Perfektes Bergpanorama erstellen – Ein umfassendes Tutorial

Sony Sel1018 Beispielfoto

Panoramafotografie – Einfach großartig für weitläufige Landschaften

Seitdem ich als Bergliebhaber und Fotograf in den Bergen unterwegs bin, bin ich fleißig am Bergpanorama Erstellen und interessiere ich mich brennend für die Panorama-Fotografie.

Es ist einfach großartig, wenn man mächtige Berglandschaften weitläufig darstellen kann und dazu sind Panoramafotos einfach eine tolle Möglichkeit.

In der Panoramafotografie wird die Beschränkung aufgehoben, die euch das Bildformat der Kamera vorgibt. So können Berge zusammen mit ihrer Umgebung viel imposanter fotografiert werden.

Selbst in der knallharten Mittagssonne sehen Panoramafotos, wie das folgende Bild von Eiger, Mönch und Jungfrau in den Berner Alpen, einfach extrem faszinierend aus, oder?

Beim Bergpanorama Erstellen kann man sehr viel richtig, aber auch ebenso viel falsch machen. Ich habe anfangs viele Fehler gemacht und meine Ergebnisse waren nicht gut.

In der Panoramafotografie kommen viele technische Aspekte des Fotografierens ins Spiel und die richtige Handhabung der Kamera ist wichtig.

Auch ein wenig spezielles Equipment kann euch das Leben in den Bergen wesentlich leichter machen.

Bei einem Bergpanorama geht es nicht nur um ein zusammengesetztes Foto aus zwei bis drei Bildern (so wie in diesem Bild hier), sondern durchaus um riesige Blickwinkel von 180 Grad oder mehr, die ich euch in diesem Beitrag ebenso zeigen möchte.

Bergpanorama erstellen

Eiger – Mönch – Jungfrau Panorama 

Hier möchte ich alles, was ich beim Bergpanorama Erstellen über die Jahre gelernt habe, in Form eines umfangreichen Tutorials zusammenfassen.

Wir wollen uns das richtige Equipment ebenso ansehen, wie die Einstellungen an der Kamera und das Zusammensetzen der Einzelfotos.

Ich hoffe, es ist hilfreich und spannend für euch. Viel Spaß!

Alle Produkte, die ich hier vorstelle, wurden von mir selbst gekauft und mir nicht zur Verfügung gestellt. 

Abseits des automatischen Panorama-Modus

Natürlich hat heute jedes Handy, oder jede Kompaktkamera einen automatischen Panorama-Modus. Ihr könnt per Knopfdruck schon wirklich ansehnliche Ergebnisse erzielen.

Allerdings wollen wir als Outdoor-Fotografen es dann doch etwas professioneller angehen. Ich bin ja kein großer Fan der Handy-Fotografie. Per Kopfdruck lernt man nicht fotografieren und RAWs kommen aus dem Handy auch nicht.

Der Panorama-Modus des Smartphones und der meisten Kameras lässt kaum Gestaltungsmöglichkeit zu.

Als ambitionierte Berg-Fotografen möchten wir bei einem Panorama:

  • Die Belichtung optimal einstellen, denn ein Panorama hat aufgrund der Weitläufigkeit fast immer Helligkeitsunterschiede in den Einzelbildern
  • Eine optimale Schärfentiefe erzielen, damit auch kleine Details scharf abgebildet werden
  • Den Parallaxenfehler durch ein perfektes optisches System (dazu später mehr) vermeiden
  • Den optimalen Bildausschnitt mit dem passenden Objektiv wählen
  • Für die beste Bildqualität RAW-Fotos anfertigen
  • Das fertige Panorama als RAW-Datei zusammensetzen und bearbeiten, damit das Foto genau den Stil bekommt, den wir haben möchten

Genau dafür müssen wir die richtige Kamera und das richtige Zubehör wählen und die optimalen Einstellungen bei der Aufnahme des Panoramas vornehmen.

Auch in der Nachbearbeitung gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Nun wollen wir uns alles im Detail ansehen.

Die beste Kamera zum Bergpanorama erstellen

Für das perfekte Bergpanorama benötigt es meiner Meinung nach eine Kamera, die erweiterte Einstellungsmöglichkeiten hat.

Daher ist mein klarer Favorit für die Bergfotografie eine spiegellose Systemkamera.

Natürlich müsst ihr euer Equipment länger in den Bergen herumschleppen, um an schöne Aussichtspunkte zu gelangen. Eure Kamera sollte also nicht zu groß und schwer sein.

Ob ihr eine Vollformat- und eine Crop-Kamera (mit einem kleineren Sensor als Vollformat) verwendet, ist euch überlassen.

Vollformatkameras haben eine bessere Bildqualität sind dafür aber teurer (vor allem die Objektive) und meist größer. Crop-Kameras mit kleineren Sensoren haben eine größere Schärfentiefe und sind handlicher, aber kommen nicht ganz an die Bildqualität der Vollformat-Kameras heran.

Nur zur Info: Bei kleineren Crop-Sensoren müsst ihr die Brennweiten auf den Objektiven mit dem Crop-Faktor der Kamera multiplizieren, damit ihr den gewohnten Bildausschnitt des Kleinbildsensors bekommt.

Wichtig ist auf jeden Fall die Funktion Fokuslupe, mit der ihr das Sucherbild digital vergrößern könnt. Diese Funktion besitzt meines Wissens jede Systemkamera und erleichtert das exakte manuelle Scharfstellen ungemein.

Ebenso wichtig ist ein guter Sucher und ein gutes Display, die euch beim Bildaufbau das Leben erleichtern.

Geeignete Objektive

Ich verwende für 70% meiner Panoramabilder ein klassisches Weitwinkel-Zoom mit einer typischen Brennweite von 16-35 mm entsprechend einem Kleinbild-Sensor. Dieses Objektiv hat eigentlich jeder Hersteller im Sortiment (mit ein paar mm Brennweite mehr oder weniger).

Aber auch Objektive im Normal- und leichten Tele-Bereich sind bei etwas weiter entfernten Berglandschaften sehr sinnvoll.

Wenn ich Berge mit größeren Brennweiten darstellen möchte (so wie in diesem Bild hier), verwende ich eigentlich immer einen Nodalpunktadapter (siehe nächstes Kapitel), da er das Erstellen der Einzelfotos maßgeblich erleichtert.

