Reisebericht Tibet – Tipps und Erfahrungen

Reisebericht Tibet

Meine Reise nach Tibet war wirklich ein außergewöhnliches Ereignis in meinem Leben, von dem ich Euch in den nächsten Wochen hier auf meinem Blog näher erzählen möchte.

Ich werde Euch in Folgebeiträgen im Detail über meinen Aufenthalt in Lhasa, im Everest Basecamp und über die Umrundung des heiligen Berges Kailash berichten.

Reisebereicht Tibet: Zunächst möchte ich mit einem Übersichtsbeitrag starten, der euch ein paar generelle Infos und ein paar praktische Tipps für eine Reise nach Tibet vermitteln soll.

Tibet Teaser Video

Zum Einstimmen habe ich ein Tibet-Teaser Video zusammengestellt. Schaut Euch das Video umbedingt an! Es zeigt Euch überblicksmäßig alle Highlights, die ich in 16 Tagen in Tibet gesehen habe, darunter Lhasa, mehrere 8000er und den heiligsten aller Berge, den Mount Kailash.

Visum für Tibet

Tibet, das verbotene Land! Es ist schon was Besonderes nach Tibet zu reisen.

Vor der Reise müsst Ihr allerdings ein paar bürokratische Hürden nehmen. Ihr benötigt nicht nur ein Visum für China, sondern auch ein Permit für Tibet selbst, das man aber erst bekommt, wenn man das China-Visum besitzt.

Das Tibet-Permit wurde mir von meinem Reiseveranstalter www.tibetreiseexperte.de organisiert. Ich musste dazu nur meine China-Visum scannen und per Mail zum Reiseveranstalter schicken. Das Tibet-Permit habe ich mir dann am Flughafen in Peking von einem Mitarbeiter der Reiseagentur abgeholt.

Ohne das Papier durfte ich nicht in das Flugzeug nach Lhasa einsteigen.

Gesundheit und Impfungen

Da ich kein Arzt bin, bitte ich Euch, diese Infos mir Vorsicht zu genießen. Informiert Euch vor Eurer Reise bei einem Reisearzt über alle Belange zum Thema Gesundheit. Von meinem Arzt wurden mir folgende Impfungen empfohlen:

Grundimpfungen, die man eigentlich haben sollte

  • Diphterie / Tetanus / Keuchhusten / Polio
  • Hepatitis A und B
  • FSME
  • Masern / Mumps / Röteln

Zusätzlich Impfungen für Tibet

  • Typhus
  • Tollwut sollte man sich überleben, es gibt in Tibet zahlreiche streunende Hunde

Ich habe mich gegen eine Tollwut Impfung entschieden, bei streunenden Hunden in Tibet sollte man aber achtsam sein! Eine Reiseversicherung macht im Krankheitsfall besonders Sinn. Ich würde auf diese bei einer Reise nach Tibet nicht verzichten.

Do Khyi Tibetischer Mastiff

Do Khyi – Tibetischer Mastiff (der größte Rassehund der Welt), kein streunender Hund

Folgende Medikament solltet Ihr in Tibet mithaben

  • Antibiotikum gegen Durchfall – in der Höhe ist Wasserverlust sehr kritisch
  • Allgemeines Antibiotikum gegen Hals- Lunge- und Wundinfektionen
  • Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen (Paracetamol)
  • Mittel gegen Verstopfung
  • Desinfektionsmittel für Wunden
  • Creme gegen Sonnenbrand
  • Lippensalbe
  • Mittel gegen Husten
  • Blasenpflaster
  • Nasenspray mit Hyaluronsäure gegen das Austrocknen der Schleimhäute

Währung in Tibet

Außerhalb der großen Städte Tibets (während meiner Reise waren es Lhasa und Shigatse) werden Kreditkarten gar nicht angenommen. In Tibet zahlt Ihr am Besten altmodisch mit Bargeld.

Die Währung ist der chinesische Renminbi. Ich habe Geld in Peking am Flughafen gewechselt. In Lhasa könnt Ihr in jedem größeren Hotel Geld wechseln.

