da ich die Lumix G9 für meine Bergabenteuer und Reisen sehr viel im Einsatz haben, habe ich mir zu der Kamera zwei hochwertige Objektive, nämlich das Panasonic Leica 8-18 mm f/2.8-4.0 *  und das Panasonic Leica 12-60 mm f/2.8-4.0 dazu bestellt.

Vom Leica 8-18 mm gibt es bereits ein Video auf meinem YouTube Kanal, das ich euch hier einblende.

Das Leica 12-60 mm kann man übrigens als Kitlinse zusammen mit der Kamera * günstiger erwerben. Das lohnt sich allemal!

Leica Linsen MFT

Hochwertige Linsen aus dem Hause Leica für das MFT-System

Meine Eindrücke zur Bildqualität der Lumix G9 beziehen sich also auf diese zwei Linsen.

Ich war sehr lange den ASP-C Sensor der Sony Alpha 6000-Serie gewohnt. Im direkt Vergleich löst der Sensor von Sony einen Tick detailreicher auf, was natürlich aufgrund der höheren Pixel auch zu erwarten war.

Dennoch ist die Bildqualität der Lumix G9 hervorragend. Die Bilder sind scharf und detailreich und die Natürlichkeit der Farben bei Verwendung der zwei Leica Linsen ist sehr beeindruckend.

So schöne Farben habe ich bei noch keiner anderen Kamera gesehen.

Ich habe fast das Gefühl, dass ich die RAWs gar nicht bearbeiten möchte.

Die folgenden Fotos kommen unbearbeitet aus der Kamera.

Lumix G9 Beispielfoto
Lumix G9 Beispielfoto
Lumix G9 Testfoto Farben

Sehr schöne natürliche Farbwiedergabe der Lumix G9

Mein Lumix G9 Test zeigt ebenso, dass der Dynamikumfang der Kamera ausgezeichnet. Auch hier hat vielleicht der APS-C Sensor von Sony einen minimalen Vorteil, aber selbst bei stärkeren Änderungen in den Tonwerten in der Nachbearbeitung sind die Bilder nicht rauschanfällig.

Hier eine extreme (und völlig unnatürliche) Bildbearbeitung eines RAW-Bildes, die euch ein wenig den Dynamikumfang der Lumix G9 zeigen soll.

Lumix G9 Dynamik Umfang
Lumix G9 Dynamik Umfang-2

Lumix G9 Test – Guter Dynamkumfang des MFT-Sensors

Alles im allem liefert der MFT-Sensor der G9 eine hervorragende Bildqualität und einen sehr schönen Dynamikumfang.

Low Light Performance und Bildstabilisator

Der MFT-Sensor ist nicht unbedingt die beste Wahl fürs Fotografieren bei wenig Licht.

Für Low-Light Aufnahmen verwendet man dann doch besser eine Vollformatkamera.

Hier findet ihr eine ISO-Reihe von ISO 200 (der native ISO der G9) bis ISO 12800.

Wie ihr auf den folgenden Fotos sehen könnt, ist die Qualität der Fotos bis ISO 1600 wirklich in Ordnung. Mich persönlich stört aber das Rauschen ab ISO 3200 schon sehr und bei dieser Empfindlichkeit bzw. bei höheren Werten würde ich keine Fotos mehr schießen.

Aber die Lumix G9 kompensiert das weniger gute Rauschverhalten mit einem Bildstabilisator im Gehäuse, der Belichtungszeiten zulässt, von denen ich niemals erwartet hätte, dass man noch scharfe Fotos bekommen.

Hier ein unbearbeitetes Testfoto im Weitwinkelbereich bei f/2.8, ISO 100 und 1/4 Sekunde.

Lumix G9 Bildstabilisator

Lumix G9 Low Light Aufnahme

Lumix G9 Bildstabilisator-2

100%-Vergrößerung des Zentrums – Knackscharf auch bei 1/4 Sekunde

Das zweite Bild zeigt eine 100 % Ansicht in Lightroom. Das Bild ist selbst bei einer Belichtung von einer 1/4 Sekunden noch knackscharf. Und hier ist definitiv noch Raum für kürzere Belichtungszeiten.

Das verwendete Objektiv bei diesem Testfoto war selbst nicht stabilisiert. Wenn man ein stabilisiertes Objektiv verwendet, dann arbeitet die Gehäuse-Stabilisierung mit der Objektiv-Stabilisierung zusammen und man bekommt eine Dual-IS-Funktion, die noch bessere Ergebnisse liefert.

Ich kenne keine Kamera, die so ein gutes stabilisiertes Gehäuse besitzt. Ein absolutes Highlight der Lumix G9.