Bergpanorama mit Teleobjetiv

Panorama im leichten Telebereich bei 80 mm mit Nodalpunktdapter (Niedere Tauern, Österreich)

Wenn ihr neben dem Weitwinkelobjektiv kein Normal- oder Tele-Objektiv mit in die Berge schleppen wollt und nicht die allerhöchste Auflösung für Ausdrucke benötigt, dann lassen sich zusammengesetzte Panoramen aufgrund ihrer höheren Auflösung für Detailausschnitte auch sehr gut zuschneiden.

Es muss auch nicht unbedingt das lichtstärkste Objektiv sein. Für eine gute Schärfe blenden wir bei Panoramafotos in einen optimalen Schärfentiefe-Bereich ab (auch dazu später mehr).

Dennoch würde ich kein Einsteiger-Objektiv verwenden, sondern eine Linse mit einer guten Abbildungsleistung, denn eine ausreichende Schärfe und Detailwiedergabe ist bei Panoramafotos sehr wichtig.

Für so ein schönes Hobby wie die Bergfotografie würde ich schon ein wenig Geld investieren.

Natürlich könnt ihr auch Festbrennweiten verwenden, die optisch in der Regel besser sind als Zoom-Objektive.

Ebenso eignen sich auch manuelle Objektive ohne Autofokus hervorragend für die Panoramafotografie, denn mit der Fokuslupen-Funktion lässt sich ganz exakt scharfstellen. Auch dazu später mehr!

Meine Empfehlungen für Kameras und Objektive für die Bergfotografie

Ich persönlich bin ein großer Fan von Systemkameras aus dem Hause Sony und Panasonic.

Die alten Platzhirsche Canon und Nikon haben den Trend der Systemkameras jahrelang verschlafen. Ihre ersten Produkte sind zwar gut, aber funktionsmäßig noch nicht auf dem Stand der oben genannten Hersteller.

Aber in ein paar Jahren wird sich das wohl geändert haben.

Sony Alpha 6000 – SerieSony Alpha 6000

Ich persönlich verwende für meine Panorama-Fotos meist noch die gute alte Sony Alpha 6000 *, also die erste Kamera der kompakten Sony Alpha 6000-Serie. Sie besitzt einen großartigen APS-C Sensor.

Sie ist also eine Crop-Kamera, die ich für die Bergfotografie sehr empfehlen kann.

Die Kamera ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber sie hat immer noch eine tolle Bildqualität. Kameras aus der Alpha 6000-Serie sind die kompaktesten und leichtesten Systemkameras, die ich persönlich empfehlen kann.

Wenn ihr eine neuere und etwas modernere Kamera aus dieser Serie möchtet, die einen besseren Autofokus und bessere Videofunktionen besitzt, empfehle ich die Sony Alpha 6400 *, die ebenso noch leistbar ist.

Geeignete Objektive zum Bergpanorama erstellen sind das Sony 10-18 mm F4 OSS * , das günstig und gute Samyang 12 mm F2.0 * und das Sony 16-70 mm F4 *, wenn ihr mehr Reichweite benötigt.

Sony Alpha 7 – SerieSony Alpha 7 III

Wenn ihr lieber mit einer Vollformat-Kamera für ein Maximum an Bildqualität fotografiert, dann empfehle ich euch auch jeden Fall die Sony Alpha 7 III *.

Sie ist sehr gut ausgestattet, hat einen hervorragenden Autofokus und ist für mich einfach die beste Kamera für alle Bereiche der Fotografie, die man sich als Hobbyfotograf noch leisten kann.

Für das Sony E-Mount Bajonett gibt es viele hochqualitative Objektive, die euch die beste Bildqualität liefern.

Wer ein absolutes Schnäppchen mit einer sehr guten Bildqualität aus dieser Serie möchte und nicht auf einen superschnellen Autofokus Wert legt (den man ja in den Bergen nicht unbedingt braucht), dem empfehle ich die Sony Alpha 7 II *.

Für Panorama-Aufnahmen kann ich das sehr gute und kompakte Tamron 17-28mm f2.8 * , das gute und günstige Samyang 18 mm F2.8 * empfehlen und für mehr Reichweite das ebenso großartige Sony 24-105 mm F4 *.

Panasonic Lumix G9Lumix G9

Neuerdings verwende ich auch immer mehr meine Panasonic Lumix G9 * in den Bergen. Als Hybridkamera eignet sie sich neben dem Fotografieren hervorragend zum Filmen und ist meine erste Wahl auf meinen Bergreisen.

Tipps zum Filmen auf Reisen habe übrigens in einem umfangreichen Beitrag zum Reisevideo erstellen zusammengefasst.

Mit der Lumix G9 kann man natürlich auch hervorragend Bergpanoramen erstellen. Sie ist allerdings doch um einiges größer als die oben genannten Kameras.

Allerdings ist sie wirklich sehr leicht und hat eine viel bessere Ergonomie als die Sony-Kameras. Ebenso ist sie funktionstechnisch weit besser ausgestattet und einfach genial zu bedienen. Für mich die universellste Systemkamera derzeit am Markt.

Die Objektive meine Wahl sind das Panasonic Leica 8-18 mm F2.8-4.0 * und das Panasonic Leica 12-60 mm F2.8-4.0 *, die beide hervorragende Linsen sind und bei mir in den Bergen immer dabei sind.

Nodalpunktadapter für eine perfekte Abbildung

Parallaxenfehler vermeiden

Ein Nodalpunkadapter ist ein geniales Zubehör für die Erstellung von Panoramen.

Er ermöglicht, dass sich euer Objektiv beim Bergpanorama Erstellen um die perfekte optische Achse dreht. Diese optische Mitte wird oft auch Nodalpunkt genannt, obwohl das eigentlich nicht ganz korrekt ist.

Eigentlich handelt es sich um die Eintrittspupille des Objektives, die den perfekten Drehpunkt bei einer Panorama-Aufnahme darstellt. Er wird auch als No-Parallax Point bezeichnet.

Der richte Drehpunkt eures optischen Systems verhindert den sogenannten Parallaxenfehler.

