10 Tipps zum Video Drehen für Urlaub und Reise

Urlaubs Video drehen

Video drehen mit professionellem Touch

Ich habe vor einem Jahr begonnen, mich mehr und mehr dem Filmen zu widmen. Ich wollte während meiner Reise- und Bergabenteuer neben dem Fotografieren auch kurze Teaser-Videos drehen.

 

Also habe ich angefangen, mich fürs einfache Filmen zu interessieren. Ich wollte herausfinden, wie man beim Video Drehen, einen professionellen Kino-Look bekommt. Dazu wollte ich zunächst meine vorhandene Fotoausrüstung fürs Reisen verwenden und mir nach und nach geeignetes Equipment fürs Filmen zulegen.

 

Ziel war es, meine Beiträge hier auf meinem Blog mit kurzen Videos zu untermalen und die Filme für meine sozialen Medien zu nutzen.

 

Ebenso möchte ich meine Videos auch in meine Reisevorträge einbauen, um ein wenig für Abwechslung von den Fotos und dem Gesprochenen zu sorgen. Als Zwischensequenzen und zu Beginn des Vortrags passen die Filme wirklich gut in die Vorträge.

 

Ich war allerdings ein kompletter Anfänger beim Video Drehen und nicht ansatzweise in der Lage, ein stilvolles Reisevideo zu erstellen. Ich würde mich immer noch als Neuling beim Filmen bezeichnen. Mir fehlte es einfach an Know-How.

 

Deshalb habe ich mich viel mit der Thematik beschäftigt.

 

Jetzt nach einem Jahr traue ich mich endlich, meine ersten Ergebnisse herzuzeigen.

 

Hier mein Teaser von meiner Reise nach Schottland auf den Hebriden Inseln.

 

Wenn ihr ein Video erstellen möchtet und ein wenig Kino-Feeling in euren Filmen erzeugen wollt, dann seid ihr hier richtig. Hier geht es nicht um super-professionelles Filmen, sondern um ein paar einfache Tipps, um schöne Ergebnisse zu erzielen.

 

Ihr braucht dazu weder eine super-teure Kamera noch eine teure Software für die Videobearbeitung. Mit einer soliden Kompaktkamera, eine Action-Cam oder einer Systemkamera lassen sich bereits tolle Ergebnisse erzielen.

 

Mit DaVinci Resolve gibt es eine Profi-Software, die kostenfrei ist und die euch unglaublich beim Video erstellen hilft. Ihr müsst euch nur ein wenig einarbeiten.

 

Mehr braucht ihr nicht!

 

Ich möchte euch ein wenig helfen, wie ihr einfaches Filmen lernen könnt und gleich bei eurem nächsten Abenteuer bessere Ergebnisse erzielt.

 

Hier meine praktischen Tipps zum Video Drehen für ein Kino-Feeling und einen professionellen Touch für eure Reisevideos.

 

Tipp 1 - Was erzeugt Kino-Feeling beim Video Drehen?

Schottland Video

Was erzeugt Kino-Feeling ?

Habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht?

 

Auf dieses Thema möchte ich zunächst einmal eingehen, denn das sind wichtige Aspekte, die ihr beim Video erstellen beachten müsst:

  • Schwarze Balken: Die Letterbox, also die schwarzen Balken, die der Anpassung von Seitenverhältnissen dient, gehört einfach in jedes Video fürs Kinoerlebnis. Diese lassen sich in der Nachbearbeitung einfach hinzufügen.
  • Die richtige Framerate: Videos sind nichts anderes als schnell abgebildete Standbilder wie im Daumenkino. Die Framerate ist die Geschwindigkeit, mit der die Bilder dargestellt werden. Sie wird in Frames per Second angegeben (FPS). Jedes Einzelbild entspricht einem Frame. In einem Kinofilm werden die Bilder standardmäßig in 24 FPS abgespielt. Diese Geschwindigkeit ist unserem normalen Sehvermögen angepasst und Bewegungen bzw. die Bewegungsunschärfe wirken mit 24 FPS sehr harmonisch. Filmen kann man durchaus auch in einer höheren Framerate, um stimmig Slow-Motion Effekte zu erzeugen. Der finale Film sollte allerdings immer in 24 FPS exportiert werden..
  • Farblook: Kinofilme haben oft einen speziellen Farblook, um die visuelle Stimmung zu verstärken. Schaut euch mal den Trailer zum Film "Der Marsianer" an. Die Szenen auf dem Mars haben einen ganz tollen warmen Farbton. Die Stimmung ist gewaltig. Mit ein wenig Einarbeitung könnt ihr solche Farblooks in der Nachbearbeitung eures Videos auch erzeugen. Man nennt den Prozess Color Grading und wir kommen später noch darauf zurück.
  • Angepasste Schärfe: Kinofilme sind nicht maßlos überschärft wie das Filmmaterial aus Handys oder Action-Cams. Die Schärfe muss für ein Kinofeeling natürlich wirken.
  • Bewegung: In die Aufnahmen sollte Kamerabewegungen eingebaut werden, das wirkt sehr professionell und ist ein ganz wichtiger Parameter beim Video erstellen. Statische Videos wirken auf die Dauer langweilig. Wie ihr Bewegung in eure Filme einbaut, werden wir uns noch genau ansehen.
  • Musik: Was wäre ein Film ohne passender Musik. Ein ganz wichtiges Thema. Musik hilft neben dem Farblook, zusätzlich Stimmung aufzubauen. Leider ist es für uns Hobbyfilmer nicht ganz einfach, die passende Musik für Videos zu finden. Ihr müsst auf das Copyright achten und dürft nicht einfach irgendeine Musik verwenden. Wo es im Netz kostenfreie und legale Musik für eure Videos gibt, werde ich euch noch zeigen.
  • Die richtige Schrift: Bestimmte Schriftarten wirken in Videos sehr professionell. Schrifteffekte sollte den Texteffekten in Kinofilmen angelehnt sein.

Was für mich definitiv kein Kino-Feeling erzeugt, ist beim Video drehen jedem Trend auf You Tube zu folgen.

 

Ich finde, es wird viel zu sehr probiert, irgendwelchen Influencern im Videobereich zu folgen. So entsteht eine Masse an Reise- und Urlaubsvideos, die alle gleich wirken. Die Videos sind zwar technisch auf sehr hohem Niveau, aber auch vollgestopft mit denselben Effekten.

 

Ich persönlich kann die ganzen Drone-Aufnhamen, die tollsten Transitions, immer die gleich Art der Musik und dazwischen einen nackten Hintern echt nicht mehr sehen.

 

Diese Effekte können, wenn sie gezielt eingesetzt werden, beim Video erstellen ganz toll wirken, aber leider wird alles sehr übertrieben. Ich würde diesen Trends definitiv nicht übermäßig folgen, sondern probieren, euren eigenen Stil zu finden, auch wenn er ganz schlicht und einfach ist.

Tipp 2 - Welche Kamera zum Video erstellen?

Beste Kamera zum Video drehen

Die beste Kamera zum Filmen

Folgende Eigenschaften sollte eure Kamera beim Filmen erfüllen:

  • Gute Ergonomie beim Filmen
  • Gute Bildqualität
  • Filmen in einer Auflösung von mindestens 1080p bei 50 FPS (moderne Kameras können das alle), besser bei höheren Auflösungen bis 4K
  • Guter Autofokus, vor allem als Nachführ-Autofokus
  • Filmen in einem flachen Foto-Profil für verbesserten Dynamikumfang und mehr Spielraum in der Nachbearbeitung (dazu später mehr)
  • Ein Stabilisierung-System (im Gehäuse, Software-basiert oder im Objektiv)

Hier ein paar ausgewählte Kameras fürs Filmen, die beliebt und für den ambitionierten Hobbyfilmer leistbar sind und erweiterte Video-Einstellungen besitzen:

Action-Cams haben kleine Sensoren und eine fix verbaute Blende in Kombination mit einem Weitwinkelobjektiv. Das heißt, dass beim Filmen das ganze Bild scharf dargestellt wird und es kaum Möglichkeiten für Unschärfe-Effekte gibt.

 

Daran ist prinzipiell nichts auszusetzen, denn gerade für Landschaftsvideos sind Aufnahmen mit viel Schärfentiefe ja gewollt.

 

Wenn ihr allerdings Szenen mit schönen Bokeh-Effekte – wie Portraits oder Detailaufnahmen mit verschwommenen Hintergrund – in eure Videos einbauen wollt, dann solltet ihr eine Kamera mit einem größeren Sensor verwenden.

Größere Sensoren haben einen größeren Bildausschnitt und weniger Schärfentiefe.