Autofokus und Manuelles Fokussieren beim Fotografieren

Über den Autofokus der professionellen Lumix-Kameras gibt es sehr viele Meinungen und Aussagen. Nicht alle sind sehr sachlich und das möchte ich aber in diesem Test bleiben.

Hier geht es zunächst einmal nur um den Autofokus zum Fotografieren. Etwas später sehen wir uns den Autofokus beim Filmen dann gesondert an.

  • In der Lumix G9 ist ein Kontrast-Autofokus verbaut, der sehr flott arbeitet.
  • Es gibt verschiedene Fokus-Funktionen wie Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, flexibler Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, manueller Fokus, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht, Fokus-Peaking, Fokuslupe.
  • Für die Kontrolle des Autofokus-Bereichs gibt es die folgenden sechs AF-Modi (siehe Foto): 1-Feld, Gesichtserkennung, Verfolgung, 225-Feld, Multi-Individuell, 1-Feld und Punkt-AF

Lumix G9 Autofokus

AF-Modi an der Lumix G9

Ihr könnt euch den Autofokus genau so einstellen, wie ihr möchtet. Ein sehr umfangreiches Video dazu findet ihr hier.

Für meine Bereiche in der Outdoor- und Reisefotografie verwende ich zu 90 % den Einzel-Autofokus in der 1-Feld Einstellung, den ich bei Bedarf mit dem Joystick verschieben kann. So kann ich ganz selektiv auf einen Bereich oder ein Objekt fokussieren.

Drückt man auf den Joystick, wird das Autofokus-Feld wieder in die Mitte zentriert. Das funktioniert wirklich großartig.

Schalte ich am Objektiv in den manuellen Fokus, was ich sehr oft mache, dann wechselt die Kamera standardmäßig sofort in die Lupenfunktion, sobald ich am Fokusring drehe. Das finde ich sehr praktisch. Das Lupenfeld lässt sich ebenso mit dem Joystick verschieben.

Das Fokus-Peaking, also die farbigen Kontraste, die in scharfen Bildelementen sichtbar werden, unterstützt standardgemäß das manuelle Fokussieren und lässt sich individuell einstellen.

Das sind die wichtigsten Fokus-Funktionen für mich und diese funktionieren perfekt, hier gibt es nichts auszusetzen!

Ich verwende die Lumix G9 nicht für bewegte Objekte. In der Sportfotografie verwende ich meine Sony Alpha 7 III mit dem Sony 70-200 f/2.8 GM.

Der kontinuierliche Autofokus der Sony arbeitet schneller und beim Sport möchte ich eine sehr gute Freistellung. Dazu benötige ich eine Vollformatkamera mit einem schnellen Objektiv mit f/2.8.
Nähere Infos dazu und ein Video findet ihr in meinem Beitrag Sony Alpha 7 III Sportfotografie.

Das soll aber nicht heißen, dass man bewegte Objekte nicht auch mit der Lumix G9 schießen kann. MFT-Kameras sind durch die große Schärfentiefe sicher keine Sportkameras, aber es gibt viele Wildlife-Fotografen, die diese Kamera und vor allem den MFT-Sensor lieben, weil sich durch den Cropfaktor sehr große Brennweiten in sehr kompakten Objektiven erzielen lassen.

Eine außergewöhnliche Linse dafür ist das Panasonic Leica 100-400 F4.0-6.3 *, das mit 800 mm äquivalent Brennweite am langen Ende und einer tollen Bildqualität ein Traum für alle Naturfotografen ist.

Mehr zu Wildlife-Fotografie könnt ihr in diesem spannenden Video erfahren. Sicher etwas, was ich mir in Zukunft mit der G9 auch näher ansehen werde.

80 Megapixel in RAW

Die Lumix G9 besitzt einen High-Resolution-Mode, in dem durch eine sogenannte Pixel-Shift-Technologie acht Einzelfotos angefertigt werden. Durch Verschieben von Pixeln während der Aufnahmen kann wahlweise ein 40 oder 80 Megapixel Bild (auch in RAW) erstellt werden.

Lumix G9 High Resolution Aufnahme

Funktionen in der High Resolution Aufnahme

Das Ganze funktioniert zwar nur auf einem Stativ und bei Szenarien, bei denen möglichst keine Bewegung stattfindet, ist aber dennoch ein tolles Zusatz-Feature, das man bei der Lumix G9 dazubekommt.

Gerade für Landschaftsaufnahme eine sehr schöne Funktion.Lumix G9 High Resolution Mode

10368 x 7776 Pixel – Ein 80 Megapixel-Foto enstanden im High Resolution Mode

Die Lumix G9 Test beim Filmen

Die professionellen Lumix-MFT Kameras, zu denen die Lumix G9 und vor allem die Video-lastige Lumix GH5 zählen, sind hervorragende Kameras fürs Filmen.