Dieser Fehler passiert dann, wenn sich der Fotograf beispielsweise um seine eigene Achse bei der Aufnahme der Einzelfotos dreht und nicht um Eintrittspupille des Objektives. So kommt es zu einer Verschiebung der Vordergrund- und Hintergrund-Ebene gegeneinander und es entstehen Bilder, die nicht mehr fehlerfrei in der Nachbearbeitung zusammengesetzt werden können.

Der Parallaxenfehler ist vor allem dann ein großes Problem, wenn ihr im Vordergrund ein Objekt auf eurem Bergpanorama abbilden möchtet.

Habt ihr nichts im Vordergrund, dann ist er zwar weniger ein Thema. Trotzdem hilft euch ein Nodalpunktadapter ungemein bei einer Panorama-Aufnahme, vor allem, wenn ihr größere Blickwinkel wie 180 Grad oder mehr abbilden möchtet.

Etwas später werde ich euch zeigen, wie ein weitläufiges Bergpanorama aussieht, wenn es mit oder ohne Nodalpunktadapter aus der Hand aufgenommen wurde. Aus der Hand kommt es nämlich zu einigen Problemen.

Kompakter Nodalpunktadapter zum Mitnehmen in die Berge

Nodalpunktadapter Bergpanorama

Der kompakte KISS-Nodalpunktadapter mit Rotor – Mein treuer Begleiter in den Bergen

Das Problem ist leider, dass Nodalpunktadapter in der Regel nicht nur teuer, sondern auch schwer sind und teilweise mühsam zum Aufbauen sind, bevor sie einsatzbereit sind.

Bei komplexen Adaptern muss nämlich das optische Zentrum erst einmal durch Verschieben der Kamera auf unterschiedlichen Ebenen mittels „Try and Error“ und Testfotos ermittelt werden.

Deshalb scheiden viele Systeme für mich beim Bergpanorama Erstellen aus.

Eine Ausnahme ist das die KISS-Produktlinie von PT4Pano, ein minimalistischer und leichter Nodalpunktadapter, der ideal für die Bergfotografie ist. Man erwirbt ihn sozusagen Kamera-spezifisch und er kann dann nur mit einer Kamera verwendet werden.

Dafür muss der Nodalpunkt nicht mühsam ermittelt werden und er ist nach dem Anschrauben der Kamera sofort einsatzbereit.

Ihr seht ihn auf Bild oben als winkelförmiges Teil, unter dem sich unten noch ein Rotor befindet und auf dem oben im schwarzen Bereich die Kamera montiert wird. Das zeige ich euch etwas später.

Ich habe mir dieses Produkt schon vor einigen Jahren für meine Sony Alpha 6000 * gekauft und es in den Bergen wirklich viel verwendet.

Der richtige Rotor für den Nodalpunktadapter

Der eigentliche Nodalpunktadapter muss dann noch auf eine rastende Panoramaplatte geschraubt werden. Das ist der sogenannte Rotor, das runde Teil auf dem Foto.

Ich habe mir zu dem Adapter den Mini Rotor dazu bestellt. Dieser besitzt voreingestellte Stopps, die beim Drehen der Kamera einrasten. Ebenso ist der Rotor klein und leicht. Die Stopps sind an ein Weitwinkelobjektiv angepasst.

Das ist sehr angenehm, denn bei jedem Stopp macht man einfach ein Foto. Durch die Rastung werden die Einzelfotos später beim Zusammensetzen in der Software optimal überlappen.

Die optimale Anzahl für perfekt überlappende Stopps, also sozusagen die „Übersetzung“ des Rotors, ist abhängig von der Brennweite des Objektives.

Im Telebereich braucht ihr natürlich mehr Stopps und für ein weitläufiges Panorama müssen mehrere Fotos gemacht werden als im Weitwinkelbereich. Deshalb ist typischerweise ein Rotor bei Teleaufnahmen enger übersetzt und hat mehrere Stopps.

Unterstützt euer Rotor keine engen Stopps, dann müsst ihr zwischen den gerasteten Stopps ein oder mehrere Zwischenfotos an ungerasteten Stellen machen, sonst habt ihr keine Überlappung.

Hier gibt es an dem Mini Rotor eine praktische Schraube am Rotor, die euch die Kamera für das Foto arretiert. Das ist sehr praktisch, denn es kann natürlich passieren, dass euch der Rotor womöglich auf die nächste gerastete Stelle springt.

Bei manchen Rotor-Systemen lässt sich die Anzahl der Stopps anpassen und ideal an die Aufnahmesituation anpassen. Ebenso gibt es Systeme, bei denen man zwischen Rastung oder frei drehbarer Panoramaplatte umschalten kann.

Die Bedienung des Nodalpunktadapters werde euch später noch im Detail zeigen und das Ergebnis mit einem aus der Hand geschossenen Panorama vergleichen.

Für wirklich professionelle und spektakuläre Bergpanoramen führt am Nodalpunktadapter kein Weg vorbei.

Sonstiges Zubehör

Der Nodalpunkdadpter muss für ein Bergpanorama natürlich auf einem Stativ befestigt werden. Dazu verwende ich ein leichtes Outdoor-Stativ aus Alu oder Carbon mit einem Kugelkopf.

Ganz toll finde ich das Rollei Compact Traveler *, das bei mir in der Outdoor-Fotografie immer in meinem Fotorucksack dabei ist und ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

Den Nodalpunkadapter wird mittels einer Schnellwechselplatte * auf dem Kugelkopf des Stativs montiert.

Ebenso habe ich für eine perfekte Ausrichtung der Kamera eine kleine Wasserwaage * mit dabei, die auf dem Blitzschuh befestigt wird.

Kameraeinstellungen für ein perfektes Bergpanormama

Nachdem wir uns nun mit dem Equipment beschäftigt haben, sehen wir uns die Einstellungen an der Kamera an, die für ein technisch perfektes Panorama besonders wichtig sind.

Basiseinstellungen an der Kamera

Beim Bergpanorama Erstellen:

  • …fotografieren wir immer im manuellen Modus (M)
  • fokussieren wir immer manuell
  • …verwenden wir ein mittelgroßes Fokusfeld, das sich bewegen lässt
  • …legen wir uns die Fokuslupen-Funktion auf eine Schnellwahl-Taste

Hochformat bei Panoramabilder

Da die Einzelbilder später horizontal zusammengefügt werden, schießt ihr euer Panorama immer im Hochformat. So bekommt ihr klarerweise mehr Landschaft auf euer Bild.

