Ras Al Khaimah, das unbekannte Emirat

Ras al Khaimah

Urlaub in Ras Al Khaimah

Das nördlichste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate ist weitaus weniger bekannt als die beliebten Urlaubsziele Dubai oder Abu Dhabi. Durch seine Nähe zu der omanischen Halbinsel Musandam und zum Hadschar-Gebirge, an dessen Fuße Ras Al Khaimah liegt, ist es dennoch eine äußerst interessante Destination.

Wer die Emirate abseits vom Prunk und künstlichen Tourismusattraktionen kennenlernen möchte, ist in Ras Al Khaimah (auch kurz RAK genannt) richtig. RAK entspricht also einem traditionellen Emirat und hat sich im Gegensatz zu Dubai nicht zu einer artifiziellen Metropole entwickelt. Ebenso steht der höchste Berg der Vereinigten Arabischen Emirate, der Jebel Jais (1934 m) in Ras Al Khaimah. Grund genug für einen Fotografen und Bergliebhaber das nördlichste Emirat zu besuchen und zu fotografieren.

Ich habe einen einwöchigen Winterurlaub zu Weihnachten 2017 hier verbracht. In den folgenden Zeilen möchte ich euch das unbekannte Emirat Ras Al Khaimah ein wenig näherbringen, ein paar Tipps und Ausflugsmöglichkeiten rundum Ras Al Khaimah vorstellen und euch meine Fotos zeigen, die ich aus dem Urlaub mitgebracht habe. Ich hoffe euch gefällt es!


Fusse des Hadschar Gebirge

Steinwüste am Fuße des Hadschar Gebirges

Ras Al Khaimah, die harten Fakten

Ras Al Khaimah liegt ganz im Norden der Emirate und grenzt an die solitäre Halbinsel Musandam an, die zum omanischen Staatsgebiet gehört. Das kleine Emirat entspricht nur ca. 2% der Gesamtfläche der Emirate. Im 18. Jahrhundert war es der Stützpunkt von arabischen Piraten ehe es unter die Herrschaft der Briten fiel. Am Ende der britischen Besatzung trat Ras Al Khaimah 1972 als siebentes und letztes Emirat den Vereinigten Arabischen Emiraten bei.

Als arabisch-islamisches Land müssen bei einem Urlaub natürlich die Sitten und Gebräuche respektiert werden. Es gibt außerhalb der Hotels keinen Alkohol und Frauen müssen auf die richtige Bekleidung achten und Schultern und Knie bedecken. Freizügiges Verhalten wird hier nicht geduldet. Arabische Frauen sollte man nicht anreden oder anstarren. Ich denke, wenn man sich darauf einstellt, sollte das kein großes Problem darstellen.

Trotzdem kann dann wohl unabsichtlich das eine oder andere Hoppala passieren, wie das folgende Foto zeigt (siehe rechts unten)!

Arabisches Hoppala

Man kann man sich wirklich problemlos in RAK bewegen, es gibt nahezu keine Kriminalität und man wird respektvoll behandelt…so waren auf jeden Fall meine persönlichen Eindrücke!

Nützliche Infos zum Urlaub in Ras Al Khaimah

Die beste Zeit die Emirate zu besuchen ist sicherlich der Winter. Es hat im Winter um die 30 Grad und es ist definitiv heiß. Ihr müsst euch auf jeden Fall vor der Sonne schützen! Ich habe jeden Tag eine Sonnencreme (mit Schutzfaktor 30) benutzt. Ebenso empfehle ich euch auf jeden Fall einen Hut zu tragen, denn die Sonne brennt den ganzen Tag auf euch herab!

Und nicht vergessen – Wasser trinken, aber bitte nicht aus der Leitung, weil das ist nämlich entsalztes Meerwasser und somit ausschließlich Nutzwasser. Wasser gibt es gratis im Hotel und kann überall gekauft werden.

Ich habe zwar keinen Hut mitgehabt…habe mir aber aus einem Tuch einen Sonnenschutz im arabischen Stil gebastelt (siehe Foto)! Cool, oder? Kleines Thema am Rande…es gibt ein lustiges You Tube Video, vom Biker Frank wie man so ein Tuch bindet, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Schaut es euch an…damit ihr nicht wie ein Häschen durch die Wüste rennt :-)!

Fotograf Stefan Czurda

Es gibt zwar einen lokalen Flughafen in RAK, dieser wird jedoch eher für den Transport von Waren benutzt, so erreicht ihr Ras Al Khaimah am besten mit dem Taxi bzw. Bus vom Dubai International Airport. Die Fahrtzeit beträgt ca. 1,5 Stunden.