  • Der MFT-Sensor hat beim Filmen viele Vorteile. Durch seine geringe Größe ist er einfach zu kühlen. Mit der Sensorkühlung haben viele Kamerahersteller Probleme, nicht aber Panasonic bei den Lumix-Kameras. Ein großes Kameragehäuse wie das der G9 und GH5 begünstigt die Kühlung.
  • Es sind so höhere Auflösungen, bessere Codecs zum Filmen und längere Aufnahmezeiten gerade bei höherer Auflösung mit den professionellen Lumix-Kameras möglich. Bei der Aufnahmezeit der Lumix G9 gibt es aber etwas zu beachten, dazu später mehr.
  • Ebenso sind erweiterte Video-Funktionen wie ein HDMI-Output, oder ein Audio-Eingang vorhanden. Ebenso ist Platz für einen großen Akku, mit dem man länger Filmen kann.
  • Um es auf den Punkt zu bringen: die Videoqualität ist hervorragend und die professionellen MFT-Kameras sind Video-technisch sehr umfangreich ausgestattet.

Das ist großartig, denn viele dieser Funktionen sucht man bei anderen Systemkameras in dieser Preisklasse vergebens.

Aufnahmeformate

Die Kamera beherrscht 4K (eigentlich UHD) in einer Framerate von 60 FPS. Diese Ausstattung ist bei vielen Systemkameras derzeit nicht Standard. Man kann also in 4K filmen und das Bild um das 2.5-Fache verlangsamen, um schöne Slow-Motion Effekte zu bekommen.

Ich persönlich filme in 4K / 60 FPS zu 90% im Outdoorbereich und dieses Feature war für mich der absolute Grund, warum ich mir diese Kamera gekauft habe.

Zusammenfassend sind folgende Video-Aufnahmeformate und Fotoprofile möglich:

  • 3840 x 2160, also 4K (UHD) in 60p/50p/30p/25p/24p (10 Bit ist intern bzw. mit HDMI-Output seit der Firmware 2.0 möglich)
  • 1920 x 1080, also Full-HD in 60p/50p/30p/25p
  • High Framerate Video bis 180 FPS in Full-HD
  • Aufnahmeformate: AVCHD, MP4, MP4 HEVC und MOV
  • Beliebte Fotoprofile für das spätere Color-Grading wie Cine-Profile und HLG sind standardmäßig dabei, V-Log kann mit einem Software-Key dazugekauft werden
Lumix G9 Videoformate

Aufnahmeformate

Die Lumix G9 ist wirklich sehr gut im Videobereich ausgestattet, der mit dem Firmware Update Version 2.0 nochmals deutlich aufgewertet wurde.

Beschränkte Aufnahmedauer in 4K und Full-HD

Die Lumix G9 hat allerdings als Hybrid-Kamera eine beschränkte Aufnahmedauer und zwar in 4K bis zu 10 Minuten und in Full-HD bis zu 30 Minuten pro durchgehendem Clip.
Diese Beschränkung wurde sicher ganz bewusst gemacht, um dem Video Flaggschiff aus der Lumix-Reihe, der Lumix GH5, nicht die Daseinsberechtigung zu entziehen.

Wer also einen starken Fokus aufs Filmen hat und gerne länger durchgehend filmen möchte, der sollte auf jeden Fall zu Lumix GH5 *  greifen.

Für mich persönlich ist die Limitierung kein Problem, da ich weder im Outdoor-Bereich, noch beim Erstellen meiner YouTube Videos, für die ich die Lumix G9 verwende, durchgehendes Filmen benötige.

Lumix Bildstabilisator beim Filmen und der Wobble-Effekt

In der Lumix G9 ist derzeit der beste Bildstabilisator bei Systemkameras im Gehäuse verbaut.

Die Videos aus der Kamera sind wirklich butterweich, bereits bei nicht-stabilisierten Objektiven. Im Videobereich könnt ihr zusätzlich noch eine elektronische Stabilisierung dazuschalten, die das Bild etwas cropt.

In meinen Test hat diese zusätzliche Stabilisierung aber nicht einen wirklich großen Nutzen gezeigt. Deshalb lasse die elektronische Stabilisierung der Lumix G9 weg, denn sie verbraucht zusätzlich Akku.

Ebenso gibt es die sogenannte IS-Sperre, die das Videobild nahezu einfriert. So sind auch wackelfreie Aufnahmen bei größeren Brennweiten möglich. Kamerabewegung geht in diesem Modus allerdings nicht mehr.