Die Preise sind für europäische Verhältnisse recht günstig. Ein Essen im Restaurant kostet um die 5-7 Euro inkl. Getränke. Ich habe in 16 Tage ca. 500 Euro für Essen, Proviant, Trinkgelder und Souvenirs ausgegeben.

Trinkwasser

Wasser könnt Ihr überall kaufen bzw. bei uns hat uns der Reiseveranstalter mit Wasser versorgt. Das Wasser aus der Leitung solltet Ihr nicht trinken, zum Zähneputzen könnt Ihr es aber verwenden.

Essen in Tibet

Typisch tibetisches Essen besteht aus einer einfachen und sehr reichhaltigen Kost. Dazu zählt gemahlenes Gerstenmehl (Tsampa), Buttertee und Yakfleisch. Es gibt aber überall chinesisches Essen, das sehr variabel und facettenreich ist. Vegetarier werden eine Auswahl an verschiedensten Speisen mit viel Gemüse in Tibet vorfinden. Auch die Tofugerichte waren wirklich ausgezeichnet.

Tibetisches Essen

Yakfleisch gibt es überall in Tibet

Fotografieren in Tibet

Folgende Fotoausrüstung habe ich in Tibet mitgehabt. In der Nähe von Polizeistationen und militärischen Einrichtungen ist das Fotografieren, so wie auch in anderen Ländern, verboten.

In den religiösen Anlagen der buddhistischen Klöster darf man außerhalb der heiligen Räumen fotografieren. Die Heiligtümer selbst darf man nicht fotografieren, manchmal gibt es jedoch Ausnahmen und man kann gegen ein Entgelt auch innen fotografieren.

Ersatzakkus solltet Ihr immer dabeihaben, denn Strom gibt es nicht überall. Das Laden der Akkus ist aber prinzipiell außerhalb der Stadt in den Gästehäusern und Teehausern möglich.

Reisebericht Tibet

Wandmalerei in den buddhistischen Klöster

Polizei und Checkpoints

Tibet ist keine freies Land. Reist Ihr mit dem Reisebus in Tibet, macht Euch darauf gefasst, dass Ihr an dutzenden Polizeicheckpoints oder Militäreinrichtungen kontrolliert werdet. Üblicherweise übernimmt der Reiseveranstalter die gesamte Bürokratie bei den Kontrollen. Es kostet allerdings Zeit und manchmal müsst Ihr auf die Polizeistation mitgehen und Euch mit dem Reisepass ausweisen.

Die unglaubliche Höhe Tibets

Wenn ihr in Lhasa ankommt, dann befindet Ihr euch bereits auf 3600 m Höhe. Die Höhe war für mich persönlich die größten Herausforderung während meiner Reise nach Tibet. Wir haben die meiste Zeit während der Reise von Lhasa nach Darchen in Westtibet auf weit über 4000 m Höhe verbracht.

Ich habe in Wien vorher ein einmonatiges Höhentraining absolviert, um mit der maximalen Höhe meiner Reise (das war bei mir 5600 m) besser zurechtzukommen.

Dennoch habe ich die Höhe deutlich gespürt und zwar in Form von Schlaflosigkeit und Appetitverlust. Der Körper braucht einige Zeit um sich zu akklimatisieren. In Tibet werdet Ihr die Höhe spüren.

Mount Everest von Tibet

Mount Everest Nordseite von Tibet – höher geht’s nicht mehr

Die Luft ist extrem trocken. Ihr solltet einen Nasenspray bei Euch haben, um Eure Schleimhäute zu befeuchten. Dass Ihr ab- und zu Blut spuckt oder Nasenbluten habt, sollte Euch nicht beunruhigen, es sei denn, es ist dauerhaft vorhanden.

Auch die Sonneneinstrahlung ist enorm. Bitte nehmt eine gute Sonnencreme (Apotheke) mir Lichtschutzfaktor 50 mit und verwendet sie täglich! Ebenso ist eine Sonnenbrille und ein Schutz für den Kopf Pflicht.

Geht es in Tibet anfangs am Besten ruhig an, trinkt viel Wasser und vermeidet Alkohol. Mit der Zeit wird die Anpassung an die unglaubliche Höhe besser. Manche vertragen die Höhe besser, andere schlechter. Ich gehöre leider zu den Letzteren.