Immer RAW

Bitte schießt immer im RAW-Format eurer Kamera, damit ihr die beste Bildqualität und einen optimalen Spielraum in der Nachbearbeitung habt. Ambitionierte Fotografen kennen kein JEPG. Liest euch einfach diesen umfangreichen Beitrag zum RAW-Format durch.

Weißabgleich

Bitte verwendet keinen automatischen Weißabgleich während einer Panorama-Aufnahme im Outdoor-Bereich, sondern wählt entweder eine voreingestellte Kelvin-Zahl oder einfach Tageslicht.

Sollten sich die Lichtverhältnisse während der Aufnahme ändern, was in den Bergen durchaus vorkommen kann, dann bekommt ihr Einzelfotos mit einer unterschiedlichen Farbtemperatur.

Das sieht auf dem zusammengesetzten Bild nicht so soll aus.

Die Feinabstimmung des Weißabgleiches könnt ihr dann später in Lightroom an euren RAWs vornehmen.

Blende, Belichtungszeit, ISO

Alle Einzelfotos sollten die gleiche Blende, den gleichen ISO-Wert und die gleiche Belichtungszeit haben.

Wird die Belichtungszeit zu lange, dann sieht man womöglich eine Wolkenbewegung auf den Fotos. Ebenso solltet ihr auf jeden Fall den Bildstabilisator ausschalten, wenn ihr die Kamera auf dem Stativ montiert.

Sollten sich die Lichtbedingungen ändern (zB. Wolke vor der Sonne), dann wartet einfach ab, bis das Licht wieder konstant ist.

So verhindert ihr anhand der Kameraeinstellungen zu starke Helligkeitsunterschiede eurer Einzelbilder.

Mehrfeldmessung für Panoramaaufnahmen

Als ich meine ersten Bergpanoramen geschossen habe, hatte ich immer hässliche dunkle Flecken auf meinen Fotos. Grund dafür sind Helligkeitsunterschiede aufgrund von unterschiedlich belichteten Einzelfotos, die im zusammengesetzten Panorama dann nicht zusammenpassten.

Das sieht dann auch nicht so toll aus, oder?

Falsch belichtetes Panorama

Helligkeitsunterschiede durch falsche Belichtungsmessung

Um Glück lässt sich dieses Problem einfach lösen!

Bitte verwendet bei euren Einzelfotos immer die Mehrfeldmessung (auch Matrixmessung genannt), wenn ihr Panoramafotos schießt.

Die Kamera ermittelt so über mehrere Messfelder die Belichtung. Diese Messmethode eignet sich hervorragend für eine ausgewogene Belichtung der Einzelbilder und ist am besten für die Landschaftsfotografie geeignet, wenn ihr auf euren Bildern einen größeren Dynamikumfang habt.

Mit der Mehrfeldmessung haben eure Einzelbilder im Bereich der Überlappung keine zu großen Helligkeitsunterschiede, sofern sich die Lichtverhältnisse während eurer Aufnahme nicht drastisch ändern.

Dunkleren Farbflecken wie auf dem Foto werden so nicht entstehen.

Richtig belichten, um die Lichter zu schützen

Wenn ihr größere Blickwinkel auf eurem Panorama fotografieren wollt, dann habt ihr mit Sicherheit Helligkeitsunterschiede auf euren Einzelfotos. Ihr seid dann womöglich mit Gegenlicht-Situationen konfrontiert, außer es ist ein düsterer Tag, an dem sich die Sonne hinter den Wolken versteckt.

Die verschiedenen Lichtsituationen müsst ihr auf eure Belichtungsmessung einfließen zu lassen. Die Blende sollte bei jedem Foto gleich sein und die Belichtungszeit möglichst ähnlich.

Damit euch die Lichter nicht ausreißen und nicht einzelne Bilder überbelichtet werden, solltet ihr speziell auf die hellen Bereiche achtgeben.

Hier seht ihr ein Panorama, das ich einfach falsch belichtet habe. Die hellen Bereiche (links im Bild) sind komplett ausgebrannt. Schade um dieses interessante Bild.

überbelichtetes Panoramafoto

 Panorama mit ausgebrannten Lichtern 

Damit euch dies nicht passiert, belichtet bitte die hellen Bereiche richtig. Das bedeutet dann natürlich, dass die dünkleren Bereiche etwas unterbelichtet werden können. Das macht aber nichts und wird in der Fotografie oft bei Mischlicht-Situationen gemacht, um die Lichter zu schützen.

Eine Alternative wäre ein HDR-Foto, was ich aber persönlich bei Panoramen eigentlich nie mache.

Wie ihr sicher wisst, kann man in der RAW-Entwicklung die dunklen Bereiche problemlos aufhellen (dazu später ein konkretes Beispiel), denn moderne Kameras haben einen sehr guten Dynamikumfang.

Sind die hellen Bereiche jedoch stark überbelichtet, also komplett weiß, dann verliert ihr deren Zeichnung. Das ist in der Bildbearbeitung nicht mehr korrigierbar und schaut nicht besonders schön auf eurem Bergpanorama aus.

Ist die Sonne auf eurem Panorama abgebildet, dann wird sie natürlich ausbrennen, denn die Bereiche um die Sonne sind einfach zu hell. Das macht allerdings nichts und sieht auch ganz natürlich aus.

Die optimale Schärfentiefe bei Panoramen

Typisch für die Landschaftsfotografie wollt ihr auf den Einzelfotos im Hochformat die beste Schärfe erzielen, damit eure Berglandschaft so detailreich wie möglich abgebildet wird.

Schärfe und Detailreichtum lassen sich in der Landschaftsfotografie durch zwei fotografische Komponenten beeinflussen. Einerseits durch die Blende und damit verbunden natürlich die Schärfentiefe, andererseits mit dem Fokuspunkt, also wo ihr im Bild eure Schärfentiefe wirken lässt.

Die optimale Schärfentiefe eures Objektives ist begrenzt. Mann kann nicht einfach für mehr Schärfe auf f/22 abblenden, denn dann werden eure Fotos einfach schlechter und unschärfer, weil Beugungseffekte ins Spiel kommen.

