Sony FE 24-105 mm F4 G Test – Die perfekte Alltagslinse?

Sony FE 24-105 mm F4 G Test

Ich habe mir das Sony FE 24-105 mm F4 G Ende 2018 gekauft und habe es seither recht intensiv verwendet. Für mich nun ein guter Zeitpunkt ein Fazit zu ziehen und der Linse einem praktischen Test zu unterziehen. Hier also mein Sony FE 24-105 mm F4 G Test.

Ich möchte hier die technischen Aspekte nur kurz streifen, da es im Netz dazu zahlreiche Tests mit viel Bildmaterial gibt.

Mehr möchte ich euch zeigen, wie sich die Linse bei mir im Alltag schlägt und in welchen Bereichen ich sie am meisten verwende.

Äußerlichkeiten

Das schwarze Sony FE 24-105 mm F4 G * fühlt sich trotz Kunststoff sehr wertig an. Es liegt gut in der Hand. Der erste Eindruck ist robust und schwer!

Für ein den erweiterten Zoombereich ist es eigentlich kompakt, aber es ist definitiv keine kleine Linse und natürlich deutlich größer als meine Festbrennweiten – Zeiss Loxia 21 mm, Sony 55 F1.8 mm und Sony FE 85 mm F1.8 – die ich am Sony Alpha 7 Vollformat nutze.

Das war allerdings zu erwarten!

Das Zoomen fühlt sich etwas streng an, ist aber nicht störend. Das Fokussieren geht sehr leichtgängig, fast ein wenig zu leichtgängig, aber das kennen wir ja auch von den Sony Festbrennweiten.

Ebenso sind Tasten für den Autofokus und den Bildstabilisator vorhanden, sowie Sonys individuell anpassbare Fokushaltetaste. Die Vollausstattung bei einem modernen Objektiv ist also vorhanden. Sehr schön!

Sony 24-105 mm

Rein äußerlich lässt sich nichts beanstanden. Das Objektiv ist zusätzlich Staub- und Spritzwasser-geschützt.

Für 1250,- sollte es aber auch so sein! Nicht ganz billig das Teil, aber auch das kennen wir vom Sony E-Mount.

Abbildungsleistung

Wie immer zählen natürlich die inneren Werte mehr!

Das Objektiv hat eine gute Bildqualität, da gibt es nichts zu meckern. Von der Schärfe kommt es nicht ganz an die Qualität der Festbrennweiten Sony 55 F1.8 mm und Sony FE 85 mm F1.8 heran.

Von einem 4-fach Zoom darf man das aber auch nicht erwarten. Außerdem spielt gerade das Sony 55 F1.8 mm mit der Zeiss Optik was Schärfe angeht sowieso in einer eigenen Liga.

Das Objektiv ist aber definitiv scharf und die nativen Farben der RAWs aus der Sony Alpha 7 III sind wirklich sehr ansprechend.

Hier ein unbearbeitete Beispielbild bei 24 mm mit der 100% Ansicht zum Evaluieren der Schärfe.

Sony FE 24-105 mm bei 24mm

Sony FE 24-105 mm F4 G Test bei 24 mm (f/8, 1/400 s, ISO 200)

Sony 24-105 mm Schärfe

Bildschärfe – 100% Ausschnitt der Bildmitte 

Bei f/8, wo das Objektiv natürlich ein Optimum an Abbildungsleistung hat, ist nicht nur das Zentrum, sondern auch die Ränder scharf.

Nun ein unbearbeitetes Beispielbild bei 105 mm: Auch am langen Ende macht das Objektiv eine gute Figur.

Sony 24-105 mm bei 105 mm

Sony FE 24-105 mm F4 G Test bei 105 mm (f/8, 1/400 s, ISO 200)

Sony 24-105 mm bei 105 mm

Bildschärfe – 100% Ausschnitt der Bildmitte 

Bei f/8 bei 105 mm ist das Zentrum scharf. Die Ränder sind etwas weicher, aber auch das war zu erwarten.

Wollte ihr euch die Schärfe bei verschiedenen Blenden und Brennweiten genauer ansehen, dann lege ich euch diesen Artikel ans Herz.

Wo verwende ich das Sony FE 24-105 mm F4 G

Makrofähigkeit

Sehr positiv überrascht hat mich die Naheinstellgrenze von nur 380 mm. Das ist ein großartiger Wert!

Im Vergleich dazu hat das Sony FE 90 mm 2.8 Macro G OSS * als reines Makro-Objektiv eine Naheinstellgrenze von 280 mm.

