Meine Reise zum Mount Everest Basecamp

Mount Everest Tibet

Reise zum Mount Everest Basecamp

Von Lhasa über Gyantse nach Shigatse

Nachdem wir uns drei Tagen lang die Sehenswürdigkeiten von Lhasa angesehen habe, verlassen wir nun Tibets kulturelles Zentrum und brechen in unserem gemütlichen Kleinbus auf Richtung Westen und unsere Reise zum Mount Everest Basecamp beginnt. Obwohl ich die Stadt unglaublich spannend fand, freue ich mich nun schon auf die Bergwelten von Tibet.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Shigatse, die ca. 250 km entfernt von Lhasa liegt, von der wir uns am darauffolgenden Tag zum Everest Basecamp aufmachen werden.

Yamdrok See Tibet

Der idyllische Yamdrok See

Auf dem Weg zur zweitgrößten Stadt Tibets überqueren wir unseren ersten hohen Pass, den Gampala Pass in 4790 m Höhe. An dessen Fuß liegt der türkisblaue Yamdrok See, hinter dem sich die ersten Ausläufer des Himalaya auftürmen.

Weiter Richtung Shigatse passieren wir den imposanten Karo Gletscher am Fuße des Noijinkangsang, den mit 7206 m höchsten Berg dieser Region. Die Bergwelten sind hier schon sehr imposant.

Noijinkangsang (7206 m) und Karo Gletscher

Weiter Richtung Westen in Gyanse besichtigen wir das Palkhor Chöde Kloster wo eine mächtige Stupa steht. Etwas entfernt vom Kloster können wir die Dzong Festung bewundern, ehe wir  schliesslich nach gut acht Stunden Busfahrt Shigatse erreichen.

Kultur in Gyanse

Bevor wir die Stadt betreten dürfen, müssen wir die Polizeistation besuchen. Ein nerviges Prozedere, das in Tibet leider mehrmals auf der Tagesordnung steht. Die Stadt Shigatse selbst ist als typische Großstadt wenig attraktiv!

Abends erreichen wir endlich unser Hotel und entscheiden uns heute für ein nepalesisches Restaurant. Im Hotel gibt es zunächst keinen Strom, aber etwas später klappt es dann und ich genieße meine letzte warme Dusche im Hotel und eine der wenigen erholsamen Nächte in Tibet.

Die nächsten Tage werden auf jeden Fall abenteuerlicher und die Unterkünfte spartanischer werden!

Richtung Süden zum Hauptkamm des Himalaya

Gleich nach dem Frühstück steht ein Besuch des aus dem 17. Jahrhundert stammende Tashilhunpo Kloster auf dem Programm, ehe wir in Richtung Mount Everest Basecamp starten. Wir müssen heute abermals zahlreiche Polizei- und Militärkontrollen über uns ergehen lassen.

Tashilhunpo Kloster Shigatse

Tashilhunpo Kloster in Shigatse

Die Fahrt ist langwierig, aber das Wetter gut und wir freuen uns auf unsere Reise zum Mount Everest. Den ersten Ausblick auf den höchsten Berg der Welt sollten wir am Pang La Pass auf gut 5200 m Höhe genießen.

Angekommen am Pang La, einem der bekanntesten Aussichtspunkte auf den Everest in Tibet, hängt eine dichte Wolkenschicht über den hohen Gipfeln des Himalaya und der Everest und die anderen 8000er sind leider nicht sichtbar. Lediglich der Makalu, der mit 8485 m fünfthöchste Berg der Welt, ragt im Osten aus den Wolken.

Der Weitblick sollte aber am nächsten Tag um einiges besser sein!

Makalu vom Pang La Pass

Makalu (8485 m) – Der fünfhöchste Berg der Welt

Es ist das erste Mal, dass ich einen 8000er zu Gesicht bekomme, ein besonderes Ereignis für mich. Hoffenlich klappt es später dann auch mit der Sicht auf den Everest!

Die imposante Nordseite des Mount Everest

Je näher wir Richtung Süden kommen, um so mehr reißt die Wolkendecke über den Gipfeln auf. Gegen 18.00 treffen wir beim Touristen-Basecamp an der Nordseite des Mount Everest ein. Hier befindet sich ein Parkplatz und einige Zelte für Touristen, in denen auch wir heute schlafen werden.

Neben dem Rongbuk Kloster, dem am höchsten gelegenen Kloster der Welt, tummeln sich zahlreiche Yaks.

Rongbuk Kloster

Rongbuk Kloster – das höchste Kloster der Welt

Es sind nur mehr vereinzelt Wolken vorhanden. Hier steht er nun, der Mount Everest, der höchste Berg der Welt und zeigt seine Nordseite in voller Pracht.

Reise zum Mount Everest

Tibetische Nordseite des Mount Everest in voller Pracht

Was für ein gigantischer Ausblick. Wir wandern vom Parkplatz ein Stück Richtung Süden zu Markierungssteinen. Zum Basecamp der Bergsteiger darf man leider nicht weiter wandern. Nach ca. einem Kilometer nach dem Parkplatz ist für Touristen leider Schluß.

