Filmen und Fotografieren in Island – Erfahrungen und Fotomotive

Berge Island

Nach zwei Jahren Corona-bedingter Reiseabstinenz durfte ich endlich mein Berge der Welt Fotoprojekt fortsetzen.

Nach meinen vergangenen Highlights der letzten Jahre in Tibet und Äthiopien stand diesmal ein Land im hohen Norden auf dem Reiseplan, nämlich Island.

Dass Islands Landschaft und Berge zum Wandern und Fotografieren begeistern, wusste ich natürlich, aber es sollte dann doch noch ein wenig größeres Abenteuer werden, als die klassischen Natur-Sehenswürdigkeiten zu besuchen und die Ringstrasse abzuklappern.

Eigentlich wurde es zu ein „Once in a Limetime“-Erlebnis und diese Reise wird mir wohl noch länger in Erinnerung bleiben.

Schuld daran war der 2021 aktive Vulkan, aber dazu später mehr!

In diesem Beitrag möchte ein wenig detaillierter auf meine Reise im Sommer 2021 eingehen und ein paar Eindrücke zum Filmen und Fotografieren in Island in Form eines Erfahrungsberichtes dalassen.

Wie immer alles aus Sicht eines Hobby-Fotografen!

Neues Fotoequipment für Island

Im Vorfeld der Reise habe ich meiner Lumix G9, die ich bisher als Reisekamera verwendet habe, Lebewohl gesagt.

Sie war zwar eine hervorragende Kamera, ich habe sie trotzdem verkauft!

Warum?

Ich mochte bis dato kleineren Sensoren aufgrund des geringen Gewichtes der Kamera, der geringen Größe des Gehäuses und der kleineren Objektive für meine Reisefotos.

Mittlerweile mag ich allerdings den Look und die Detailverliebtheit eines Vollformat-Sensors einfach lieber, auch unterwegs auf Reisen.

Außerdem hat die interne Kamerastabilisierung der Lumix G9 eigenartige Sachen mit den Rändern des Bildes beim Filmen angestellt.

Dieser Wobble-Effekte machte sie faktisch unbrauchbar, wenn man mit einem Ultraweitwinkel-Objektiv filmte, was bei mir auf Reisen ständig der Fall war.

Den Effekt habe ich in meinem Lumix G9 Test im Detail beschrieben.

Sony Alpha 7C

Sony Alpha 7 C – Meine neue Reisekamera (Bild © Sony)

Sony hingegen hat es mit der Sony Alpha 7 C * endlich geschafft, einen Vollformat-Sensor in ein wirklich kleines Gehäuse zu verbauen. Deshalb habe ich mir diese Kamera auch gekauft und finde sie derzeit die beste Wahl für meine Reisefotografie.

Außerdem ist sie nicht nur kompakt, sondern auch die erste wirklich schicke Sony-Kamera!

Vor die Sony Alpha 7 C habe ich das Sony Zeiss 16-35 mm F/4 OSS * zum Fotografieren in Island geschnallt.

Sony Zeiss 16-35 mm F:4 OSS

Sony Zeiss 16-35 mm F/4 – Mein Reiseobjektiv zum Fotografieren und Filmen (Bild © Sony)

Als Weitwinkel-affiner Hobbyfotograf ist das Sony Zeiss die perfekte Linse für meine Outdoor-Reisen.

Ganz so kompakt ist das Objektiv zwar nicht, aber von der Größe immer noch eine sehr gute Wahl. Und optisch ist es ebenso wirklich gut!

Im Weitwinkelbereich bin ich mit Brennweiten von 16-35 mm flexibel für die Darstellung weitläufiger Landschaften. Natürlich kam ich in Island immer wieder in Situationen, wo ich am kurzen Ende noch gerne ein paar Millimeter mehr Spielraum hätte.

Aber ein weiteres, kürzeres Ultraweitwinkel-Objektiv mitzunehmen, wäre für mich keine Alternative gewesen, also musste ich mit den 16 mm als kleinste Brennweite zurecht kommen.

Filmen mit der Sony Alpha 7 C

Neben dem Fotografieren in Island habe ich auch ausgiebig gefilmt.

