Tipps für ein gutes Posing bei Portraits

Gutes Posing bei Portraits

Gutes Posing bei Portraits

Die beste Fotoausrüstung nutzt einem Fotografen nicht viel, wenn er es nicht schafft, sein Model richtig in Szene zusetzen. Diese Aufgabe ist für uns Fotografen oft die größte Hürde und erfordert neben einer guten Kommunikation auch fundiertes Wissen über Posing bei Portraits.

In diesem Beitrag habe ich ein paar einfache Tipps zum Posing für gelungene Kopf bzw. Kopf-Schulter-Portraits zusammengefasst. Die Techniken wende ich selbst für meine Portraits an.

Mit den folgenden Tipps könnt Ihr Euer Model perfekt in Szene setzen.

Angenehme Atmosphäre und Entspanntheit

Portraits sollen entspannt wirken, sonst fehlt der natürliche Ausdruck des Models. Gleich zu Beginn des Shootings sollte Ihr darauf achten, dass sich die Person, die Ihr fotografiert, wohlfühlt.

Ich interessiere mich immer für meine Kunden und frage ein paar persönliche Sachen. Das bricht das Eis und kann dann später als Ansatzpunkt für ein natürliches Lächeln verwendet werden. Das Model sollte ganz locker und entspannt stehen, ausatmen, Hände mal durchschütten und entspannt in die Hüfte legen.

Eine gute Körperhaltung

Für ein stimmiges und entspanntes Portrait bitte ich meine Akteure ihre Fuße im Stand zu verschrenken und das Gewicht auf das hintere Bein zu verlagern. Dadurch entsteht bei Männern und Frauen eine entspannte Haltung. Bei Frauen werden zusätzlich noch die weiblichen Kurven betonen.

Danach wird eine gerade Haltung des Oberkörpers eingenommen. Die Brust kommt raus und die Schultern werden in einer entspannten Haltung ein wenig nach hinten geschoben. Diese Grundhaltung sollte dann während des gesamten Shootings aufrecht herhalten bleiben.

Arme und Hände bei Portraits

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Arme und Hände bei Portraits zu positionieren. Eine gute Haltung dieser Körperteile ist gar nicht so einfach.

Arme zu nahe am Körper wirken steif und machen die Körper breit, diese Haltung solltet Ihr vermeiden. Hände in die Hüfte legen, unterstützt eine entspannte Haltung. Zwischen Körper und Arme sollte immer Platz sein.

Verschränkte Arme können bei Portraits selbstbewusst und gelassen wirken. Achtet darauf, dass die Handrücken sichtbar bleiben und die Finger nicht zu weit gespreizt sind, das wirkt nämlich unnatürlich und nervös.

Nicht ist wichtiger als die Kieferpartie

Arbeitet an der Kieferpartie Eures Models, damit Ihr eine schöne Kontur des Gesichts bekommt. Das Kinn sollte deutlich sichtbar sein. Das erreicht Ihr am Einfachsten, wenn der Kopf etwas nach vorne gebeugt wird und die Schulter, die zur Kamera schaut ein wenig gesenkt wird.

Stellt Euch eine Schildkröte vor, die Ihren Kopf aus dem Panzer neigt. Aber bitte dezent, sonst sieht es komisch aus! Mit dieser einfachen Technik werdet Ihr auch ein Doppelkinn los.

Nicht zu viel Drehung des Kopfes

Portraits müssen nicht immer frontal von vorne gemacht werden. Dreht sich der Kopf, dann achtet darauf, dass seitlich am Nacken keine Falten entstehen. Das sieht nämlich nicht sehr schön aus.

Natürlichkeit, kein künstliches Lächeln

Als Fotograf müsst Ihr ständig mit Eurem Model kommunizieren. Bitte sagt Eurem Model nicht, dass es Lächeln soll. Probiert bei einem initialen Gespräch ein paar Vorlieben Eures Models herauszufinden und setzt diese bewußt in Eure Gespräche ein, um ein Lächeln zu erzeugen. Das können beispielsweise Hobbies, Kinder oder einfach Dinge sein, die sie/er gerne hat.

So bekommt ihr ein natürliches Lächeln und dann habt Ihr eigentlich schon ein sehr authentisches und freundliches Portrait.

Achtet auf die Haare

Dieser Tipp ist zwar selbsterklärend, aber bei einem guten Portrait müssen die Haare stimmen. Strähnen im Gesicht (außer es ist gewollt) und Haare, die zu Berge stehen, stören einfach das Gesamtbild und sind in der Nachbearbeitung oft schwierig zu korrigieren.

In meinem Studio hängt an der Wand ein Spiegel und dort kann sich das Model jederzeit die Haare zurecht richten. Ihr müsst allerdings selbst immer ein Auge auf die Haare haben.

Peter Hurley’s „The Headshot“ – zum Dazulernen

Glaubt ja nicht, dass Ihr in einem bestimmten Gebiet schon alles wisst und bildet Euch weiter. Eine Bereicherung für mich war das das Buch The Headshot von Peter Hurley.

In dem Werk erfährt Ihr einiges an Tipps zum Thema Posing für Kopfportraits. Peter Hurley erklärt beispielsweise wie wichtig ihm die Kieferpartie bei Portraits ist und gibt sehr gute und einfach Tipps fürs Posing bei Portraits.

Nicht alles was er empfiehlt finde ich gut, aber sein Ansatz hat mich im Gebiet der Portraitfotografie schon weitergebracht. Hier auch ein spannendes Video, in dem er mit Speedlights arbeitet.

Beispielbild

Bei diesem Bild gefällt mir das Posing sehr gut. Edina hat einen freundlich-selbstbewussten Gesichtsausdruck, eine gute Körperhaltung, eine scharfe Kinnpartie, die Arme sind weg vom Körper und die Haare sehen soweit gut aus.
Gutes Posing bei Portraits

Fazit Posing bei Portraits

Posing bei Portraits ist weitaus wichtiger als die die neuerste Kameratechnik. Arbeit an Eurer Kommunktion mit Eurem Model und gebt klare Anweisungen. Lasst es mich wissen, ob Euch meine Tipps weitergeholfen haben.

Für weitere Tutorials zum Thema Portraitfotografie folgt mir auf Facebook!

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