 

Mit einer Kompaktkamera mit einem 1 Zoll großen Sensor wie der Sony RX100 sind Bokeh-Aufnahmen bei offenen Blenden möglich, vor allem, wenn ihr euer Objekt nahe abbildet. Eine Systemkamera in Kombination mit einer lichtstarken Optik eignet sich aber weitaus besser für solche Bokeh-Aufnahmen.

 

Ich persönlich habe zum Filmen auf Reisen bis jetzt meine Sony RX100 VI und meine DJI Osmo Pocket verwendet. Nun habe ich mir zum Filmen auf Reisen eine Panasonic Lumix G9 samt Weitwinkelobjektiv zugelegt.

 

Tipp 3 - Die richtigen Kameraeinstellungen zum Filmen

Folgende Einstellungen solltet ihr an eurer Kamera vor dem Video erstellen vornehmen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Auflösung und Framerate

Bitte beachtet, dass es bei der Framerate im PAL- oder NTSC-Format unterschiedliche Einstellungen gibt. Meine Angaben hier beziehen sich auf das PAL-Format.

 

Ich filme meist in einer Auflösung von mindestens 1080 p oder höher und mit 50 FPS (warum erkläre ich im nächsten Tipp). Wenn eure Kamera höhere Auflösungen wie 4K und 50 FPS unterstützt, dann würde ich diese Einstellung wählen.

 

4K mit 50 FPS wird leider nicht von jeder Kamera unterstützt.

Bildformat

Als Bildformat wähle ich das klassische 16:9-Format.

Autofokus

Beim Video drehen verwendet bitte immer den Nachführ-Autofokus, damit die Schärfe bei der Bewegung beim Filmen angepasst wird.

Belichtungsmessung

Ich verwende für die Belichtungsmessung eine Mehrfeld- oder Gesamtbildmessung, außer ich möchte ganz gezielt Objekte belichten.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit entspricht im Idealfall dem Kehrwert der doppelten Framerate. Bei 25 FPS wäre das eine 1/50 Sekunde, bei 50 FPS eine 1/100 Sekunde.

 

Mit diesen Einstellungen werden Bewegungen optimal dargestellt. Bei viel Licht wird allerdings ein Graufilter benötigt. Wenn ich in einer Reisegruppe unterwegs bin und nicht viel Zeit für die Einstellungen habe, oder oft zwischen Fotografieren und Filmen wechsle, dann filme im Automatikmodus.

 

Ist zwar nicht optimal für die Darstellung der Bewegungen, aber bei reinen Landschaftsaufnahmen auch nicht ganz so schlimm. Manchmal muss man einfach pragmatisch sein!

Fotoprofile

Ich verwende zum Filmen immer ein Fotoprofil (je nach Hersteller Picture Profile oder Picture Styles oder ähnliches genannt).

 

Bei der Filmaufnahme werden Daten immer komprimiert, was der Bildqualität schadet. Fotoprofile wenden Gamma- oder Farbkorrekturen, sowie Korrekturen der Kontraste und Tonwerte vor der Komprimierung durch bewährte Standards an. So bekommt ihr eine korrekte Darstellung von Farben und Tonwerten und ein optimales Material für die Videobearbeitung.

 

Das Video schaut nach der Aufnahme zunächst kontrastarm und ungesättigt aus, deshalb spricht man auch von einem flachen Profil.

 

Viele Kameras haben Einstellungen, um in diesen Profilen zu filmen. Sie nennen sich beispielsweise Cine oder Cine-like. Sony hat beispielsweise in den modernen Kameras bis zu zehn Fotoprofile zur Auswahl. Mittlerweile besitzen auch die günstigeren Actions-Cam solche Profile. Sie lassen sich in den Experteneinstellungen der Kamera aktivierten.

 

Vor allem Cine-, Log- und HLG-Profile sind sehr beliebt beim Filmen. Ich verwende gerne Cine oder HLG-Profile, weil sie in der Nachbearbeitung leichter zu handhaben sind und beim Filmen einfacher zu belichten sind. Mit Log-Profilen erzielt man tolle Ergebnisse, muss aber sehr exakt belichten, sonst entsteht unschönes Rauschen bei der Bildbearbeitung.

 

Schaut zu den Fotoprofilen einfach im Handbuch der Kamera nach. Vereinfacht gesagt ist ein Fotoprofil so etwas Ähnliches wie eine RAW-Datei (obwohl es nicht wirklich stimmt) und führt zu besseren Ergebnissen in der Bildqualität nach der Bearbeitung.