Die Währung in den Emiraten ist der Dirham. Ich habe am Flughafen zu einem recht gutem Kurs Geld wechseln können. Es werden euch natürlich Gebühren abgezogen, die waren aber nicht so hoch. Vier Dirham entsprechen ca. einem Euro (Stand 2017). Ich kann auf jeden Fall empfehlen Bargeld dabeizuhaben. Ihr könnt in den Malls zwar mit Kreditkarte bezahlen, aber Bargeld macht euch das Leben bei den Taxifahrten oder beim Essengehen außerhalb der touristischen Ballungszentren wirklich leichter. Andere Währungen werden selten angenommen (außer in den Malls). Wechseln könnt ihr in den Hotels und Malls, aber achtet auf die Kurse!

Die Preise in Ras Al Khaimah sind moderat, günstiger als in Dubai. In den zahlreichen Malls kann man recht günstig essen. Die Kosten sind mit unseren hier in Österreich vergleichbar, vielleicht ist alles etwas billiger. In den Hotels wird es natürlich teurer. Das Taxifahren ist ebenso recht günstig, deshalb könnt ihr den einen oder anderen privaten Ausflug mit einem Taxifahrer unternehmen – auch das habe ich problemlos gemacht.

Ansonsten könnt ihr Ausflüge direkt im Hotel bei eurer Reiseagentour buchen. Dazu kommt oft eine deutschsprachige Person im Hotel vorbei. Gegebenenfalls müsst ihr dazu nur kurz den Reiseveranstalter anrufen. Über die Ausflüge werde ich euch später im Beitrag noch mehr erzählen, aber summa summarum waren die Trips sehr gut organisiert und man hat echt etwas für sein Geld bekommen.

Das Essen ist reichhaltig und man muss in der Regel in den Malls und den Hotels keine Angst haben, dass man sich eine Magen-Darm Infektion holt. Die arabische Küche ist reich an arabischem Brot, Hülsenfrüchen, Fetakäse, Salaten und Gegrilltem. Durch die vielen indischen Einwanderer gibt es an jeder Ecke Reis und Curries! Schweinefleisch gibt’s natürlich nicht, aber dafür Huhn, Lamm und Rind.

Die Datteln müsst ihr unbedingt probieren, diese gibt es in zahlreichen Variationen überall zu kaufen.

Freizeitaktivitäten in Ras Al Khaimah City

In der Stadt Ras Al Khaimah lohnt es sich vor allem die Malls zu besuchen. Hier könnt ihr günstig essen gehen. Die Malls sind nicht so üppig wie in Dubai, dafür gibt es meist ein Kino, Spielhallen und Freizeitmöglichkeiten für Kinder.

Freizeitaktivitäten in den Malls von Ras Al Khaimah

Ausserdem könnt ihr in den riesigen Supermärkten einkaufen. Insgesamt gibt es fünf Malls in Ras Al Khaimah, nämlich…

  • Al Hamra Shopping Mall
  • Al Naeem Mall
  • Al Safeer Mall
  • Manar Mall
  • RAK Mall

Empfehlen würde ich die Al Naeem Mall. Hier solltet ihr unbedigt das Reem Al Bawadi Restaurant besuchen, ein ausgezeichnetes Restaurant mit arabischer Küche und tollem Blick auf den Hafen von RAK.

Reem Al Bawadi Restaurant in Ras Al Khaimah

Wir gerne bekannte Kost haben möchte, der kann natürlich auch Fast Food essen. Die arabische Ausführung von McDonald’s sieht dann so aus!

McDonalds arabisch

McDonald’s auf Arabisch

Wie gesagt, RAK ist nicht Dubai. Prunkbauten und Tourismusattraktionen sind hier relativ rar. Ein Besuch der Altstadt, in der sich der Hafen und der Fischmarkt befindet lohnt sich jedoch allemal. Hier bekommt man ein Gefühl, wie das Leben in den Emiraten ganz ohne Protz abläuft – sehr interessant, wie ich finde.

Das Treiben und die Hektik am Fischmarkt ist spannend, wenn man den strengen Geruch nicht scheut.

Strände in Ras Al Khaimah

Der Persische Golf ist traumhaft schön zum Baden! An den Küsten befinden sich endlose Strände mit weißem Sand, so auch in RAK. Manche Reiseführer berichten, dass es die schönsten Strände am Persischen Golf in Ras Al Khaimah gibt.

Prinzipiell gibt es zwei Arten von Stränden, nämlich öffentliche und private Strände. Die Strände sind im Winter einsam, das Wasser hat vielleicht 22-24 Grad. Nahe der Stadt RAK gibt es mehrere öffentliche Strände. Am besten lasst ihr euch den genauen Ort auf einer Karte einzeichnen. Hier müsst ihr Handtücher (gibt es in eurem Hotel) und Sonnenschirme mitnehmen.

Shuttelbusse werden von den Hotels angeboten und bringen euch sowohl zu den öffentlichen, als auch zu den privaten Stränden.