Höhe Tibet

Unterkünfte außerhalb der Städte

Verlasst Ihr Lhasa, dann heißt es auch dem Komfort der Stadt Lebewohl zu sagen. Strom und Fließwasser, sowie Wassertoiletten sind dann mehr die Ausnahme als die Regel.

Die Unterkünft sind sehr einfach und einmal am Tag gibt es mit ein wenig Glück auch Strom und Warmwasser. Einen Schlafsack würde ich mitnehmen, denn ich persönlich habe mich nicht auf die Sauberkeit der Betten in den Gäste- und Teehäusern verlassen.

Extrem unhygienisch habe ich nur die Toilettenanlagen an den Straßen empfunden. Vergesst nicht Klopapier und Desinfektionsgel oder -spray (wichtigstes Utensil der Reise) immer bei Euch zu haben.

WCs in Tibet

Souveniers zum Mitbringen aus Tibet

Mir war es ein großes Anliegen für meine Freunde und mich wirklich etwas Besonderes aus Tibet mitzunehmen. Etwas was mich immer an die großartige Zeit erinnern soll. Folgende Erinnerungsstücke kann ich Euch empfehlen.

Gebetsfahnen – gibt es in Lhasa vor allem in Geschäften der Barkhor Street zu kaufen
Tibetische Glücksbringer – goldene oder silberne Anhänger, die sehr hübsch sind
Buhdistische Wappen – kann man in den Souveniershops der Klöster kaufen
Bilder mit religiösen Darstellungen – sehr schöne Bilder mit buddhistischen Motiven
Tibetische Teekannen – in den Teehäusern haben sie überall die Kunststoffteekannen mit schönen Motiven, kaufen könnt ihr sie im Souveniershops

Tibetische Gebetsfahnen

Tibetische Gebetsfahnen – das beste Souvenir aus Tibet

Ein paar Tipps zur Ausrüstung und Kleidung

Wenn ihr in Tibet so wie ich eine Kombination aus Kulturreise und Trekking macht, dann nehmt so viel wie nötig bzw. so wenig wie möglich an Ausrüstung und Kleidung mit.

Baumwollkleidung und Jeans würde ich zugunsten Funktionsbekleidung zu Hause lassen. Diese trocknet schnell und kann daher auch abends gewaschen werden.

Sonnenhut und Sonnenbrille sind Pflicht. Besser ihr reist mit einer Tasche als mit einem Koffer, das spart Platz in den Bussen. Ein Wanderrucksack solltet Ihr natürlich beim Trekking dabei haben.

Das wichtigste Utensil ist ein Desinfektionsspray oder -gel, den solltet Ihr immer bei Euch haben!

Bei der Fotoausrüstung würde ich auf jeden Fall ein Teleobjektiv mitnehmen (bis 200 mm). Mit dieser Brennweite habe ich wirklich tolle Fotos vom Everest und den anderen 8000er schießen können, die ich sonst nie hätte machen können, da sie einfach zu weit entfernt von den Pässen waren, die wir besucht hatten.

Buddhistisches Kloster in Lhasa

Buddhistisches Kloster in Lhasa

Ich hoffe ich habe Euch ein paar wertvolle Tipps für Eure Tibetreise geben können. Wollt Ihr mehr wissen, nutzt einfach die Kommentarfunktion unter dem Beitrag, ich antworte Euch gerne!

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4 Kommentare bei „Reisebericht Tibet – Tipps und Erfahrungen“

  1. Darf ich einen kurzen Hinweis anbringen? Das Tibet-Permit ist kein „Visum“, sondern lediglich eine Einreiseerlaubnis. Man kann sich durchaus ein unabhängiges Tibet wünschen, aber faktisch ist es eben doch ein Teil Chinas, sonst würdest du ja kein Visum für China brauchen.

  2. Stefan Czurda sagt: Antworten

    Hallo Oli, Danke für den Hinweis…ich habe es im Text geändert! LG, Stefan

  3. Vielen Dank für die vielen Tipps!

  4. Stefan Czurda sagt: Antworten

    Gerne! LG, Stefan

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