Hero GoPro 7 Black Test beim Bergsport

Hero GoPro 7 Black Test

Eigentlich hatte ich das Kapitel Hero GoPro bereits vor zwei Jahren abgeschlossen!

Meine damalige Hero 4 Session hat mich bei meiner anspruchsvollen und sehr aufregenden Bergtour über den Stüdlgrat am Großglockner gleich zu Beginn der Tour im Stich gelassen. Ich hatte kein einziges Videos von der Tour – nie wieder GoPro, hab ich mir damals geschworen.

Auf meiner Tibetreise habe ich sie dann doch mitgehabt. Das kleine Ding ist eben schon sehr flexibel einsetzbar. Die Videos, die ich bei meiner Kailash-Umrundung mit der GoPro gedreht habe, verwende ich heute für meine Reisvorträge.

Der Grund, warum ich mir die Hero GoPro 7 Black gekauft habe, war ganz klar die unglaublich tolle HyperSmooth-Stabilisierung.

Ein tolles Feature! Das Bild ist jetzt unglaublich ruhig, kein Vergleich mit den alten Modellen. Dazu später mehr!

Neben dem Bergsport verwende ich die GoPro auch auf Reisen und bei anderen Sportarten wie beim Radfahren.

Nun habe ich Sie zum Bergsteigen hier in Österreich mitgenommen. Wie ich sie in den Bergen verwende, möchte ich euch hier in meinem Hero GoPro 7 Black Test zeigen.

Gut ausgestattet

Technisch ist die GoPro Hero 7 gut ausgestattet, keine Frage. Sie ist wasserdicht und stoßfest, aber das kennen wir ja von allen Actioncams. Trotzdem macht das Gehäuse der GoPro 7 Black einen sehr stabilen Eindruck. Sie ist mir ein paar mal heruntergefallen, das macht der Kamera überhaupt nichts.

Natürlich kann sie in 4K filmen und das bei maximaler Framerate von 240 FPS. Ich persönlich brauche derzeit keine 4K/240 FPS. Für meiner Reisevorträge und für ein paar Teaser-Videos hier auf meiner Seite und für die sozialen Medien filme ich derzeit in 1080p bei maximal 120 FPS.

An der Bildqualität der Videos lässt sich nichts aussetzen. Für eine so kleine Kamera liefert sie einfach tolle Videos!

Schon seit einigen Modellen hat die GoPro an der Rückseite einen Bildschirm inklusive Touchscreen verbaut. Für den Bildaufbau und zu Kontrolle der Videos und Fotos möchte ich den Bildschirm nicht mehr missen. Er ist klein, aber sehr praktisch!

Die Bedienbarkeit mittels Touchscreen ist schlüssig und einfach. Ich habe allerdings das Display sperren müssen, damit das Bild nicht ständig in das Hochformat wechselt, wenn man die GoPro bewegt. Das kann nämlich ganz schön nervig werden und man bekommt dann Videos im falschen Format, die man nicht haben möchte. Die Menüführung ist einfach und gut aufgebaut.

Toll finde ich auch die Zeitraffer-Videofunktion, die man für Landschaftsaufnahmen in den Bergen und auf Reisen wirklich schön einsetzen kann. Sie ist sehr einfach umzusetzen und man benötigt eigentlich nur ein Stativ für die GoPro.

Go Pro Hero 7 Black Akku-Laufzeit

Ich finde die Akku-Laufzeit bescheiden. Wenn ich in den Bergen unterwegs bin, dann filme ich viel, um möglichst gutes Material später zum Schneiden zu haben. Ich habe mindestens drei volle Akkus mit dabei.

Wenn der Akku lange im Gerät verweilt, scheint er etwas an Kapazität zu verlieren. Ladet deshalb immer alle Akkus vor eurer Tour komplett auf!

Kauft euch ein paar Ersatzakkus und ein separates Ladegerät. Dieses Dreifachladegerät kann ich euch sehr empfehlen. Es ist auch als Aufbewahrungsbox für die Akkus sehr praktisch.

Die Akkukapazität lässt sich um einiges verlängern, wenn ihr die WLAN-Verbindung und die Sprachsteuerung unter den Einstellungen ausschaltet.

Hypersmooth-Stabilisierung

Das absolute Killer-Feature der neuen GoPro ist die HyperSmooth-Stabilisierung, die eine reine Software-basierende Stabilisierung ist. Wahnsinn, was die Entwickler von GoPro hier geleistet haben. Das Bild ist selbst bei starken Erschütterungen sehr ruhig.