 

Hier seht ihr den Unterschied zwischen dem Ergebnis aus der Kamera im flachen HLG-Profil (oben) und nach der Bearbeitung in DaVinci Resolve (unten).

Color Grading beim Filmen
Color Grading

Filmen im Fotoprofil für bessere Ergebnisse

Tipp 4 - Näheres zur Auflösung und Framerate beim Video erstellen

Die Auflösung und Framerate sind die wichtigste Einstellung beim Video Drehen, deshalb möchte ich hier im Detail darauf eingehen.

Framerate

Zunächst – ganz wichtig – müssen wir zwei große Unterscheidungen bei der Framerate machen, nämlich der…

  • Framerate, in der wir filmen: Ich filme - wie gesagt - zu 80 % in 50 FPS, manchmal höher, wenn es die Kamera unterstützt.
  • Framerate, in der wir den Film exportieren: Das ist später in der Bearbeitung wichtig. Exportiert wird immer in 24 FPS, um ein Kino-Feeling zu bekommen.

Ich filme auf Reisen immer in einer höheren Framerate als 24 FPS, weil ich so später Slowmotion-Effekte erzeugen kann. Mit 50 FPS kann ich meinen Film ohne Qualitätsverlust doppelt so langsam abspielen, wenn ich ihn in 24 FPS bearbeite und exportiere.

 

Bei 120 FPS könnte ich den Film um das Fünffache verlangsamen.

 

Und das sieht sehr cool aus und erzeugt im Film eine sehr gleichmäßige Bewegung.

 

Wenn ihr keine Slowmotion-Effekte wollt, dann könnt ihr natürlich auch in 24 FPS filmen. Mit einer höheren Framerate habt ihr allerdings später bei der Bearbeitung mehr Spielraum.

Auflösung

Auch hier unterscheiden wir wieder, in welcher Auflösung wir filmen und wie wir den Film nach der fertigen Bearbeitung exportieren.

 

Ich denke die meisten werden es so wie ich machen. Mein fertiger Film wird in 1080 p exportiert. Das entspricht einer HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln und ist für soziale Medien, für das Internet generell und natürlich auch für You Tube ausreichend.

 

Trotzdem finde ich es sinnvoll, in höheren Auflösungen zu filmen, denn so habt ihr in der Bearbeitung mehr Spielraum, um eure Clips zuzuschneiden bzw. eurem Ausschnitt anzupassen.

 

Am besten ihr filmt in der höchst möglichen Auflösung. Das ist derzeit meist die 4K-Auflösung.

 

Wir sprechen hier in der Regel von einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln, was eigentlich einer Ultra HD-Auflösung (UHD) und nicht einer 4K-Auflösung entspricht, die noch etwas höher ist. Von den Kamera-Herstellern werden UHD und 4K oft als Synonyme verwendet, obwohl es eigentlich nicht richtig ist.

 

In einer höheren Auflösung könnt ihr euer Video später in der Nachbearbeitung zuschneiden und auch einen etwas kleineren Ausschnitt wählen. Da ihr ursprünglich in mehr Pixel gefilmt habt, verliert ihr beim Zuschneiden keine Qualität, weil ihr ja euren Film später in 1080 p, also in eine weitaus geringeren Auflösung, exportiert.

 

In welcher Auflösung und Framerate filme ich nun am besten?

Da ich meist Landschafts- und Reisevideos machen und das Bild etwas verlangsame, filme ich am liebsten in der höchsten Auflösungen, die die Kamera kann, also 4K und 50 FPS. Leider können das derzeit nur wenige Kameras und man muss eventuell Abstriche machen.

 

Unterstützt eure Kamera keine 4K und 50 FPS, dann würde ich in 1080 p und 50 FPS filmen. Wenn ihr eure Clips nur dezent oder gar nicht verlangsamen wollt, dann würde ich mit 4K in 24 FPS filmen. Ein wenig kann man die Clips in der Nachbearbeitung auch verlangsamen, ohne in einer höheren Framerate zu filmen (das ist aber nicht ganz optimal).

 

Tipp 5 - Die richtige Belichtung beim Filmen

Bitte achtet beim Filmen auf eine richtige Belichtung, um optimales Ausgangsmaterial für die Nachbearbeitung zu bekommen. Beim Filmen ist das noch viel heikler als beim Fotografieren, da wir in der Nachbearbeitung weitaus weniger Spielraum haben, als wenn wir RAW-Fotos machen.