Das könnt ihr einfach feststellen, wenn ihr mit einem Objektiv eine Blendenreihe von der größten bis zur kleinsten Blende macht. Ganze Blendenstufen reichen dazu allemal.

Bei f/11 ist beispielsweise meist Schluss am Vollformat mit der optimalen Schärfe, denn ab hier nimmt die Schärfe aufgrund der Beugungseffekte deutlich ab. Verwendet ihr Crop-Kameras, dann lässt sich der Effekt schon früher beobachten.

Dafür besitzen Kameras mit kleinerem Sensor (wie APS-C, Micro Four Thirds) aufgrund des kleinere Bildausschnittes generell mehr Schärfentiefe und ihr solltet bei der Verwendung einer solchen Kamera erst gar nicht so weit abblenden.

Aber welche Blende verwende ich für eine optimale Schärfe?

Ganz einfach, ihr testet es einfach aus oder sucht euch im Netz einen entsprechenden Testartikel von eurem Objektiv.

Dann wählt ihr die kleinste Blende, die euch noch perfekt scharfe Fotos liefert, ohne das die Beugungsunschärfe schon zu wirken beginnt.

Meine Empfehlungen:

  • Am Vollformat würde ich Blenden von f/8-f/11 empfehlen.
  • Bei kleineren Sensoren (APS-C, Micro Four Thirds) eher Blenden von f/5.6-f/8

Den optimalen Fokuspunkt setzten

Mit der kleinsten Blende, die euch noch scharfe Fotos liefert, werdet ihr trotzdem nicht von vorne bis hinten alles scharf bekommen.

Natürlich könnt ihr Fokus-Stacking machen, also mehrere Bilder mit dem gleichen Bildausschnitt, aber unterschiedlichem Fokuspunkt anfertigen und diese dann in Photoshop zusammenfügen. So bekommt ihr ein Foto mit kompletter Schärfe.

Diese Fotos wirken aber irgendwie unnatürlich und verwende diese Technik in der Regel eher nicht.

Mit dem Setzten eures Fokuspunktes in eurem Bild entscheidet ihr, welcher Bereich im Bild scharf abgebildet wird und wo ihr eure Schärfentiefe wirken lässt.

Habt ihr nichts im Vordergrund, was scharf dargestellt werden soll, dann fokussiert ihr einfach auf die Berge im Hintergrund, so wie in diesem Panorama hier.

Panorama ohne Vordergrund

Bergpanorama ohne Vordergrund – Einfach hinten auf die Bergkette fokussieren 

Wenn im Vordergrund allerdings ein spannendes Objekt auf das Bild soll, dann fokussiert ihr mit einer Methode, die ich Fokussieren auf die minimale Distanz nenne und sozusagen die moderne Hyperfokaldistanz-Methode darstellt:

  • Ihr stellt zunächst auf den manuellen Autofokus.
  • Ihr sucht auch ca. bei 2/3 des Bildes ein markantes Objekt, beispielsweise den Bergkamm rechts im unteren Bild, der den höchsten Bergen im Foto vorgelagert ist.
  • Auf einen der Gipfel in diesem Kamm wir nun das Fokusfeld eurer Kamera gerichtet (rotes X). Am einfachsten geht das mit einem flexiblen Autofokus-Feld (in der Kamera einstellen), das sich mit dem Joystick oder einem Funktionsrad genau auf einen Gipfel bewegen lässt.
  • Ihr aktiviert nun die Fokuslupen-Funktion eurer Systemkamera (bei manche Kameras aktiviert diese sich automatisch beim Umschalten auf den manuellen Fokus) und fokussiert manuell genau so weit, bis der Gipfel gerade scharf abgebildet wird, also auf die minimale Distanz, die möglich ist.
  • Nun macht ihr ein Foto und vergrößert es in der Kamera und kontrolliert so, ob euer Vordergrund genügend Schärfe abbekommen hat, also ob die Stange im Vordergrund scharf abgebildet wurde.
  • Passt die Schärfe, macht ihr alle Einzelfotos mit diesen Fokus-Einstellungen.
  • Passt die Schärfe nicht, müsst ihr weiter abblenden, aber am besten nicht in einen Bereich, in dem Beugungsunschärfe schon eintritt

Panorama mit Vordergrund

Bergpanorama mit Vordergrund – Die Stange am Gipfel soll scharf sein 

So bekommt ihr die optimale Schärfe auch bei Vordergrundobjekten auf euer Einzelbild und erspart euch das mühsame Arbeiten mit Tabellen für die hyperfokale Distanz. Die hyperfokale Distanz ist für mich im Zeitalter hochauflösender Sensoren sowieso überholt.

Warum ich kein Fan der hyperfokalen Distanz bin und diese Technik zum Fokussieren veraltet finde bzw. alle Details zum Fokussieren mit der minimalen Distanz inklusive zahlreicher Fokustests erfährt in meinem Beitrag Fokussieren in der Landschaftsfotografie – Ein Guide.

Überlappung der Einzelfotos bei Panoramen

Es ist vollkommen ausreichend, wenn eure Einzelfotos während eurer Panorama-Aufnahme in einem Drittel überlappen.

Zeitversetzte Auslösung gegen Verwacklung

Wenn ihr keinen Fernauslöser, so wie ich, verwenden möchtet, dann würde ich auf jeden Fall den Selbstauslöser eurer Kamera auf zwei Sekunden stellen, um Verwacklungen während der Aufnahme zu verhindern.

Zusammenfassung der Kamera-Einstellungen für ein Bergpanorama

Nochmal kurz zusammengefasst die wichtigsten Einstellungen an euer Kamera zum Bergpanorama erstellen:

  • Manueller Modus
  • Fokuslupe auf eine Schnelltaste
  • RAW-Format
  • Hochformat
  • Gleiche Blende, ISO und Belichtungszeit
  • Bildstabilisator aus
  • Weißabgleich auf Tag, oder auf einen fix einstellten Kelvin-Wert
  • Mehrfeld-Messung und Lichter schützen
  • Abblenden in den idealen Schärfebereich, aber nicht zu stark, sonst kommen Beugungseffekte ins Spiel
  • 2-Sekunden-Timer gegen Verwackelungen

Panorama aus der Hand vs. Nodalpunktadapter

Panorama aus der Hand schießen

Wir haben sicher nicht jedes Mal, wenn wir in den Bergen unterwegs sind, einen Nodalpunktadapter dabei. Vielleicht will sich ja auch nicht jeder dieses Zubehör kaufen, wenn er ab und zu ein Panorama in den Bergen schießt.

