Sony 10-18 mm F4 Test – Alternativlos, aber auch gut?

Sony 10-18 mm F4 Test

Ich glaube kein Outdoor-Fotograf möchte bei Landschaftsaufnahmen auf eine Linse im Weitwinkelbereich verzichten.

Ist die Linse dann auch noch kompakt und Zoom-fähig, ist sie zusammen mit einer kleinen Systemkamera das perfekte Equipment für den Outdoor-Bereich und fürs Reisen.

Das Sony 10-18 mm F4 OSS * wurde für die hauseigenen kleinen APS-C Systemkameras der Alpha 6000-Serie (bzw. dessen Vorgänger, der NEX-Serie) entwickelt.

Mit einer äquivalent Brennweite von 16-27 mm gerechnet auf das Kleinbildformat ist das E-Mount Objektiv im Outdoorbereich eigentlich alternativlos, da es im Sonys APS-C Segment keine andere Zoomlinse im Ultraweitwinkelbereich (UWW) gibt.

Ich besitze die Linsen schon seit einigen Jahren und sie war mit in den Bergen und auf mehreren Fernreisen, wie beispielsweise nach Tibet, ein treuer Begleiter.

Nun ist es Zeit ein paar Erfahrungen mit der Linse niederzuschrieben, hier also mein Sony 10-18 mm F4 Test.

Natürlich wie immer so praxisorientiert wie möglich!

Leichtes Objektiv für Outdoor und Reise

Wenn ich draußen in den Bergen oder auf Reisen unterwegs bin, lasse ich meine Sony Alpha 7 III Vollformatkamera meist zu Hause.

Die Vollformatkamera samt Objektive ist mir einfach zu schwer und klobig. Außerdem bin ich doch etwas heikel auf das teure Equipment. Beim Trekking und Bergsteigen ist die Chance auf Dellen und Kratzer ja recht hoch.

Sony 10-18 F4 an der Alpha 6000

Als Standard-Kamera im Outdoorbereich kommt meist meine kompakte Sony RX100 VI zum Einsatz, mit der ich einen Brennweitenbereich von 24-200 mm abdecke.

Am langen Ende, also im Tele-Bereich, reichen mir die 200 mm der Sony RX100 VI, aber 24 mm sind mir gerade in den Bergen im Weitwinkelbereich einfach zu wenig. Und genau hier kommt das kompakte Sony 10-18 mm F4 an der Sony Alpha 6000 ins Spiel.

Mit dem Peak Design Capture Pro * lässt sich die kleine Systemkamera mit dem Objektiv am Schulterriemen des Rucksacks stabil befestigen und ist so immer griffbereit, wenn ihr draußen seid, sogar beim Bergsteigen.

Wenn ich in den Bergen Kletten muss, dann packe ich sie natürlich weg, damit sie keinen Schaden nimmt und mich beim Bewegen nicht stört.

Peak Design Capture Pro

Auch auf knapp 4000 m immer griffbereit – Mit dem Peak Design Capture Pro

Extreme Weitwinkelaufnahmen von Berglandschaften, aber auch von stimmigen Szenarien auf Reisen haben schon ihren Flair!

Potala Palast in Lhasa

Aufnahme des Potala Palast in Tibet – Sony 10-18 mm F4

Yamdrok See in Tibet

See und Yaks in Tibet

Klöster von Lhasa

Klöster von Lhasa

Die Kombination der Sony Alpha 6000-Serie mit dem Sony 10-18 mm F4 ist einfach genial im Outdoorbereich.

Sowohl das Objektiv, als auch die Kamera selbst sind klein, handlich und passt als Ergänzungsequipment für Weitwinkelaufnahmen problemlos in meinen Wander- oder Fotorucksack, ohne dort zu viel Platz einzunehmen.

Das Sony 10-18 mm F4 ist das einzige Objektiv, das ich mitnehme. Zusammen mit Sony RX100 VI das perfekte Equipment für unterwegs!

Zusätzliche Features

Das Objektivgehäuse ist aus hochwertigem Kunststoff gefertigt, was ich absolut in Ordnung finde, weil es Linse sehr leicht macht.

Der Fokus- und Zoomring sind leichtgängig. Einen Knopf zum Umschalten in den manuellen Fokus oder einen Schieber für die Bildstabilisierung sucht man vergebens.

Apropos Bildstabilisator: Ja, den besitzt es. Ein nettes Feature!

Klein, leicht und mit Bildstabilisator

Dieser ist bei UWW-Linsen zwar nicht unbedingt erforderlich, denn bei wenig Licht benutze ich im Outdoorbereich natürlich ein Stativ. Allerdings kann er in machen Situationen wie beispielsweise bei Aufnahmen von Innenräumen wie Kirchen schon recht praktisch sein. An solchen Orten stelle ich ungern ein Stativ auf.

