Sony RX100 VI Test der Bildqualität

Sony RX100 VI Test Bildqualität

Nach fünf Jahren und unzähligen Fotos schicke ich nun meine Sony RX100 I in Rente. Sie war mir auf vielen Reisen ein treuer Begleiter und meine Lieblingskamera bei Bergtouren. Um einen größeren Brennweitenbereich abzudecken habe ich während meiner Tibetreise im Mai diesen Jahres einfach zu viel Kameraequipment mitgehabt. So möchte ich in Zukunft nicht mehr verreisen!

Muss ich auch nicht, denn es gibt ja jetzt die brandneue Sony RX100 VI mit einem 24 – 200 mm Objektiv von Zeiss. Der erweiterte Brennweitenbereich ist das brandneue Feature der RX100-Reihe und Grund genug, mir die astronomisch teure Edel-Kompaktkamera zuzulegen.

200 mm im Hosentaschenformat mit einer ausgezeichneten Bildqualität ist ja schon was Feines. Professionelle Videofeatures, ein pfeilschneller Autofokus, extrem kurze Verschlusszeiten und ein toller und kompakter Sucher sind weitere Highlights, mit der die RX100 VI punkten kann.

Ich bin in erster Linie Fotograf und filme nur selten, deshalb soll es in meinem Sony RX100 VI Test ausschließlich um die Bildqualität der Kompaktkamera gehen, die ich mir hier genauer angesehen habe.

Sony RX100 VI RAWs öffnen

Erstes Problem ist gleich einmal, dass Lightroom CC in der aktuellen Version noch keine RAW-Dateien der Sony RX100 VI lesen kann. Das Update für Lightroom kommt bestimmt, kann aber sicher dauern.

Möglich ist das Öffnen der RAWs zu Glück mit Sony’s hauseigener Software Imaging Edge, die Ihr Euch auf der Sony Webseite für Windows oder Mac herunterladen könnt.

Ich habe in den letzten Tagen ein paar Bilder unter unterschiedlichen Aufnahmebedingungen gemacht, mit denen ich nun probiere werde, die Bildqualität der Sony RX100 VI zu beurteilen.

Bildschärfe bei Offenblende

Der Blendenbereich startet bei f/2.8 bei 24 mm und bei f/4.5 bei 200 mm. Bei den folgenden Bildern handelt es sich um unbearbeitete JPEGs, die aus dem RAW-Dateien in Imaging Edge entwickelt wurden. Die Detailansicht des fokussierten Bereiches befindet sich jeweils immer unter dem Gesamtbild.

Hier ein Beispielbild bei 24 mm eines kontrastreichen Motives.

Sony RX100 VI Blende f/2.8_1

Sony RX100 VI Bildqualität (24 mm,  f/2.8, ISO 100)

Sony RX100 VI Blende f/2.8

Sony RX100 VI Bildqualität bei 24 mm (Detailansicht)

 

Im Vergleich dazu bei 200 mm bei f/4.5 am langen Ende des neuen Zoom-Objektivs der Sony RX100 VI.

Sony RX100 VI (200 mm, f/2.8, ISO 125)

Sony RX100 VI f4_5._1

Detailansicht

Bei 24 mm ist die Bildqualität hervorragend. Schöne Farben und die Blume ist wirklich sehr scharf, da gibt es absolut nichts auszusetzen. Bei 200 mm wird der Schärfebereich etwas weicher, was typischerweise bei dieser Brennweite zu erwarten war. Dennoch finde ich die Qualität auch im Telebereich gut.

Schärfeoptimum bei 24 und 200 mm

Als nächster Punkt in meinem Sony RX100 VI Test hat mich interessiert, bei welcher Blende das neue Zeiss-Objektiv bei 24 mm und 200 mm am Schärfsten abbildet.

Die folgenden Beispielbilder sind alle bei 24 mm jeweils bei Blende f/2.8, f/4, f/5.6, f/8 und f/11 und ISO 200 entstanden.

Der Schärfeverlauf soll zeigen, bei welcher Blende das Optimum der Abbildungsleistung liegt.

Schärfeverlauf bei 24 mm f/2.8 bis f/11 (ISO 200) 

Detailansicht des Fokuspunktes

Bei 24 mm Brennweite ist der gesamte Blendenbereich von f/2.8 bis f/11 verfügbar. In der Detailansicht kann man sehr schön erkennen, dass die zentrale Schärfe bei f/4-5.6 ihr Optimum hat (zweites und drittes Bild von links) und dann weiter abgeblendet abfällt.

Jetzt schauen wir uns das Ganze im Telebereich an. Die folgenden Beispielbilder sind bei 200 mm jeweils bei Blende f/4, f/5.6, f/8 und ISO 800 und entstanden.