Ein kleiner Vergleich von einem Clip, den ich 2018 mit den Hero GoPro Hero 4 Session in Tibet aufgenommen haben und einen vom Großglockner Gebiet von 2019 mit der Hero GoPro 7 Black. Die Hero GoPro Session hatte keine Stabilisierung.

Hero GoPro 7 Black Test – HyperSmooth-Stabilisierung ist genial!

Die Kamera war auf einem Selfie-Stick montiert. Da liegen Welten dazwischen, oder?

Man muss allerdings – wie gesagt – beachten, dass die gewünschte Framerate die HyperSmooth-Stabilisierung auch unterstützt, was euch praktischerweise im Menü „Videoeinstellungen und Auflösung und FPS“ angezeigt wird.

HyperSmooth Stabilisierung GoPro

Das „Auflösung und Framerate“ Menü der Hero 7 Black zeigt die Stabilisierung an

Bis 60 FPS wird die HyperSmooth-Stabilisierung sowohl bei Auflösungen von 1080p, 2.7K und 4K unterstützt.

Welche GoPro Befestigung beim Bergsport?

Ich probiere nicht zu viele unterschiedliche Mounts zu verwenden, sonst schleppe ich zu viel Zubehör am Berg mit.

Ich habe mir einen günstigen Selfie-Stick mit Stativfunktion * gekauft, auf den die GoPro eigentlich immer befestigt ist. Wenn ich die Kamera nicht verwende, stecke ich sie einfach in den Hüftgurt des Wanderrucksacks. Dort ist sie dann immer griffbereit.

GoPro Hero 7 Befestigung

GoPro im Hüftgurt – immer griffbereit

Wenn das Gelände anspruchsvoll wird, oder wenn ich klettern muss, dann packe ich sie natürlich weg!

Hätte ich sie allerdings ständig im Rucksack, dann würde ich weit weniger filmen. Der Stick gibt mir noch zusätzlich Stabilität beim Filmen.

Er lässt sich sehr weit verlängern und die Stativ-Funktion ermöglicht euch, die GoPro flexibel zu positionieren, um euch beim Wandern aus verschiedensten Blickwinkel zu filmen und zu fotografieren.

Auch Timelapse-Videos lassen sich mit der GoPro Hero 7 Black ganz einfach realisieren.

Hero GoPro 7 Black Test

Selfie Stick mit Stativ Funktion – Sehr praktisch beim Wandern und Reisen

Natürlich ist der Stick nicht so stabil wie ein Stativ, aber das Aufstellen dauert nur ein paar Sekunden. So kann man auch Videos machen, wenn nicht so viel Zeit ist, wenn ihr beispielsweise in einer Wander- oder Reisegruppe unterwegs seid.

Außerdem braucht ihr kein zusätzliches Stativ mitnehmen, was euch einiges an Gewicht spart.

Der Stick ist wirklich sehr ausgeklügelt und kostet nicht viel. Kann ich absolut empfehlen!

Zusätzlich verwende ich beim Bergsteigen auch noch den Chest-Mount *. Mit diesem lässt sich die Kamera stabil an der Körpermitte positionieren und man erhält eine spannende und recht wackelfreie Ego-Perspektive für Sportclips.

Wenn ihr den Chest-Mount verwendet, wird die Kamera kopfüber montiert. Sie Sichtfeld der Kamera soll immer etwas nach oben gerichtet sein. So bekommt ihr bessere Ausschnitte für eure Videos. Die Videos lassen sich ganz einfach in der Nachbearbeitung um 180 Grad rotieren.

GoPro Hero Chest-Mount

Den Helm-Mount empfehle ich weniger! Die Sicht aus der Kopfhöhe finde ich für Sport nicht so toll. Der Blickwinkel von weiter unten ist einfach dramatischer. Außerdem bewegt man den Kopf ständig und ruckartig, was das Video unruhig macht.

Unterschiedlicher Look – Von Fisheye bis Linear

Auch an der GoPro selbst könnt ihr in die Perspektive ändern. Unter der Videoeinstellung Sichtfeld habt ihr die Optionen „SuperView“, „Weit“ und „Linear“.

So könnt ihr eurer Aufnahme entweder einem extremen Fisheye-Look geben (Einstellung „SuperView“), diesen etwas weniger stark ausfallen lassen (Einstellung „Weit“), oder bei einer dezenteren Weitwinkel-Einstellung filmen. Bei „Linear“ ist die Verzeichnung nicht mehr so stark.