Eine tulpenförmige Gegenlichtblende, die fest am Objektiv verschraubt werden kann, wird mitgeliefert. Diese kann auch verkehrt auf die Linse montiert werden.

Der Filterdurchmesser beträgt 62 mm. Für Graufilteraufnahmen lässt sich das UWW-Objektiv natürlich hervorragend nutzen. Ich verwende für stimmige Graufilteraufnahmen einen schlanken Filter von Haida * für das Sony 10-18 mm F4.

Das folgende Foto ist mit diesem Filter entstanden.

Graufilter Sony 10-18 mm

Graufilteraufnahmen mit dem Sony 10-18 mm F4

Sony 10-18 mm F4 Test der Schärfe

Sehen wir uns nun mal die Abbildungsleistung des Sony 10-18 mm F4 näher an.

Die grundlegende Schärfe des Objektives ist für eine Zoom-Linse in Ordnung. Aber Schärfe ist ja nicht gleich Schärfe. Der Bildrand ist bei UWW-Objektiven immer etwas heikel, was die Schärfe angeht.

Im folgenden Schärfetest möchte ich den sogenannten Sweet-Spot des Objektives finde, also jene Blenden, wo das Objektiv am schärfsten abbildet.

Da viele meiner Bergfotos groß gedruckt werden, möchte ich natürlich gerne scharfe Fotos schießen, denn matschige Ränder schauen auf großen Drucken nicht so toll aus.

Generelle Tipps für scharfe Landschaftsfotos habe ich in meinem Guide „Fokussieren in der Landschaftsfotografie“ zusammengefasst.

Das folgende Bild ist bei 10 mm entstanden und dient mir als Beispielbild für meinen Schärfetest. Fokussiert wurde manuell mit der Fokuslupe im Zentrum des Bildes. Die Schärfe in der Mitte und am Rand habe ich mir näher angesehen.

Sony 10-18 mm Test der Bildschärfe

Sony 10-18 mm F4 – Test der Bildschärfe

Die folgenden Bilder stammen von der Bildmitte und sind bei Blenden f/4 – f/5.6 – f/8 – f/11 – f/16 und f/22 entstanden. Es handelt sich um 100%-Vergrößerungen der Mitte bei unterschiedlichen Blenden.

Durch die Vergrößerung lässt sich die Schärfe am besten evaluieren.

Bildschärfe im Zentrum bei 10 mm bei unterschiedlichen Blenden

Das Objektiv hat in der Mitte bereits bei f/4 eine gute Schärfe, das Optimum liegt bei f/5.6 – f/8. Ab f/11 fällt die Schärfe dann ein wenig ab und bei f/16 und f/21 sind die Bilder schon richtig unscharf.

Nun habe ich mir auch die Schärfe am Rand wieder bei Blenden f/4 – f/5.6 – f/8 – f/11 – f/16 und f/22 angesehen, wo die Schärfe typischerweise geringer ist als im Zentrum.

Bildschärfe am Rand bei 10 mm bei unterschiedlichen Blenden

Bei f/4 ist die Schärfe noch bescheiden, nimmt dann bei f/5.6 zu und hat das Optimum bei f/8-11. Ab f/11 fällt die Schärfe wie in der Bildmitte ab. Generell kann man allerdings die äußersten Randbereich auch bei „schärfsten Blenden“ nicht wirklich als scharf bezeichnen.

Ich habe diese Vorgehensweise bei zwei weiteren Brennweiten, bei 14 mm und 18 mm, wiederholt und die Ergebnisse waren faktisch ident.

Fazit Sony 10-18 mm Schärfe

Das Ergebnis überrascht mich aus zweierlei Gründen wenig:

  1. Objektive an APS-C Kameras haben eigentlich immer ihr Schärfeoptimum bei f/5.6-8, eventuell noch bis maximal f/11. Dann kommt es aufgrund des im Vergleich zum Kleinbild kleineren Sensors bereits zu Beugungseffekten, die die Schärfe massiv verschlechtern.
  2. Mit der Randschärfe haben kompakte UWW-Zooms immer Probleme. Um die Randschärfe zu optimieren, braucht es komplexe Linsenkonstruktionen und diese haben natürlich in einem so kleinen Gehäuse keinen Platz.

Grundsätzlich ist die Schärfe aber in Ordnung. Mit der Randunschärfe, die nicht wirklich besonders schön ist, muss man bei so einem kleinen Zoom-Objektiv eben leben!