Der Bildstabilisator des Sony Zeiss 16-35 mm F/4 OSS kombiniert mit der Gehäusestabilisierung der Sony Alpha 7 C ermöglicht wackelfreie Videoaufnahmen aus der Hand.

Beim Filmen bevorzuge ich immer eine Linse mit Stabilisator.

Mit einem abklippbaren Schultergurt *, den ich zum Filmen wirklich sehr empfehlen kann, habe ich die Videoaufnahmen noch zusätzlich stabilisieren können.

Das klappte wunderbar!

Sony hat in den aktuellen Vollformatkameras auch die Farbdarstellung im Videobereich deutlich verbessert und das Filmen macht nun richtig Laune.

Folgende Einstellungen habe ich beim Filmen in Island verwendet:

  • Aufgrund der verbesserten Farben der Kamera habe ich kein Farbprofil (wie CINE oder SLog) benutzt, sondern im normalen Videomodus bei 1080p und 60 FPS gefilmt.
  • Auch mit der viel zitierten „180-Degree Shutter Rule“, also mit dem Kehrwert der doppelten Framerate als Belichtungszeit beim Filmen für eine ideale Bewegungsunschärfe habe ich es nicht so ernst genommen. Ich habe nur darauf geachtet, dass meine Belichtungszeit nie unter 1/120 s lag, was das Minimum bei 60 FPS sein sollte. Ich habe aber durchaus auch kürzere Belichtungszeiten verwendet.
  • Profis werden jetzt den Kopf schütteln, aber da ich nicht so oft bewegte Objekte filme und meine Videos in meiner finalen Timeline sowieso verlangsame, ist die Regel meiner Meinung nach vernachlässigter.
  • So erspare ich mir einen Graufilter und kann schnell zwischen Foto- und Filmmodus wechseln – ein sehr pragmatischer Ansatz als Hobbyfilmer.
  • Beim Filmen verwende ich übrigens ausschließlich den manuellen Fokus und unterstützend das Fokus-Peaking und die Fokus-Lupe, damit der Fokus perfekt sitzt.

Mein Fotoequipment für Island

Für Teleaufnahmen bis 200 mm hatte ich zusätzlich noch die Sony RX-100 (VI) mit in der Hosentasche dabei, die als Kompaktkamera mit ihrem 24-200 mm Objektiv immer mit auf die Reise kommt.

Dazu noch ein wenig Fotozubehör, aber ich habe diesmal bewusst darauf geachtet, nicht zu viel Equipment mitzunehmen.

Da ich in einer Reisegruppe unterwegs war und wir jeden Tag mindestens vier Stunden gewandert sind, wollte ich meine Ausrüstung so kompakt und leicht wie möglich halten.

Ein Stativ und einen Graufilter habe ich deshalb gar nicht erst mitgenommen. Für Langzeitbelichtungen war bei dieser Reise keine Zeit und das Equipment wäre mir zu schwer gewesen.

Hier noch eine Zusammenfassung meines gesamten Foto-Equipments für das Fotografien in Island:

Fotomotive in Island

Aufgrund der Vielfalt der Landschaft ist Island ein wahres Paradies für den Landschaftsfotografen.

Egal ob Berge, Wasserfälle, Heißquellen oder stimmige Fjorde und Küstenlandschaften, das Ausmaß an Motiven ist gigantisch.

In den nächsten Zeilen möchte ich daher auf die schönsten Regionen in Island eingehen, die ich besucht habe und auf die Motive eingehen, die ihr in Island vorfindet.

Der Golden Circle

Der Golden Circle ist eine beliebte Panoramatour im Südwesten von Island. Aufgrund der Nähe zur Hauptstadt Reykjavík ist auf dieser Route natürlich immer viel los.

Ich habe die Route zusammen mit meiner Reisegruppe gleich am ersten Tag meiner Ankunft gemacht und wir haben die verschiedensten Sehenswürdigkeiten besucht.

Einer unseren ersten Stopps war der Thingvellir Nationalpark, ein historischer Ort in Island, der eine besondere Bedeutung hat.

Er ist bekannt für das Althing, das Parlament Islands vom 10. bis zum 18. Jahrhundert, und ist landschaftlich so beeindruckend, dass er 2004 durch die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Thingvellir Nationalpark

Thingvellir Nationalpark – Ein historischer Ort in Island…

Thingvellir Nationalpark

…und ein großartiger Nationalpark…

Thingvellir Nationalpark

…der zum UNESCO Weltkulturerbe zählt

Der nächster Aufenthalt war im bekannten Geothermalgebiet Haukadalur, das die Geysire, den „Großen Geysir“ und den „Strokkur“, beheimatet.