Wunderschöne private Strände findet ihr in der Region um die Al Marjan Island nordwestlich von RAK City. Die Strände gehören zu den fünf Sterne Hotels Waldorf Astoria und Hilton Double Tree Marjan Island. Hier müsst ihr Eintritt zahlen (ca. 100 Dirham, Stand 2017) und dürft dann einen gepflegten Sandstrand mit allem Komfort genießen.

Der Waldorf Astoria Strand in Ras Al Kheimah 

Empfehlenswerte Ausflüge in Ras Al Khaimah

Meiner Meinung nach ist RAK vor allem aus zwei Gründen ein interessantes Urlaubsziel. Erstens wegen der Nähe zum Hadschar Gebirge. Der höchste Berg der Vereinigten Arabischen Emirate steht in Ras Al Khaimah, nämlich der Jebel Jais (1934 m).

Zweitens aufgrund der Nähe zu Musandam, der Halbinsel nördlich von RAK, die vom Persischen Golf umgeben ist und zum Oman gehört. In Musandam gibt ist unglaublich imposante Fjorde, also Meeresarme, die von kargen Bergen des Hadschar Gebirges begrenzt werden und landschaftlich atmenberaubend sind.

Diese zwei Ausflüge, Jebel Jais und die Fjorde in Musandam, müsst ihr unbedingt machen! Unbedingt !!! …die sind obligatorisch und nicht verhandelbar :-). Hier sind meine Beiträge zu den Trips zum Jebel Jais und nach Musandam.

Weg zum Jebel Jais

Hadschar Gebirge in Ras Al Khaimah – Am Weg zum Jebel Jais

Musandam Fjorde Oman

Die Fjorde des Oman in Musandam

Ein paar Worte zum Fotografieren in den Emiraten

Last but not least…ein paar Worte zum Fotografieren. Es handelt sich hier ja um einen Fotoblog :-)!

Welche Fotoausrüstung habe ich in Ras Al Khaimah mitgehabt? Da wären einmal die zwei Kameras, die Sony DSC-RX100, meine Allzweckwaffe für die Hosentasche und meine Sony Alpha 6000, die kleine Systemkamera, mein Baby mit e-mount Bajonett, das immer mit auf die Reise kommt.

Insgesamt habe ich drei Objektive mitgenommen, das Sony-Zeiss SEL1670 F4 ZA OSS (16-70 mm), das „Immerdrauf“-Weitwinkel-Standard Objektiv, das Sony SEL1018 F4 OSS (10-18mm)  Superweitwinkelobjektiv für die Wolkenkratzer von Dubai und das Zeiss Loxia 2.8/21, das am APS-C Format mit einem Crop-Fakor von 1,5 x zu einem lichtstarken Reportageobjektiv mit 31.5 mm Brennweite mutiert. Diese Linse ist vor allem für stimmige Bokehshots und Nachtaufnahmen geeignet.

Hier ein kleiner Vorgeschmack, was man nachts mit der Zeiss Linse anstellen kann. Mehr Available Light Fotos könnt ihr auch dann in den Folgebeiträgen ansehen.

Available Light Wüste

Available Light Foto aus der Wüste

Als Zubehör war natürlich mein Cullmann MUNDO 522TC Carbonstativ für Selfies, Graufilter- und Nachtaufnahmen mit dabei. Einen HAMA Lenspen brauche ich zum Reinigen der Objektive. Gerade in der Wüste mit dem feinen Sand ist das extrem wichtig. Die Sand wird vorher mit dem Pinsel entfernt, ehe man die Fettflecken mit der anderen feinen Seite des Lenspens reinigt. Hier muss man echt aufpassen, dass man sich nicht die Linse zerkratzt, also schön vorsichtig den ganzen Sand entfernen bevor man die Optik poliert.

Neben zwei Ersatzakkus für die Alpha 6000 und einem Ladegerät habe ich noch einen Blasebalg zum Sensorreinigen und einen Laptop zwecks Datenbackup mitgehabt. Ein Graufilter war auch dabei. Die Kameras und das Stativ habe ich in einem Fotorucksack herumgetragen.

In den Emiraten müsst ihr auf folgende Dinge beim Fotografieren achtgeben. Im Umfeld von Regierungsgebäuden (Flughafen, Hafen, Grenze, Militäreinrichtigungen,…) darf auf keinen Fall geknipst werden. Arabische Frauen sind ebenfalls tabu. Generell solltet ihr nachfragen, wenn ihr Fotos von Einheimischen macht. Das habe ich auch gemacht und ist oft kein Problem.

Seid in der Reisegruppe offen und fragt die Leute, ob sie Fotos von euch machen, sonst entgehen euch die coolsten Shots von euch!

Stefan Czurda in der Wüste

So…ich hoffe euch hat mein Erfahrungsbericht über Emirat Ras Al Khaimah gefallen und ich hoffe ebenso, dass ihr meine Tipps und Fotos hilfreich findet! Gerne könnt ihr auf meinen Beitrag verlinken und ihn in den sozialen Netzwerken teilen.

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