Verzeichnung

Extreme Weitwinkelobjektive verzeichnen natürlich ganz ordentlich und das Sony 10-18 mm F4 ist hier keine Ausnahme. Für mich ist das kein großes Thema, denn Lightroom korrigiert die tonnenförmige Verzeichnung wirklich gut, sofern die Objektivkorrektur aktiviert ist.

Die Verzeichnung könnt ihr auf dem folgenden Foto, das bei 10 mm entstanden ist, sehr gut beobachten.

Sony 10-18 mm F4 Verzeichung bei 10 mm – Links nativ und rechts mit Lightroom-Korrektur

Bei der Lightrrom-Korrektur wird übrigens auch die Vignettierung, die bei großen Blenden wie hier f/4.5 noch vorhanden ist, ebenso entfernt! Blende man ab, ist die Vignettierung so gut wie verschwunden.

Alternativen zum Sony 10-18 mm F4

Als Zoomlinse ist das Sony 10-18 mm am Sony APS-C E-Mount alternativlos.

Derzeit gibt es keine andere Zoolinse, die den UWW-Bereich bei Sonys kleiner Systemkamera-Serie abdeckt.

Finde ich schade, dass sich bis jetzt kein großer Hersteller wie Tamron oder Sigma für diesen doch sehr wichtigen Brennweitenbereich am APS-C Format interessiert. Vor allem, wenn man bedenkt, wie beliebt Sony Kameras sind.

Ich möchte euch noch zwei Festbrennweiten als Alternativen zum Sony 10-18 mm vorstellen, die ich mir überlegt habe, statt dem Sony 10-18 mm zu verwenden.

Samyang 12 mm F2

Samyang 12 mm F2

Das Samyang 12 mm F2 * ist ein beliebtes komplett manuelles Objektiv, das im Zentrum äußerst scharf abbildet. Das manuelle Fokussieren ist an den Systemkameras mit Fokus-Peaking und Fokuskupe kein Problem, schon gar nicht im Weitwinkelbereich.

Es ist sehr kompakt und mit 12 mm hat man einen schönen Weitwinkelbereich.

Es schickt doch jedoch keine EXIF-Daten an die Kamera und ihr könnt somit später in Lightroom schwer eruieren, mit welchen Einstellung ihr geschossen habt. Ich persönlich mag das nicht!

Außerdem hat das Samyang Probleme mit Flairs bei Gegenlichtaufnahmen. Das kann das Sony Objektiv deutlich besser, wie euch das folgende Foto zeigt.

Gegenlichtaufnahme Sony 10-18 mm

Optisch sehr gut bei Gegenlichtaufnahmen – Das Sony 10-18 mm F4 erzeugt keine Flairs (Lichtreflexe)

Oft wird auch eine gewisse Serienstreuung bemängelt. Nicht jedes Objektiv ist also gleich hochwertig verbaut. Dafür ist es günstig und wie gesagt ziemlich scharf und lichtstark. Erwischt man ein gutes Exemplar, kann man damit durchaus Freude haben.

Zeiss Touit 2,8/12

Zeiss Touit 2,8/12

Das Zeiss Touit 2,8/12 * ist ein sehr schönes und unglaublich hochwertiges 12 mm-Weitwinkelobjektiv für das Sony APS-C System.

Von der Bildqualität ist es besser als das Sony 10-18 mm, auch in den kritischen Randbereichen und natürlich auch lichtstärker. Ich habe es mir lange überlegt zu kaufen, allerdings hat es nicht den besten Autofokus und ist ein teures Objektiv.

Will man die beste Bildqualität, dann führt am Zeiss Touit 2,8/12 kein Weg vorbei!

Fazit – Mein Sony 10-18 mm Test

Das Sony 10-18 mm F4 * ist eine gute, aber keine perfekte Linse. Gerade die Unschärfe am Bildrand ist deutlich sichtbar und leider etwas unschön.

Trotzdem ist es aus meinem Fotorucksack nicht wegzudenken. Als Zoomlinse im Weitwinkelbereich ist es derzeit alternativlos und durch die Kompaktheit in Kombination mit der Sony Alpha 6000-Serie ist das Sony 10-18 mm mein treuer Begleiter beim Wandern, Bergsteigen und Reisen.

Bergfoto mit dem Sony 10-18 mm

Alternativlos für weitläufige Bergfotos – Sony 10-18 mm F4

Mit seinen Macken komme ich persönlich ganz gut zurecht. Wenn man die Unschärfe am Rand ein wenig beachtet, kann man die Bilder zuschneiden, um die unscharfen Bereiche zu eliminieren.

Wenn einem das bei der Aufnahme bewusst ist, ist es nicht so ein großes Problem.

Ich kann die Linse auf jeden Fall empfehlen. Ein wenig günstiger dürfte sie allerdings dann doch sein.

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