 

Bei Landschaftsaufnahmen nehme ich immer die Mehrfeldmessung und blende mir im Sucher und am LCD-Screen das Histogramm ein.

 

Wenn ihr noch nicht mit dem Histogramm umgehen könnt, dann kann ich euch diesen Artikel empfehlen.

 

Ebenso kann euch die Zebra-Funktion beim Belichten ungemein helfen.

 

Wenn ihr bewegte Aufnahmen macht, dann achtet auf die hellsten und dunkelsten Stellen in eurer gesamten Szene, nicht nur in einer einzelnen Position. So könnt ihr Unter- und Überbelichten vermeiden.

 

Gerade wenn ihr flache Fotoprofile verwendet, ist eine exakte Belichtung extrem wichtig, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Tipp 6 - Storytelling beim Filmen

Das ist sicher für mich das schwierigste Thema. Wenn euer Video eine Geschichte erzählt, dann wird es für eure Zuseher interessanter.

 

Auf Reisen könnt ihr einen Protagonisten in euer Video einbauen und ihn in den verschiedensten Situationen filmen. Das kann euer Partner oder ein Freund sein. Wenn ihr alleine seid, dann könnt ihr euch selbst in die Videos einbauen.

 

Toll ist es natürlich, wenn ihr Emotionen filmt, dann können sich die Zuseher viel mehr in die Stimmung des Videos versetzen.

 

Komplexere Stories müsst ihr vorher natürlich planen und eventuell ein Skript erstellen.

 

Da ich draußen meist alleine unterwegs bin, habe ich selten einen Protagonisten. Selbst filme ich mich eher weniger, das ist nicht mein Stil.

 

Deshalb ist das Storytelling für mich durchaus auch ein größeres Thema. Ich probiere hier derzeit, mit Texteinblendungen zu arbeiten, um die Filme interessanter zu machen.

 

Ebenso sind meine Videos immer recht kurz, denn wenn das Storytelling nicht perfekt ist, wird ein Film schnell langweilig.

 

Hier gibt es für mich noch viel zu lernen, habt ihr Tipps, dann lasst sie mir doch in den Kommentaren da. Ich würde mich gerne mit euch austauschen.

Tipp 7 - Bewegung erzeugen

Obwohl man natürlich ab und an statische Aufnahmen in seine Videos einbauen kann, lebt der Film von der Kamerabewegung.

 

Bewegung zu erzeugen, ist wirklich nicht einfach und macht das Filmen zu einer Herausforderung. Aber genau das macht es dann auch so unglaublich spannend.

 

Ich bin immer ganz glücklich, wenn ich einen schönen Schwenk in einer tollen Landschaftsszene hinbekomme.

 

Hier zwei einfache Tipps für Bewegung beim Video drehen:

  • Die Bewegung muss gleichmäßig und ruhig stattfinden. Ruckartige und verwackelte Aufnahmen wirken nicht schön. Wie ihr verwackelte Aufnahmen verhindert, erfährt ihr im nächsten Tipp.
  • Sucht euch anfangs ein paar einfache Movements und übt diese, bis ihr schöne Aufnahmen hinbekommt.

Einfache Movements sind beispielsweise:

  • Pan-Shot: Die Kamera bewegt sich horizontal
  • Tilt-Shot: Die Kamera bewegt sich vertikal
  • Dolly-Shot: Die Kamera bewegt sich nach vorne, oder nach hinten

Weitere Basis-Kamerabewegungen beim Filmen findet ihr mit ein paar netten Beispielen in diesem Beitrag.

 

Ich habe mich am Anfang auf diese drei Bewegungen konzentriert und mache das immer noch. Mit diesen Moves kann man schon tolle Videos drehen. Um die Bewegung flüssig hinzubekommen, heißt es anfangs einfach sehr viel üben.

 

Der Ergebnisse kommen aber schneller als man glaubt!

Tipp 8 - Wackelfreies Video erstellen

Ein verwackeltes Video ist sehr unangenehm zum Ansehen, deshalb sind sanfte Kamera-Bewegungungen ganz wesentlich, um einen Film einen professionellen Touch zu geben.

 

Um auf Reisen und im Outdoor-Bereich flexibel zu bleiben, bevorzuge ich es, Videos aus der Hand zu schießen und verwende nur selten ein Stativ oder einen Gimbal.

