Weißen Hintergrund für Portraitfotos blitzen

Weißer Hintergrund

Komplett weißen Hintergrund für Portraitfotos blitzen

Portraitfotos sehen mit einem rein weißen Hintergrund sehr professionell aus. Ich verwende einen weißen Hintergrund für meine Bewerbungs- und Business-Portraits und gelegentlich auch für stimmige Charakterportraits.

Im Studio sollte man als Fotograf wissen, wie man einen komplett weißen Hintergrund bekommt.

Was sich eigentlich ganz einfach anhört, ist es dann aber doch nicht so ganz. In diesem Artikel möchte ich Euch zeigen, wie ich einen weißen Hintergrund für meine Portraitfotos blitze.

Welches Equipment brauche ich für einen weißen Hintergrund

Folgende Utensilien benötigt Ihr, um einen rein weißen Hintergrund zu blitzen:

Meinen kompletten Ausrüstungsguide für das Arbeiten mit Aufsteckblitzen im Heimstudio findet Ihr übrigens in diesem Beitrag.

Leichter tut Ihr Euch in einem Raum, in dem Ihr etwas mehr Platz habt! Beachtet bitte, dass die zwei Blitze nur für den Hintergrund benötigt werden.

Das Hauptlicht, das Euer Model ausleuchtet, kommt natürlich noch dazu. In meinem Fall ist das die zehneckige SMDV 70 cm Softboxir?t=a0a2c8 21&l=am2&o=3&a=B00EHFXIZS, die ein sehr schönes und weiches Licht erzeugt.

Mein Setup zum Blitzen eines weißen Hintergrunds erfordert daher mindestens drei Blitze.

Weißen Hintergrund blitzen, so wird’s gemacht

Ich selbst verwende in meinem Studio Speedlights, da sie klein sind und keine externe Stromquelle benötigen. Ebenso sind sie unterwegs einsetzbar, was mich flexibler macht.

Die Blitze werden ohne Lichtformer ca. in Schulterhöhe links und rechts vom Hintergrund positioniert.

Der Abstand vom Blitz zum Hintergrund beträgt ungefähr ein Meter. Die Blitze sollten so angebracht werden, dass sie nicht auf dem Foto erscheinen.

Das ganze Lichtsetting sieht dann folgendermaßen aus.

Hintergrund Weiß Blitzen

Lichtsetting für einen weißen Hintergrund im Studio

Nun möchte ich euch noch kurz erklären, welche Einstellungen ich am Blitz vornehme, um ein optimales Ergebnis zu bekommen.

Damit der Hintergrund rein weiß dargestellt wird, muss der Blitz auf eine relativ hohe Leistung eingestellt werden. Die beiden Yongno Blitzen habe ich auf eine 1/2 Blitzleistung gestellt. Für eine optimale Streuung des Lichts steht der Zoomregler auf 24 mm und die Weitwinkelstreuscheibe ist ausgeklappt.

Welche Blitzleistung Ihr verwenden müsst, hängt von Eurem Blitzmodel ab. Zur Überprüfung macht Ihr dann am besten ein Testfoto und kontrolliert, ob der Hintergrund wirklich komplett weiß abgebildet ist.

Das sollte dann so aussehen.

Weißer Hintergrung mit zwei Blitzen-1

Weißen Hintergrund für Portraitfotos

Probefoto mit Eurem Model

Ich habe vorhin kurz erwähnt, dass es gut ist, wenn Ihr in Eurem Studio ausreichend Platz habt.

Positioniert Euer Model nun weit genug entfernt von den beiden Blitzen und macht ein Probefoto.

Die Blitze sollten nicht extrem auf die Person abstrahlen. Natürlich reflektiert ein wenig Licht vom Hintergrund, aber es soll keine helle Lichtkante an den Schläfen, Ohren, Wangen und Schulter vorhanden sein.

Also keine glühende Ohren wie auf diesem Foto. Hier muss das Model weg von den Blitzen!

Model zu nahe an den Blitzen

Blitze strahlen ab, das soll nicht sein!

So ein kantiger Look ist zwar manchmal durchaus gewollt, aber der soll dann doch mit einem separaten Blitz erzeugt werden und so besser regelbar sein.

 

Weißer Hintergrund im Studio

Hier ist das Model genügend weit weg von den Blitzen positioniert

So wie auf dem zweiten Foto ist das gut! Das Model wurde (1 – 1.5 m) weg von den Blitzen Richtung Hauptlicht positioniert und die Blitzen strahlen nicht mehr ab.

Ergebnisse mit unterschiedlichen Hauptlichtern

Ganz egal was ihr als Hauptlicht verwendet, ist es möglich, dass die Blitze von hinten kein störendes Licht abgeben.

Zuletzt noch ein paar Beispielbilder mit einem komplett weißen Hintergrund.

Hier habe ich zwei seitliches Hauptlichter bei den Damen und ein Hauptlicht und ein Seitlicht bei dem männlichen Portrait eingesetzt.

Der komplett weiße Hintergrund sieht sehr professionell und klar aus! Was meint ihr?