Natürlich kann man auch aus der Hand Panoramas schießen, ist aber etwas limitiert.

Hier ein paar Tipps, die ihr beachten solltet, wenn ihr ein Bergpanorama ohne Nodalpunktadaper schießt:

  • Nehmt nicht zu große Blickwinkel auf, denn sonst kommt es zur Verzerrung der Landschaft (dazu mehr im nächsten Kapitel). Ich würde aus der Hand keine Aufnahmen von mehr als 120 Grad schießen.
  • Im Vordergrund sollte kein zu nahes Objekt platziert sein, sonst bekommt ihr den Parallaxenfehler auf euer Foto und habt dann Probleme beim Zusammensetzen der Einzelfotos.
  • Dreht euch beim Erstellen der Einzelfotos nicht um eure eigene Achse, sondern probiert die Fotos anhand des Mittelpunktes eures Objektives aufzunehmen. Wie am Anfang des Beitrags im Detail beschrieben, liegt der optimale Drehpunkt in der Eintrittspupille des Objektives. Dazu kann es sehr helfen, wenn ihr eurer Objektiv auf dem Daumen aufstützt und dann die Kamera auf dem Finger dreht.

Banorama aus der Hand schießen

„Däumchen drehen“ statt um die eigene Achse

So kann man auch aus der Hand tolle Bergpanoramen schießen. Hier ein paar Beispielbilder aus den Bergen, die so entstanden sind.

Panorama Faulhorn

Berner Oberland am Morgen (Schweiz)

Ortler am Morgen

Königsspitze und Ortler am Morgen (Südtirol, Italien)

Panoramafotos mit Nodalpunkadapter erstellen

Nodalpunkadapter mit Rotor und Schnellwechselplatte

Hier seht ihr nochmals den KISS-Nodalpunktadapter an dem Roter, den ich schon vorher im Datei vorgestellt habe.

Die Wasserwaage benötigt ihr für den Blitzschuh eurer Kamera und mit dem Sechskant-Schlüssel lässt sich eine Schnellwechselplatte stabil am Rotor montieren.

Natürlich braucht ihr noch ein Outdoor-Stativ mit einem Kugelkopf.

Schritt 1: Zunächst schraubt ihr den Adapter samt Rotor auf euer Stativ. Dazu wird vorher am Rotor eine Schnellwechselplatte angebracht, die sich dann einfach auf dem Kugelkopf eures Stativs montieren lässt.

Nodalpunktadapter am Stativ

Schritt 2: Bevor ihr die Kamera am Adapter montiert (Schraube rechts oben), wird der Nodalpuktadapter mit dem Kugelkopf ins Lot gebracht. Dazu besitzt der KISS-Adapter praktischerweise eine eingebaute Wasserwaage.

So könnt ihr den Adapter richtig ausrichten. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass auch die Kamera gut ausgerichtet ist, das erfolgt im nächsten Schritt.

Wasserwaage am Nodalpunktadapter

Schritt 3: Nun schraubt ihr die Kamera im Hochformat auf den Adapter und montiert die Wasserwaage auf dem Blitzschuh. Mit der Schraube am Adapter und einer Feinadjustierung der Kamera sorgt ihr nun für eine perfekte Ausrichtung.

Die Kamera soll im perfekten 90 Grad Winkel zur waagrechten Ebene stehen. Anhand der Wasserwaage lässt sich die Position ablesen.

Kamera am Nodalpunktadapter ausrichten

Schritt 4: Die Kamera ist nun perfekt eingestellt für die Aufnahme eurer Einzelfotos. Ihr nehmt nun eure Kamera-Einstellungen vor und kontrolliert am besten die Ausrichtungen der Kamera nochmals mit der Wasserwaage vor der Aufnahme.

  • Nun macht ihr die Einzelfotos an den gerasteten Punkten und dreht die Kamera immer einen Stopp weiter, bis euer gewünschter Ausschnitt abgedeckt ist.
  • Bei 360-Grad-Aufnahmen nehmt ihr nach einer kompletten Drehung das Ausgangsbild nochmals auf. So könnt ihr euch später beim Zuschnitt sicher sein, dass ihr 360 Grad komplett aufgenommen habt.
  • Bei Teleaufnahmen musst ihr Zwischenstopps an ungerasteten Stellen einlegen und an diesen die Kamera vor der Aufnahme einfach mit der Schraube fixieren.

Fertig für das Bergpanorama

Vergleich „aus der Hand“ gegen Nodalpunkadapter

Nun möchte ich euch konkret ein Beispiel von einem Panoramafoto zeigen, das ich aus der Hand bzw. mit einem Nodalpunktadapter geschossen habe und die Ergebnisse analysieren.

Es handelt sich um einen 180-Grad Ausschnitt einer Berglandschaft in den Niederen Tauern in Österreich und wurde mit meiner Sony Alpha 6000, also einer Crop-Kamera, bei 15 mm Kleinbild-Äquivalent mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen.

Das erste Bild wurde aus der Hand geschossen, während das zweite mit dem Nodalpunktadpter angefertigt wurde.

Panorama ohne Nodalpunktadapter

Panorama aus der Hand

Panorama mit Nodalpunktadapter

Panorama mit Nodalpunktadapter

Die Fotos kommen unbearbeitet direkt aus der Kamera und wurden in Lightroom zusammengesetzt. Korrigiert habe ich nichts, damit man die Unterschiede sieht.

Beim genauen Hinsehen gibt es doch einige:

  • Das erste was auffällt ist, dass die Bildränder anders sind. Beim ersten Bild sieht man, dass sich die Bilder in ihrer vertikalen Ausrichtung nicht in einer Ebene aneinander reihen und dadurch oben und unten der Bildabschluss nicht perfekt ist. Im zweiten Bild haben wir einen perfekten Abschluss und dadurch gehen uns kaum Bildelemente beim Zuschnitt verloren.
  • Der weitaus größere Unterschied ist, dass die perspektivische Darstellung im ersten Bild aus der Hand nicht korrekt ist. Die Bergkette wurde flachgedrückt und das ganze Bild wird schlichtweg einfach stark verzerrt dargestellt. Hier würde es einige Korrekturen in der Nachbearbeitung benötigen. Panoramafotos aus der Hand zu schießen funktioniert einfach nicht gut bei größeren Ausschnitten. Daher sind Panoramabilder aus der Hand bei Winkel über 120 Grad nicht zu empfehlen.