 

Um aus der Hand bewegte Videos ohne Wackeln zu erstellen, gibt es die verschiedenste Möglichkeiten:

  • Verwendet Objektive mit Bildstabilisierung: Viele Objektive haben heute schon einen Bildstabilisator eingebaut. Die Ergebnisse, die ihr mit solchen Linsen erzielt, sind wesentlich besser als bei unstabilisierten Objektiven.
  • Ein stabilisiertes Kameragehäuse: Fürs Filmen würde ich eine Kamera empfehlen, die eine stabilisiertes Gehäuse hat. Oft ergänzt sich diese zusätzliche Ebene der Stabilisierung mit stabilisierten Linsen und man bekommt wirklich ganz tolle Ergebnisse.
  • Kleine Brennweiten: Im Telebereich verwackeln Szenen weitaus leichter als im Weitwinkelbereich. Ich verwende fürs Filmen keine Brennweiten über 35 mm.
  • Tragt einen Schultergurt: Verwendet den mitgelieferte Schultergurt der Kamera oder kauft euch eine abklippbaren Gurt. Hängt euch die Kamera um euren Hals und stabilisiert sie fest mit beiden Händen und etwas Zug auf den Hals (bitte nicht übertreiben).
  • Ruhige Bewegungen während des Filmes: Wenn ihr eure bewegten Shots filmt, dann sollte die Bewegung langsam und gleichmäßig erfolgen. Die Kamera liegt fest in den Händen und der Schultergurt ist gespannt. Bei Rotationsbewegungen dreht ihr den ganzen Körper und bei Dolly Shots macht ihr ganz kleine und ruhige Schritte.
  • Slow-Motion: Für mich einer der absolut besten Tipps für wackelfrei Videos. Filmt in einer höheren Framerate (wie 50 FPS oder 120 FPS) und verlangsamt das Video in der Nachbearbeitung. Das sieht bei Landschaftsaufnahmen ganz toll aus und die Bewegungen werden extrem ruhig und gleichmäßig.
  • Gimbal: Um wirklich ganz ruhige Videos zu bekommen, könnt ihr einen Gimbal verwenden. Ein Gimbal eliminiert nicht nur das Wackeln in den Videos, sondern es lassen sich Bewegungen auch sehr fein und gleichmäßig durchführen.
  • Stabilizer in der Nachbearbeitung: Die gängigen Programme zur Film-Nachbearbeitung haben alle die Möglichkeit, die Clips nachträglich zu stabilisieren. Man darf sich zwar keine Wunder erwarten, aber in der Regel funktioniert das wirklich sehr gut.

Tipp 9 - Musik zur Untermalung für eure Videos

Musik für Videos

Musik für Videos

Ich probiere eigentlich immer, meine Videos mit einer passenden Musik zu untermalen. Die Stimmung im Film wird dadurch verstärkt und das Video bekommt mehr Charakter und Tiefe.

 

Leider ist es für Hobby-Filmer, die anfangs nicht gleich Geld für Musik ausgeben möchten, etwas schwierig, die passende Musik zu finden.

 

Ihr dürft auf keinen Fall einfach irgendwelche Musik verwenden, sondern müsst auf das Urheberrecht achtgeben.

 

Es gibt allerdings schon auch die Möglichkeit, kostenfreie Musik zu nutzen.

 

Sucht beispielsweise auf You Tube unter den Begriffen: no copyright musicroyalty-free music oder creative commons

 

Diese Musik darf prinzipiell verwendet werden, allerdings solltet ihr euch genau mit den Nutzungsrechten beschäftigen und auch zusätzliche in die Beschreibung der Videos schauen, unter welchen Bedingungen diese Musik verwendet werden darf.

Tipp 10 - Das richtige Programm zur Nachbearbeitung

Wenn ihr euer Rohmaterial nach dem Video Drehen in eure Bearbeitungssoftware importiert, beginnt der kreative Prozess der Nachbearbeitung, an dessen Ende der fertige Film steht.

 

Wenn ihr nicht wisst, welches Programm ihr verwenden sollt, dann kann ich euch auf jeden Fall die drei „Platzhirsche“ empfehlen:

  • Premiere Pro von Adobe
  • Final Cut Pro von Apple
  • DaVinci Resolve von Blackmagicdesign

Premiere Pro muss man abonnieren und Final Cut Pro ist ausschließlich für Mac User verfügbar.