Weißen Hintergrund für Portraitfotos blitzen

Hat euch das Portrait-Tutorial gefallen, dann freue ich mich sehr, wenn ihr mir auf Facebook folgt.

Ein ausführliches Tutorial für einen schwarzen Hintergrund findet ihr in meinem Beitrag Schwarzer Hintergrund für Porträts – Ein einfacher Guide.

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4 Gedanken zu „Weißen Hintergrund für Portraitfotos blitzen“

  1. Hallo,
    ich habe an anderer Stelle gelesen, dass man für Offenblende einen HSS Blitz einsetzen muss. Warum wurde leider nicht erklärt. Nur soviel, dass ein Blitz ohne HSS keine Verschlusszeiten kleiner 1/160 Sekunde unterstützt.

    Mein Blitz (Sony HVL-F43M) hat HSS. Jedoch kann ich trotzdem keinen Verschlusszeit kleiner 1/160 s einstellen – warum? Ist es vielleicht gar nicht notwendig?

    Wie dem auch sei, ich bin Webentwickler und erstelle aktuell für eine Schule kostenfrei eine neue Internetseite. Dazu benötige von allen Mitarbeitern Portraits.

    Das hier vorgestellte Equipment ist top. Mir ist nur nicht klar, ob ich den hier vorgestellten Blitz Yongnuo YN560-III (kein HSS) oder besser den Yongnuo YN 568-II (mit HSS) bestellen soll.

    Mein Objektiv ist ein Sony SAL1650.

    Vielleicht kann mich ja jemand aufklären 🙂

    Danke & Grüße, Detlef

    1. Hallo Detlef,

      Also ich denke bei den Fragen gibt es ein paar Sachen zu klären.

      Warum müssen Sie die Mitarbeiter-Portraits unbedingt bei Offenblende schießen. Gerade im „Business“-Bereich, also bei er Erstellung von Internetseiten macht es Sinn, bei den Portraits genügend Schärfentiefe zu haben. Da müssten Sie ja nicht mit Blende 2.8 oder weniger schießen. Man kann ruhig mit Blende 8 schießen. Portraits mit Offenblende sind eher etwas Kreatives und ich persönlich würde bei solchen Portraits keine zu großen Blenden verwenden.

      Dennoch ist es möglich mit den YN560-III auch bei Offenblende zu schießen. Sie müssten nur die Blitze so weit runterregeln, dass die Blitzleistung zu der entsprechenden Blende passt! Große Blenden brauchen weniger Licht als kleine Blenden. Habe ich schon gemacht und ist problemlos auch bei f1.8 möglich.

      In welches Modus blitzen sie? Ich verwende den Sony Blitz nicht!

      Ob sie HSS brauchen oder nicht, kann ich nicht sagen…ich komme mit den Yongnuo YN560-III ohne HSS gut zurecht! Gerade für einfache Portraits im Studio braucht man nicht zwingend HSS.

      Hoffe ich konnte Ihnen helfen! Wenn nicht, dann schildern Sie mir einfach, wie Sie beim Blitzen genau vorgehen. Welcher Modus, welcher Einstellungen am Blitze, welche Blende, welcher Verschlusszeit, welche ISO!

      Liebe Grüße,

      Stefan

  2. Hallo Stefan,

    mit Interesse lese ich deine Blogs über das Blitzen. Ich habe mir auch ein Homestudio mit Speedlights aufgebaut.
    Ich besitze zwei Canon 440 ex ii und einen Canon 580 ex ii.
    Ich möchte jetzt mal etwas in Ganzkörper machen, das Studio ist groß genug und möchte da jetzt Striplights mit Wabe verwenden.
    Man liest so viel darüber das Striplights nicht richtig ausgeleuchtet werden mit Speedlights.
    Im Allgemeinen ist da immer zu lesen Studioblitze, Studioblitze und nochmal Studioblitze, Speedlights sind zu schwach.
    Was ist Deine Erfahrung?Würde mich sehr interessieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas

    1. Hallo Thomas,

      Ich würde nicht sagen, dass sie zu schwach sind, ich verwende selbst Striplights mit Wabe in einer Größe von 22×90 cm mit einem Yongnuo YN560-III. Sie stehen in 1 m Abstand zum Model, auf 1/2 Power bei f/8 und 1/160s. Licht ist selbst bei f/8 genügend da. Kein Mensch braucht einen 400 W Blitz in einem kleinen Heimstudio. Viel zu viel Power! Eine 70 cm Softbox geht auch sehr gut mit einem Speedlight, vl. sogar noch mit einem größeren Durchmesser. Hängt natürlich davon ab, wie groß deine Striplights sind. Sind sie zu lang, dann reicht ein Speedlight nicht mehr, aber da gibt es auch einen Adapter für zwei Speedlights. Bei Ganzkörperfotos macht es aber nichts, wenn Du nach unten hin ein wenig Lichtabfall hast. Das stört gar nicht. Muss also nicht das längste Striplight sein!

      Hoffe es hilft ein wenig.

      LG, Stefan

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