Schärfeverlauf bei 200 mm von f/4 bis f/8 (ISO 400)

Detailansicht des Fokuspunktes

Das Optimum bei 200 mm ist hier etwas schwierig zu beurteilen. Sieht man ganz genau hin zeigt sich aber ein ähnliches Bild wie bei 24 mm, also die beste Schärfe bei f/4-5.6.

Sony RX100 VI Test – Low Light Performance

Ein weitere wichtiger Punkt ist die Performance bei hohen ISO-Zahlen. Wir wollen natürlich immer wissen, wie flexibel wir mit unserer Kamera sind, wenn wir bei wenig Licht fotografieren. Hier ein paar Testshots im höheren ISO-Bereich, die ich in einem Bootshaus gemacht habe.

…hier zunächst einmal bei ISO 2000

Sony RX100 VI High ISO

RX100 VI high ISO Aufnahme (70 mm, F/5.5, 1/60 s, ISO 2000)

Detailansicht

…und hier bei ISO 3200

RX100 VI high ISO Aufnahme (24 mm, F/2.8, 1/25 s, ISO 3200)

Detailansicht

Klar ist, dass man in den Detailansicht natürlich das Bildrauschen sieht, was aber bei den höheren ISO-Zahlen zu erwarten war. In der Gesamtansicht ist bis ISO 3200 nur sehr geringes Rauschen sichtbar. Ich finde der 1 Zoll Sensor der Sony RX100 VI hat eine sehr gute Performance bei wenig Licht!

Fazit – Sony RX100 VI Test der Bildqualität

Mit dem Zoombereich von 24-200 mm ist die Sony RX100 VI eine äußerste flexible Kamera. Ich werde sie in Zukunft auf Reisen und beim Wandern und Bergsteigen als einzige Kamera mithaben und das restliche Fotoequipment daheim lassen. Die Akkuleistung ist durchschnittlich, den Ersatzakku solltet Ihr also nicht vergessen.

Zusammenfassend ist die Bildqualität des Objektives sehr gut. Bei 24 mm ist die Abbildungsleistung bei kontrastreichen und nahen Motiven schon bei Offenblende (f/2.8) hervorragend. Für weitläufige Aufnahmen bei 24 mm liegt das Optimum der zentralen Schärfe im Weitwinkelbereich bei f/4 – 5.6. Durch Abblenden lässt die Schärfe deutlich nach (siehe nächster Absatz), was bereits auf sensorbedingte Beugungseffekte schließen lässt, die hier offensichtlich bei f/8 – 11 stattfinden.

Ähnlich schaut es im Telebereich bei 200 mm aus. Auch hier ist das Schärfeoptimum bei f/4 – 5.6. Die Bilder wirken etwas weicher im Telebereich bei 200 mm.

In Summe ist die Sony RX100 eine tolle Kamera, mich hat die Bildqualität überzeugt und ich bin sehr zufrieden.

Ein kleiner Exkurs zum Thema Sensorgröße und Tiefenschärfe

Wenn die Kamera nur bei offenen Blenden eine gute Schärfe zeigt, heißt das dann, dass ich sie für die Landschaftsfotografie nicht verwenden kann? Hier wird ja oft für eine größere Tiefenschärfe auf f/8 – 11 abgeblendet?

Nein, heißt es nicht, denn hier kommt die Sensorgröße ins Spiel. Der 1 Zoll Sensor der Sony RX100 VI erlaubt eine weitaus größere Tiefenschärfe als die größeren APS-C oder Vollformatsensoren.

Blenden von f/2.8 – 5.6 verhalten sich bei einem 1 Zoll Sensor wie jene Blenden, die man in der Landschaftsfotografie für die optimale Schärfe und Bildqualität verwendet, also schon sehr nahe an Blenden von f/8 – 11. Das Thema wird in diesem Beitrag übrigens im Detail behandelt. Sehr interessant!

Die Sony RX100 VI ist definitiv für die Landschaftsfotografie zu gebrauchen. Ihr müsst mit der Kamera auch nicht so weit abblenden, was sehr angenehm ist. Sollte zuviel Licht vorhanden sein, dann erlaubt die Kamera extrem kurze Verschlusszeiten, so besteht also absolut keine Gefahr der Überbelichtung, auch ohne ND-Filter, der im Vergleich zum Vorgänger in der Sony RX100 VI ja verloren gegangen ist.

Sony RX100 VI Beispielbilder

Hier findet Ihr noch ein paar Beispielbilder der Sony RX100 VI, die Ihr euch gerne herunterladen könnt. Falls Ihr Sie verwendet wollt, dann gebt mir Bescheid und ich freu mich über einen Link zu diesem Beitrag.

Hier könnt ihr die Sony RX100 VI RAWs herunterladen!

Sony RX100 VI Test – Ein paar Bilder zum Ansehen und Downloaden

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Titelbild – Pressefotos copyright sony.de 

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