Bei Sportclips sind extreme Perspektive natürlich schon cool, aber diesen Look muß man nicht übertreiben!

Wer ihr es etwas cineastischer haben möchte, dann verwendet die Einstellung „linear“.

Das Umschalten der unterschiedlichen Sichtfelder ist auf jedenfalls sehr hilfreich und ein absolutes Highlight der Actioncam!

Beispielvideo aus den Bergen

Genug der Theorie! Im Sommer 2019 habe ich die GoPro dann mit auf einer Bergtour im Großglockner Gebiet auf das Teufelskamp mitgehabt.

Das folgende Video habe ich in 1080p und bei 60 FPS gedreht.

Zum Einsatz kamen während der Tour der Selfie-Stick und der Chess-Mount.

Fotografieren mit der GoPro

Nicht ganz unwesentlich ist natürlich auch die Bildqualität beim Fotografieren, denn wir wollen ja mit der GoPro auch das eine oder andere Foto schießen.

Bilder sind in einer Auflösung von 4000 x 3000 Pixel (also 12 MP) möglich.

Für professionellere Ansprüche unterstützt die GoPro das RAW-Dateiformat, allerdings nur, wenn das Sichtfeld auf „Weit“ eingestellt. Beim Sichtfeld „Linear“ funktioniert der RAW-Modus leider nicht. Das ist natürlich schade, denn so kann man beispielsweise Landschaftsaufnahmen nur in einer sehr extremen Perspektive in RAW schießen.

Hier ein Vergleich zweier Fotos, die in RAW bzw. JEPG geschossen wurden.

Hero GoPro 7 Black Test der Bildqualität – RAW-Format (links), JEPG (rechts)

Die Fotos stammen unbearbeitet aus der Kamera. Die JEPG-Aufnahme (rechts) wirkt natürlich auf den ersten Blick knackiger. Sie ist aber sehr stark überschärft und verliert so an Details, was man in der Vergrößerung in Lightroom gut erkennen kann.

GoPro Bildqualität Test

JEPG-Fotos aus der GoPro sind stark überschärft

Die RAW Fotos zeigen bereits bei ISO 100 ein deutliches Bildrauschen.

Die Fotos aus den GoPro Hero 7 Black sind aber durchaus brauchbar. Bei diversen actionreichen Sportarten hat man ja oft keine andere Kamera griffbereit und hier leistet die GoPro gute Dienste.

Die Fotos lassen sich für soziale Medien, oder auch hier für den Blog gut nutzen. Durch die kleine Sensorgröße sind keine professionellen Fotos möglich, aber dazu ist die GoPro ja auch nicht da!

GoPro Hero 7 Black Test beim Fotografieren

Fotos aus der GoPro sind nicht perfekt, aber nutzbar

Stabilitätsprobleme

Was nach wie vor ein großes Problem ist, sind die häufigen Systemabstürze der Hero GoPro 7 Black. Schon bei früheren Modellen trat dieses Problem auf und leider hat die Actioncam nach wie vor Stabilitätsprobleme.

Während meiner Reise nach Schottland hatte ich die Kamera im Dauereinsatz beim Filmen und sie ist mir sicher dreimal am Tag abgestürtzt. Das Problem lässt sich zwar leicht beheben, indem man den Akku kurz herausnimmt, aber dennoch ist es schon sehr bedenklich, dass der Actioncam-Marktführer kein stabiles System hinbekommt.

Wenn ich am Berg klettere und mir die Kamera ausfällt, bin ich sauer! Ist mit bei der Hero 4 Session schon passiert und ein paar Generationen später ist dieses Problem offensichtlich immer noch nicht behoben.

Fazit – GoPro Hero 7 Black Test

Am besten trifft es wohl Licht und Schatten bei meinem GoPro Hero 7 Black Test!

Eigentlich eine tolle Cam mit einer unglaublich guten Stabilisierung, guter Bedienbarkeit mittels Touchscreen und super Videoqualität. Die Bildqualität ist zwar nicht überragend, aber für so eine kleine Kamera durchaus in Ordnung.

Das häufige Abstürzen des Betriebssystems ist allerdings sehr störend und eigentlich ein No-Go für eine etablierte Marke wie GoPro.

Eine tolle Cam, wenn sie nicht gerade streikt!

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