Während der Große Geysir, der Namensgeber aller Geysire, nur mehr unregelmäßig ausbricht, ist der Strokkur nach wie vor aktiv und entlädt sich alle zehn Minuten.

Ein wirklich spannendes Naturspektakel und Fotomotiv.

Strokkur Geysir

Der Geysir Strokkur

Haukadalur

 Geothermalgebiet Haukadalur

Haukadalur

Kochendes Wasser

Zuletzt durften wir an diesem Tag noch Islands berühmtesten Wasserfall, den Gullfoss besuchen.

Gullfoss

Gullfoss – Islands bekanntester Wasserfall

Islands Wasserfälle sind gigantisch, aber dazu mehr im nächsten Kapitel.

Trotz der vielen Touristen am Golden Circle ist die Route wirklich lohnenswert und bietet dem Naturfotografen eine Vielzahl an spannenden Motiven.

Islands Wasserwelten

Egal ob Fjorde und Küsten, Wasserfälle, oder Gletscherlagunen, Islands Wasserwelten bieten sehenswerte Szenarien vor der Kamera.

Ich habe in Island über zehn Wasserfälle besucht und kann gar nicht sagen, welcher mich am meisten beeindruckt hat.

Islands Wasserfälle sind größer, wasserreicher und lauter, als alles, was ich bisher – vor allem in den Alpen – gesehen habe.

Hier sind ein paar Highlights meiner Wasserfallfotos.

Dettifoss

Der mächtige Dettifoss

Haifoss

Haifoss – Stürzt 122 m in die Tiefe

Svartifoss

Svartifoss – Vielleicht der schönste Wasserfall Islands 

Fjorde durfte ich in Island nun auch zum ersten Mal sehen, die ich schon immer fotografieren wollte.

Hier ein paar Impressionen aus dem Norden in der Region von Dalvík, wo wir bei schlechtem Wasser zum Whale Watching in den Eyjafjörður hinausgefahren sind.

Fjorde im Norden Islands

Im Norden von Island in der Region von Dalvík

Eyjafjörður

Mit dem Boot auf dem Eyjafjörður

Nicht weniger stimmungsvoll war der Ostfjord Berufjörður, den ich knapp zur Hälfte meiner 16-tägigen Reise erreicht habe und in der Früh bei schönstem Wetter fotografieren konnte.

Ostfjord Berufjörður

Der Ostfjord Berufjörður in einer schönen Morgenstimmung

Ostfjord Berufjörður

…und hier etwas später am Morgen

Aber auch die Küstenlandschaften in Island haben sich in unterschiedlichen Stimmungen gezeigt.

Besonders gefallen hat mir unsere Küstenwanderung in den Ostfjorden in einer spannenden Nebelstimmung.

Ostküste Island im Nebel

Kaum mehr zu sehen im Nebel

Ostküste Island im Nebel

Schöne Nebelstimmung…

Ostküste Island im Nebel

…an Islands Ostküste

Sehr beeindruckt hat mich auch die Landschaft im Süden um die Halbinsel Region Dyrhólaey mit seinem Lochfels, schwarzen Stränden und dramatisch anmutenden Steinformationen.

Dyrhólaey Lochfelsen

Lochfelsen in Dyrhólaey…

Dyrhólaey

…mit dramatische Künstenlandschaften und schwarzen Stränden…

Fotografieren in Island

…und schönen Steinformationen

Wie ihr seht, ist man auf einer Island-Rundreise eigentlich ständig von Wasser umgeben.

Beeindruckend ist jedenfalls die Vielfalt der unterschiedlichen Wasserwelten, die ihr mit eure Kamera abbilden könnt.

Berge und Gletscher in Island

Island beherbergt die größten Gletscher des europäischen Kontinents und als Vulkaninsel erscheinen die Berge in einer unglaublichen morphologische Vielfalt.

Meine Highlights von Islands Bergwelten möchte ich hier anhand des folgenden Videos zeigen.