Die 380 mm des Sony FE 24-105 mm liegen also gar nicht so weit entfernt von den 280 mm der nativen Makrolinse. Die Linse ist auf jeden Fall makrotauglich. Das Sony FE 85 mm F1.8 beispielsweise ist mit 800 mm gar nicht makrotauglich.

Für Nahaufnahmen in der Natur ist die Linse sehr gut zu gebrauchen, aber seht selbst!

Naturaufnahmen, auf jeden Fall makrotauglich 

Also bei Blende f/4 (links Bild) und bei 105 mm hat man ein gutes Freistellpotential und ich finde auch das Bokeh für eine Zoom-Linse wirklich gelungen.

Genial als Porträtlinse

Für mich hat das Objektiv ganz klar ein perfektes Einsatzgebiet, nämlich im Porträt-Bereich. Seitdem ich es besitze, habe ich fast alle meine Porträts in meinem Studio nur mit dieser Linse geschossen.

Der Augenautofokus funktioniert in der Regel sehr schnell und zuverlässig und es hat gegenüber den Festbrennweiten einfach den Vorteil, dass man seinen Bildausschnitt schnell perfekt wählen kann.

Mich persönlich stört es nicht, dass die Lichtstärke schwächer ist als bei den Festbrennweiten.

Ich verwende bei meinen Headshots meist die selben Einstellungen, nämlich f/8, 1/160 Sekunde und ISO 100 zusammen mit meinen Kompaktblitzen.

Wenn ich Kundenaufträge fotografiere, ist mir bei Porträts wichtig, dass ich eine ausreichende Schärfentiefe und eine optimale Abbildungsleistung habe. Blende f/8 hat sich hier einfach bewährt!

Genial als Portraitlinse bei meinen Headshots

Im Weitwinkelbereich, den ich bei Porträts selten verwende, besitze ich keine Festbrennweite. Ab- und zu schieße ich aber auch Porträts bei Brennweiten unter 50 mm und dieser Bereich ist mit dem Sony FE 24-105 mm nun sehr gut abgedeckt.

Hier ein Beispielfoto bei 31 mm.

Bodybuilder Portrait

Weitwinkelportrait bei 31 mm

Flexibel, aber zu schwer auf Reisen

Anfang des Jahres habe ich die Sony Alpha 7 III mit dem Sony FE 24-105 mm in Krakau in Polen auf einer Reise mitgehabt.

Hier habe ich in eine Salzmine zahlreiche Low-Light Aufnahmen gemacht. Ebenso ein paar Shots von der tollen Altstadt von Krakau.

Unterwegs in Krakau in Polen

Der Bildstabilisator ist großartig. Das erste Bild ist bei 1/8 s aus der Hand bei f/4 und ISO 2500 entstanden und hat noch eine brauchbare Schärfe. Zusammen mit dem tollen Rauschverhalten der Sony Alpha 7 III ist die Linse eine gute Wahl in der Available-Light Fotografie.

Der Zoombereich ist für das Reisen optimal. Mir würde der Brennweitenbereich unterwegs auf jeden Fall reichen.

Allerdings ist mir die Linse in Kombination mit der Sony Alpha 7 III dann doch etwas zu schwer. Als Sony-Fotograf würde auf Reisen jedenfalls die Sony RX-100 VI bevorzugen. Die habe ich in der Hosentasche dann auch immer griffbereit.

Toll für Events

Uneingeschränkt kann ich das Sony FE 24-105 mm für Events empfehlen.

Im April diesen Jahres habe ich die Linse an der Sony Alpha 7 III bei einem Fotovortrag über eine Alpenüberquerung beim Wiener Alpenverein benutzt, teilweise mit dem kompakten Aufsteckblitz Metz Mecablitz M400 * im ETTL-Modus, aber auch ohne Blitz.

Das 24-105 er macht eine sehr gute Figur bei Events

Während der Veranstaltung war es die einzige Linse, die ich verwendet habe. Von der Brennweite und der Autofokus-Performance wirklich top für Events!

Fazit – Sony FE 24-105 mm F4 G Test

Das Sony FE 24-105 mm F4 G * ist eine großartige Linse. Wenn ich mir nur eine Linse für die Sony Alpha 7 – Serie kaufen dürfte, wäre es sich diese!

Toll für meine Porträt- und Event-Shootings und natürlich für Nahaufnahmen in der Natur.

Lediglich fürs Reisen ist sie mit etwas zu klobig und schwer, da hat Sony einfach bessere Alternativen.

Keine günstige Linse, aber absolut empfehlenswert!

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