Und damit ihr mir das auch glaubt, zeige ich euch nun noch einen weitaus größeren Bildausschnitt, nämlich ein 360-Grad Foto, das ich mal vor längere Zeit der aus der Hand geschossen haben.

Das Bild stammt von der Gemeindealpe in den Ybbstaler Alpen in Osten Österreichs und zeigt eine komplette Rundumsicht vom Gipfel mit Blick aus den Ötscher.

360 Grad Panorama aus der Hand

360-Grad Panorama aus der Hand

Schaut euch mal diesen hässlichen S-förmigen Horizont an. Das Bild ist total verzerrt und muss in Photoshop mühsam korrigiert werden. Leider habe ich damals noch keinen Nodalpunktadapter besessen, sonst könnten wir uns einen direkten Vergleich ansehen.

Hier aber im Vergleich ein 360-Grad Panorama, das ich am Fuße des Dachstein in der österreichischen Steiermark mit einem Nodalpunktadapter aufgenommen wurde.

360 Grad Panorama mit Nodalpunktadapter

360-Grad Panorama mit Nodalpunktadapter

Hier ist nichts verzerrt und perspektivisch alles korrekt dargestellt und auch Objekte im Vordergrund können bedenkenlos aufgenommen werden.

Es macht einfach unglaublich Spaß, mit dem Nodalpunktadapter zu arbeiten. Probiert es aus und ihr werdet einen großen Unterschied sehen. So teuer ist dieses Zubehör jetzt auch wieder nicht.

Hier noch ein interessantes 360-Grad Panorama mit einem extremen Weitwinkel-Look vom Zittelhaus und der bekannten Wetterstation am Hohen Sonnblick in Salzburg, das ebenfalls mit dem Nodalpunktadapter aufgenommen wurde.

360 Grad Panorama Zittelhaus

360-Grad Panorama vom Zittelhaus am Hohen Sonnblick

Perspektivisch korrekt ist so ein Panorama aus der Hand einfach nicht hinzubekommen. Der Nodalpunktdapter gibt euch einfach interessante neue Möglichkeiten in der Bergfotografie.

Zusammensetzen der Einzelfotos zu einem Panorama-Bild

Projektionsarten bei Bergpanoramen

Das Zusammensetzen eurer Einzelfotos ist denkbar einfach und übernimmt in der Regel die gängige Software, mit der ihr eure Bilder bearbeitet.

Bevor wir uns aber damit näher beschäftigen, möchte ich euch kurz typische Projektionsarten zeigen, die bei Panoramen in der Bergfotografie zur Anwendung kommen.

Je nachdem, wie viel Blickwinkel ihr auf eurem Panoramabild aufgenommen habt, wird euer Bergpanorama als folgende Projektion darstellt:

  • Flächenprojektion: Eine Flächenprojektion kommt bei Winkeln unter 180 Grad zur Anwendung. Hier werden keine Linien durchbogen und es lässt sich nur das darstellen, was sich auf einer ebenen Fläche, nicht aber daneben oder dahinter, befindet.
  • Zylinderprojektion: Das Panorama wird so dargestellt, als ob man es als Oberfläche von Inneren eines Zylinders betrachtet. Man kann durch diese Projektion sehr große Blickwinkel darstellen. Waagrechte Linien werden gebogen dargestellt, je weiter sie vom Horizont entfernt ist. Der Horizont selbst wird aber gerade dargestellt.

Beiden Projektionsarten werden je nach aufgenommenen Blickwinkel automatisch generiert, wenn ihr in der Software eine zylindrische Projektion beim Zusammensetzen eurer Einzelfoto auswählt (dazu später mehr).

Flächenpanorama

Flächenpanorama – Ein geringer Bildausschnitt wird als ebene Fläche projiziert (Königsspitze, Südtirol)

Zylinderpanorama

Zylinderpanorama – Die gerade Straße wir gebogen dargestellt (Kolm Saigurn, Österreich)

Aber es gibt auch noch andere Projektionsarten für Berglandschaften wie beispielsweise ein Kugelpanorama, das alle Blickwinkel von einem Standpunkt sichtbar macht. Diese können mit Flash- oder HTML5-Playern in die Website eingebunden werden.

Ein sehr faszinierendes Projekt dazu ist die Webseite www.mountainpanoramas.com.

Seht euch mal die Gipfelaussicht von zahlreichen bekannten Gipfel der Alpen an.

Mountain Panoramas

www.mountainpanoramas.com –  Atemberaubenden Kugelpanoramen der Alpen

Sehr praktisch für Gipfel, die man vielleicht dann doch nicht besteigen wird, wie ich beispielsweise das Matterhorn.

Panoramas in Lightroom zusammensetzen und bearbeiten

Nun habt ihr perfekte Einzelfoto geschossen und möchtet nun euer Bergpanorama in der Nachbearbeitung erstellen.

Ich verwende dazu Lightroom, wo dieser Prozess wirklich sehr einfach mit nur ein paar wenigen Klicks umsetzbar ist.

Unfertiges Bild

Ausgangsbild

Das folgende Beispielfoto entspricht nicht ganz einem 180-Grad Blickwinkel. Ich habe es mit der Sony Alpha 6000 in der Abendsonne am Fuße des Dachstein in der österreichischen Steiermark aufgenommen:

  • Natürlich wurde es in RAW und mit einem Nodalpunktadapter aufgenommen.
  • Es wird später aufgrund des kleineren Blickwinkels zu einer Flächenprojektion.
  • Beim Belichten habe ich die Mehrfeldmessung verwendet und die Lichter am Himmel geschützt. Dementsprechend ist der Vordergrund leicht unterbelichtet.