Ich habe durch meine zahlreichen Bergtouren in den Alpen sehr viele Gletscherwelten sehen und fotografieren können.

Die unglaubliche Größe und Schönheit von Islands Gletscher ist allerdings einmalig und gibt es in dieser Form in den Alpen definitiv nicht zu sehen.

Eines der großen Highlights war der Besuch der Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón im Vatnajökull-Nationalpark im Südosten Islands.

Der Gletscherabbruch in Form von Eisbergen, die über die riesigen Lagunen Richtung Meer ziehen, sind wohl Islands großartigste Fotomotive.

Einen Seehund auf einer Eisscholle konnten wir auch entdecken, wie wir mit den Schlauchbooten ganz nahe an den Gletscherabbruch herangefahren sind.

Gletscherlagune Island

Gletscherlagune Fjallsárlón

Gletscherlagune Island

Gletschereis am Strand – Jökulsárlón

Gletscherlagune Seehund

Seehund auf einer Eisscholle am Gletscherabbruch

Geothermalgebiete

Neben den Wasser- und Bergwelten ist in Island ein Besuch der zahlreichen Geothermalgebiete natürlich obligatorisch.

Dort blubbert es überall und den Geruch von Schwefel, kochendes Wasser und den heißen Dampf hautnahe zu erleben ist ebenso ein einmaliges Erlebnis, wie das Baden in den heißen Geothermalquellen.

Natürlich sind die Hochtemperaturgebiete auch sehenswerte Fotomotive.

Geothermalgebiete

Rauchende Felsen im Heißquellengebiet Hverarönd

Geothermalgebiet Island

Wandern im Geothermalgebiet

Geothermalgebiete 3

Heiße Quellen

Besuch des aktiven Vulkans

Seit dem 19. März 2021 kam es im Krýsuvík-Vulkansystem zu einem Ausbruch und den ganzen Sommer 2021 hindurch zeigte der Vulkan Aktivität.

Am Ende der Reise war ich mit meiner Reisegruppe vor dem Abflug in Grindavík, 10 km südwestlich des Vulkan-Gebietes, stationiert.

Am Tag vor meiner Abreise haben wir die Region untertags besucht, allerdings zeigte der Krater an diesem Tag keinen aktive Lavastrom…

Vulkan untertags

Der Vulkankrater untertags ohne Aktivität

…als er allerdings in der Nacht wieder zum Ausbrechen begann und wir um 24:00 nochmals hinfuhren.

Und der Ausflug wurde natürlich zum absoluten Highlight meiner Island-Reise.

Ich durfte den aktiven Vulkan hautnahe erleben und fotografieren.

Vulkan abends

Beim aktiven Vulkan…ein „Once in a Limetime“-Erlebnis

Vulkan abends 3

…der wieder Aktivität zeigte

Übersichtskarte der Sehenswürdigkeiten in Island

In 16 Tagen kann man natürlich nur einen Bruchteil der Landschaft von Island sehen.

In der folgenden Karte möchte ich die Orte aus diesem Beitrag einzeichnen und als großartige Fotomotive empfehlen.

Fazit – Fotografieren in Island

Ich muss es einfach so sagen, wie es ist:

Island ist das schönste Land, das ich bisher besuchen durfte und als Reiseziel absolut empfehlenswert.

Die Landschaft ist so unglaublich facettenreich und wirkt fast schon unrealistisch spektakulär.

Als Landschaftsfotograf findet man sich in Island einem Paradies aus nicht endend-wollenden Fotomotiven wieder.

Stefan Island 2

Island – Zum Reisen und Fotografieren absolut empfehlenswert

Die für meine Verhältnisse minimalistische Fotoausrüstung aus einer Vollformatkamera mit einem Weitwinkelobjektiv und einer guten Kompaktkamera für die Hosentasche war fürs Filmen und Fotografieren in Island vollkommen ausreichend.

Weniger ist eben manchmal mehr und während der zahlreichen Wanderungen waren mir die zwei kompakten Kameras, also die Sony Alpha 7 C und die Sony-RX 100, treue und leichte Begleiter für die vielen schönen Fotos und Videos, die ich in diesem Naturparadies im hohen Norden schießen durfte.

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2 Gedanken zu „Filmen und Fotografieren in Island – Erfahrungen und Fotomotive“

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