Bildstabilisator Lumix G9

Videostabilisierung Modus

Der Stabilisierung ist so gut, dass man fast das Gefühl hat, dass die Kamera auf einem Stabilisierungssystem befestigt wurde. Wieder ein großartiges Highlight und ein absoluter Kaufgrund für die Lumix G9.

Ab und zu können aber stabilisierungsbedingt Wobble-Effekte entstehen. Videoaufnahmen beginnen so vor allem an den Rändern in sich zu wackeln, was sehr eigenartig aussieht. Ihr kennt den Effekt eventuell, wenn ihr in der Videobearbeitung elektronische Stabilisierungen in Programmen wie Premiere Pro oder DaVinci Resolve zufügt.

Der Wobble-Effekt entsteht aber ausschließlich bei Ultraweitwinkel-Linsen!

Ab 24 mm mit einem Objektiv im Normalbereich (bei mir konkret das Panasonic Leica 12-60mm f/2.8-4.0) habe ich dieses Phänomen nicht mehr bemerkt.

Im Detail könnt ihr diesen Effekt im folgenden Video zum Lumix G9 Test sehen.

Gefällt euch das Video? Dann freue ich über ein Abo auf meinem YouTube Kanal.

Lumix G9 Autofokus beim Filmen

Den Videoautofokus hat Panasonic stark verbessert und mit dem bereits genannten Firmware Update nochmals deutlich nachgebessert.

Die Lumix G9 besitzt derzeit den besten Autofokus im Bereich der professionellen MFT-Kameras von Panasonic.

Mich persönlich hat er beim Filmen bis jetzt nicht enttäuscht, auch wenn er sicher einen Tick langsamer arbeitet als der Autofokus in den aktuellen Canon- oder Sony-Kameras. Ich besitze auch eine Sony Alpha 7 III zum Vergleich, aber in der Praxis hat das für mich keinen so großen Unterschied gemacht.

Der kontinuierliche Autofokus macht einen stabilen Eindruck und auch das Face-Tracking funktioniert gut. Dazu gibt ein interessantes Video, das das Face-Tracking der Sony Alpha 7 III mit dem der Lumix G9 vergleicht.

Macht euch einfach euer eigenes Bild vom kontinuierlichen Autofokus.

Um es auf den Punkt zu bringen, funktioniert der Video-Autofokus der G9 gut. Ab und zu bemerkt man ein Pulsieren des Fokus bei Video-Aufnahmen, das vor allem im Hintergrund bemerkbar wird.

Für mich allerdings kein Grund, die Kamera nicht zu kaufen.

Die Lumix G9 Test – Mein Fazit

Ich habe in diesem Beitrag die für mich wichtigsten Funktionen der Lumix G9 zusammengefasst und getestet.

Es gibt zahlreiche weitere Funktionen wie den 4K- und 6K-Fotomodus, in dem die Kamera bis zu 60 Fotos pro Sekunde schießen kann, oder eine Post-Fokus Funktion.
Für dieser Funktionen habe ich allerdings derzeit noch keine Anwendung, werde sie aber gegebenenfalls testen und hier nachliefern.

Kauft man die Panasonic Lumix G9 *, bekommt man viel Ausstattung zu einem sagenhaften Preis.

Hier nochmals abschließend meine Highlights und meine Gründe, warum ich Sie gekauft habe:

  • Super Ergonomie, große, aber leichte Kamera, die sich super bedienen lässt
  • Für einen kleinen Sensor hervorragende Bildqualität
  • Ausgereifte und hochwertige Objektive
  • Die derzeit beste Bildstabilisierung in einem Kameragehäuse
  • Tolle Videofunktionen wie 4K/60 FPS, Fotoprofile, und viele Codecs
  • Fairer Preis

Nach einem halben Jahr intensiver Nutzung habe ich die Kamera jedes Mal aufs Neue gerne in der Hand. Definitiv ein Arbeitstier, mit dem man sich aufgrund der großen Ausstattung viel beschäftigen muss, was aber auch unglaublich Spaß macht.

Für mich ist die Lumix G9 die derzeit beste Systemkamera mit einem Crop-Sensor!

Deshalb eine ganz klare und ehrliche Kaufempfehlung.

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Stefan Blog

Über den Author
Der Wiener Fotograf und Autor Stefan Czurda ist Outdoor-Liebhaber, sportbegeistert und bereist exotische Bergwelten rund um den Globus. Wollt ihr mehr über mich erfahren oder mit mir zusammenarbeiten, dann freue ich mich, wenn ihr hier vorbeischaut!

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