Markierungsstein Everest Basecamp

Markierungsstein Mount Everest Basecamp an der tibetischen Nordseite

Wir befinden uns auf 5200 m und genießen den Ausblick. Der Gipfel zeigt sich in unterschiedlichen Wolkenstimmungen und wir beobachten das Schauspiel, wie die letzten Sonnenstrahlen des Tages am Gipfel verschwinden. Unglaublich, ich denke besser kann man die Aussicht hier an der tibetischen Nordseite kaum erwischen.

Sonnenuntergang am Mount Everest

Sonnenuntergang am Everest Gipfel

In den Zelten ist es zwar gemütlich, aber der Geruch von Yakdung, mit dem der Ofen im Zelt beheizt wird, ist doch etwas streng. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Rindfleisch. Vor dem Schlafengehen gehe ich nochmals hinaus und mache mit dem Stativ und dem Teleobjektiv ein paar Nachtaufnahmen vom Everest.

Seht ihr die Lichter links am Berg? Das dürften die Highcamps für den Gipfelanstieg sein. Es ist Mai und daher gerade Bergsteiger-Saison am Everest.

Astrofotografie Mount Everest-1

Mount Everest bei Nacht

Eine qualvolle Nacht in 5200 m Höhe

Gegen 22:00 liegt die gesamte Reisegruppe im bequemen Zelt. Die tibetische Hausherrin nimmt davon leider nur wenig Notiz und telefoniert fröhlich mit eingeschaltenem Lautsprecher und lauter Stimme. Sehr rücksichtslos!

Erst nachdem ich sie freundlich, aber bestimmt darum bitte, dass wir alle gerne schlafen würden, wird sie etwas leiser, räumt aber noch eine gute halbe Stunde im Zelt laut zusammen, ehe sie selbst schlafen geht. Dazwischen kommen ein paar Fremde ins Zelt. Alles etwas eigenartig.

Reise zum Mount Everest Basecamp

Wohnzelte – Touristen Basecamp am Fuße des Mount Everest

An Schlaf ist diese Nacht bei mir sowieso nicht zu denken. Ich quäle mich durch die Nacht und am nächsten Tag geht es mir ganz und gar nicht gut. Der Höhenunterschied von 3800 m von Shigatse hier auf 5200 m war dann doch etwas zu viel. Eines der wenigen Dinge, die ich an unserem Reiseveranstalter www.tibetreiseexperte.de kritisieren muss, denn es war eigentlich laut Reiseplan noch eine weitere Nacht in einer geringeren Höhe geplant, bevor wir hier auf 5200 m ankommen.

Ich bin hundsmüde und mir ist den ganzen nächsten Tag ziemlich übel. Typische Anzeichen einer leichten Höhenkrankheit! Wir genießen in der Früh nochmals den Ausblick auf den Everest und verlassen das Touristen-Bacecamp.

Ich hoffe, dass es mir ein paar Hundert Höhenmeter tiefer wieder besser geht.

Höhenkrank Tibet

Eine weniger angenehme Nacht in Tibet

Pang La Pass – Blick auf fünf Achttausender

Wir brechen früh auf, denn unser nächstes Ziel, die Stadt Saga liegt weit entfernt. Der Weg führt uns erneut über den Pang La Pass, den wir gestern schon passiert hatten. Der Blick auf den Hauptkamm des Himalaya ist heute Früh wolkenlos und wir können alle hohen Gipfel des Himalaya an der Grenze zwischen Tibet und Nepal südlich des Passes sehen.

Eine unglaubliches Bergpanorama! Wir haben Ausblick auf fünf Achttausender: Makalu (8485 m), Everest (8848 m), Lhotse (8516 m), Cho Oyu (8201 m) und Shishapangma (8013 m) etwas weiter entfernt im Westen.

Das folgende Panorama von den 8000er des Himalaya ist wohl eines der beeindruckendsten Bilder, das ich jemals geschossen habe.

Panorama Everest vom Pang La Pass

Panorama der tibetischen Nordseite des Himalaya vom Pang La Pass

Mir geht es zwar körperlich heute gar nicht gut, aber ich werde mich in den nächsten Tagen erholen.

Einmal im Leben den Mount Everest und die weiteren 8000er dieser Gegend gesehen zu haben ist für mich eines der unglaublichsten Ereignisse in meinem Leben und ich bin wirklich sehr glücklich, dass während meiner Reise zum Mount Everest Basecamp das Wetter mitgespielt hat.

In meinem letzten Beitrag zu meiner Tibetreise möchte ich Euch dann über meinen Weg zum heiligsten aller Berge, den Kailash in Westtibet, erzählen, den wir in den kommenden Tagen erreichen und umrunden werden.

# Mount Everest, Reise zum Mount Everest Basecamp, Mount Everest Nordseite

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