Davinci Resolve zum Video erstellen

Profi-Software ohne Kosten – DaVinci Resolve

Eine schöne Alternative ist DaVinci Resolve. Es gibt eine sehr umfangreiche kostenfreie Version der Software, die alles hat, was ihr für einen professionellen Schnitt und die Farbanpassungen benötigt. Das Programm in seiner Profi-Version ist in Filmindustrie sehr beliebt und gerade beim Color Grading eine Klasse für sich.

 

Ebenso ist es sehr gut dokumentiert. Das ist praktisch, denn für DaVinci Resolve braucht man ein wenig Einarbeitungszeit.

 

Auf You Tube findet ihr zahlreiche Tipps zu dieser Software. Sucht mal unter „DaVinci Resolve für Einsteiger“!

 

Ich selbst verwende DaVinci Resolve schon seit einem Jahr und bin recht schnell mit den wichtigsten Funktionen zurechtgekommen. Viele der zahlreichen Einstellungen werden für einen Urlaubsfilm gar nicht benötigt.  Ihr müsst also nur mit den Werkzeugen für Schnitt, Audio und Farbanpassungen umgehen können.

 

Diese sind schon in der kostenfreien Version sehr intuitiv bedienbar!

 

Wichtig ist auf jeden Fall, dass ihr mit einem professionellen Programm arbeitet und nicht mit einer Basis Software für Videoschnitt, wie iMovie oder Windows Movie Maker, denn diesen Programmen fehlt es an vielen wichtigen Einstellungen und sind ihn ihrer Kapazität, Filme zu bearbeiten, limitiert.

Was macht man eigentlich in der Video-Nachbearbeiteung?

Generell lassen sich folgende Schritte zusammenfassen:

  • Importieren der Medien: Auswahl und Import der Rohdatein
  • Bearbeitung der Medien: Schneiden und Zufügen von Clips in die Timeline, Schneiden und Zufügen von Musik und Soundeffektion, Bearbeiten von Übergängen, Text und Effekten
  • Farbkorrekturen: Weißabgleich, Tonwerte und Kontraste werden angepasst
  • Color Grading: Der Film bekommt seinen spezifischen Farblook oder einen LUT (Preset für einen Farblook)
  • Exportieren des fertigen Videos: Fertigstellen des Filmes in der gewünschten Auflösung

In diesen Workflow muss man sich natürlich einarbeiten, ganz egal welche Software man verwendet. Wenn man es ein paar Mal gemacht hat, bekommt man wirklich schnell Routine und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

 

Alle Schritte lassen sich über Tutorials lernen. Gebt ihr auf You Tube beispielsweise „Color Grading DaVinci Resolve“ ein, bekommt ihr zahlreiche Tutorials. Nehmt euch ein wenig Zeit, um die Software zu beherrschen und ihr werdet die Qualität eurer Videos auf ein ganz neues Level heben.

Fazit - Video drehen für Urlaub und Reise

Ich habe euch hier zehn Tipps für ein besseres Filmen auf Reisen gegeben und mich bemüht, alles zusammenzufassen, was mir im letzten Jahr geholfen hat, meinen Workflow beim Video Drehen zu verbessern.

 

Ich wollte in diesem Übersichtsbeitrag ganz bewusst nicht zu sehr in die Tiefe gehen. In vielen Bereichen bin ich selbst noch am Üben und Herumprobieren. Allerdings habe ich wirklich gemerkt, das diese Schritte mir sehr geholfen haben, bessere Videos zu machen.

 

Das macht mich natürlich sehr glücklich, denn an Orte wie Äthiopien oder in die Schottischen Highlands werde ich so schnell nicht wieder kommen.

 

Hier habe ich noch genügend Rohmaterial zum Probieren und Herumspielen in der Nachbearbeitung.

 

Es wird hier auf meiner Seite in Zukunft weitere Tipps und Tutorials zum Filmen geben. So kann ich meinen eigenen Fortschritt weiter dokumentieren und alles niederschreiben, was bei mir funktioniert hat und hoffe, dass es euch auch ein wenig hilft.

 

Gerne könnt ihr mir einen Kommentar hinterlassen und mir erzählen, was euch beim Video erstellen am meisten geholfen hat. Vielleicht kann ich ja durch eure Mithilfe den einen oder anderen Tipp ergänzen.

 

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Stefan Blog

Über den Author

Der Wiener Fotograf und Autor Stefan Czurda ist Outdoor-Liebhaber, sportbegeistert und bereist exotische Bergwelten rund um den Globus.

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