Nun gehen wir in das Entwickeln-Modul in Lightroom und führen folgenden Schritte durch:

Schritt 1:

  • Nachdem ihr die Einzelbilder in Lightroom importiert habt, würde ich auf jeden Fall empfehlen, die Objektiv-Korrekturen im ersten Bild der Serie zu aktivieren und diese auf alle anderen Bilder zu übertragen.
  • Verzeichnungen, Vignettierungen und chromatische Aberrationen werden so schon in den Einzelbildern vor dem Zusammensetzen korrigiert und die Ergebnisse werden besser. Bei manchen Objektiven passiert die Korrektur automatisch, sofern ein integriertes Profil aus der Kamera vom Hersteller mitgeliefert wurde.
  • Ist die Objektiv-Korrekturen im ersten Bild erledigt, dann markiert alle Einzelbilder und synchronisiert die Einstellungen auf alle Einzelbilder des zukünftigen Panoramas.
  • Nun habt ihr schon mal gutes Ausgangsmaterial.

Einzelbilder in Lightroom

Einzelfotos in Lightroom

Objetivkorrektur übertragen

Objektivkorrektur aktivieren

Korrektur auf andere Fotos übertrage

Objektivkorrektur auf alle Fotos übertragen

Schritt 2:

  • Markiert nun alle Einzelbilder und wählt nach einem Rechtsklick Zusammenfügen von Fotos und Panorama aus. Danach öffnet sich das Vorschaufenster und eine Vorschau eures Panoramas wird angezeigt.
  • Wir wählen hier die zylindrische Projektion aus, um ein Flächen- oder ein Zylinder-Panorama je nach Blickwinkel zu bekommen.
  • Sonst wählen wir hier nichts aus, denn alle Einstellungen wie den Zuschnitt und die Bearbeitung des fertigen Panoramas machen wir später im zusammengesetzten Bild.
  • Wir klicken nun auf „Zusammenfügen“ und das Panorama wird erstellt. Das dauert je nach Rechnerleistung eine Weile.

Einzelfotos zu einem Panorama zusammenfügen

Einzelfotos zu einem Panorama zusammenfügen

Panoramavorschau in Lightroom

Panoramavorschau in Lightroom

Schritt 3

  • Das Panorama ist nun zusammengesetzt. Ihr könnt vor dem Zuschnitt genau sehen, wie toll die Einzelfotos zusammenpassen. Es gibt kaum Abweichungen in der Höhe. Das ist der Vorteil, wenn man mit einem Nodalpunktapater schießt und ihn richtig einstellt.
  • Nun schneide ich das Bild zu. Hier könnt ihr für einen harmonischen Ausschnitt auch noch nach der Aufnahme die Drittelregel beachten.
  • Da ich auf meine Lichter achtgegeben haben, kann ich mir die Zeichnung im Himmel zurückholen und den Vordergrund aufhellen, ohne das Rauschen entsteht. Die Magie der Nachbearbeitung wird nun sichtbar. Das zusammengesetzte Panorama ist nämlich eine RAW-Datei, die ich optimal bearbeiten kann. Deshalb immer RAW!!!
  • In Kombination mit dem tollen Dynamikumfang der Sony Alpha 6000-Serie kann ich ein stimmungsvolles Abendpanorama vom Dachstein zaubern.

Bergpanorama zusammengefügt

Fertig zusammengefügtes Bergpanorama

Dachstein Panorama

Fertiges Bergpanorama – Zugeschnitten und bearbeitet in Lightroom (Ramsau, Dachstein)

Fazit – Bergpanorama erstellen

Da das Thema Panorama-Fotografie in den Bergen doch sehr spannend ist, ist dieser Beitrag sehr umfangreich geworden. Tatsächlich bis jetzt der längste Beitrag auf meiner Seite.

Viel Hintergrundwissen zum Thema Panorama-Fotografie findet ihr übrigens auf der Webseite von Jan Röpenack.

Bei so viel Geschriebenen möchte ich abschließend nochmals die wichtigsten Punkte für ein perfektes Bergpanorama zusammenfassen:

  • Automatische Panorama-Modi von Handys und Kompaktkameras sind nett für das schnelle Panorama, aber als kreative und ambitionierte Fotografen können wir das mit manuellen Einstellungen weitaus besser.
  • Schießt immer in RAW.
  • Systemkameras sind aufgrund ihrer Kompaktheit und tollen Einstellungsmöglichkeiten die erste Wahl für Panoramafotos in den Bergen.
  • Achtet beim manuellen Einstellen vor allem auf die Mehrfeldmessung und eine ausreichend große Schärfentiefe durch das korrekte Setzen eures Fokusbereiches.
  • Schießt immer im Hochformat und achtet auf die 1/3Überlappung der Einzelbilder.
  • Ein kompakter Nodalpunktadapter erleichtert euch das Erstellen von Bergpanoramen und ermöglicht euch, professionelle Bilder mit riesigen Blickwickeln zu erstellen, die perspektivisch korrekt dargestellt werden.
  • Vor dem Zusammenfügen der Einzelfotos solltet ihr die Objektiv-Korrektur anwenden.

Ich hoffe, dass diese Tipps euch beim nächsten Bergpanorama helfen. Vielleicht lässt ihr ja den einen oder anderen Link von eurem Bergpanorama in den Kommentaren da. Würde mich sehr freuen.

Verabschieden möchte ich mich mit einem für mich ganz besonderem Panorama, das ich wohl nur einmal im Leben schießen werden. Wurde übrigens aus der Hand geschossen.

Das Bild wurde in Tibet am Pang La Pass aufgenommen und zeigt den Ausblick auf vier 8000er:

  • Makalu (8485 m) – ganz links der erste Berg, etwas nach hinten versetzt
  • Mount Everest (8848 m) – links zentral, als höchster Berg nicht zu übersehen
  • Lhotse (8513) – gleich links neben dem Everest, etwas nach hinten versetzt
  • Cho-Oyu (8201 m) – rechts im Bild, der rechte Berg von den zwei hohen Bergen

Bergpanorama Mount Everest

Blick auf vier 8000er vom Pang La Pass in Tibet

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Stefan Blog

Über den Author
Der Wiener Fotograf und Autor Stefan Czurda ist Outdoor-Liebhaber, sportbegeistert und bereist exotische Bergwelten rund um den Globus. Wollt ihr mehr über mich erfahren oder mit mir zusammenarbeiten, dann freue ich mich, wenn ihr hier vorbeischaut!

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