Filter für die Bergfotografie

Filter für die Bergfotografie

Filter für die Bergfotografie

B+W Pol- und Graufilter von Schneider Kreuznach

Wir ihr wisst, bin ich ein passionierter Bergfotograf. Hier könnt ihr euch meine schönsten Werke ansehen.

In der Bergfotografie machen für mich zwei Arten von Filtern Sinn, einerseits ein Graufilter und andererseits ein zirkulärer Polfilter. Beide Filter haben einen unterschiedlichen Effekt auf das Foto – dazu später mehr.

Die deutsche Firma Schneider Kreuznach stellt schon seit vielen Jahren ihre B+W Filter Produktlinie her. Die Filtersysteme zeichnen sich sowohl optisch, als auch mechanisch durch eine exzellente Güte aus und gelten bei Fotografen als das Non-Plus-Ultra im Bereich professioneller Filtersysteme.

Für mein Zeiss Loxia 2.8/21, mein absolutes Lieblingsobjektiv in der Outdoorfotografie, wollte ich was die Qualität der Filter angeht keine Kompromisse eingehen und nur hochqualitative Systeme verwenden. Wäre ja schade, wenn man die perfekte Abbildungsleistung des Zeiss-Objektives durch einen Filter mit geringer Qualität beeinträchtigt.

Schneider Kreuznach hat mir netterweise für das Loxia 21 mm, das eine Filterdurchmesser von 52 mm besitzt, einen Polfiler und einen Graufilter (ND 3.0 / 110) aus ihrer Premium-Linie zur Verfügung gestellt. Die professionellen Filter besitzen eine sehr kompakte Bauweise und eine schmutz- und wasserabweisende Vergütung.

Ich war mit den B+W Filtern in den Bergen unterwegs und habe die Produkte getestet. Konkret habe ich folgenden Produkte von Schneider Kreuznach bekommen:

  • ND 3 – 1000x Graufilter: B+W Filter Digital MRC nano XS-Pro
  • Circular Polfilter: B+W Filter Digital MRC nano XS-Pro

Wie sich die Filter geschlagen haben, möchte ich euch nun gerne berichten.

Graufilter in der Outdoor- und Bergfotografie

Produkte der Premium Linie von B+W werden in einer edlen schwarzen Verpackung geliefert und sind sehr schmal gebaut. Durch die kompakte Bauweise werden bei extremen Weitwinkelobjektiven, die an Vollformatkameras benutzen werden, Vignettierungseffekte verhindert, es kommt also zu keiner Randabschattung auf eurem Foto – das ist gut!

Wozu verwendet man eigentlich einen Graufilter in der Outdoor Fotografie? Schraubt ihr den Graufilter vor euer Objektiv, wird eure Linse abgedunkelt und es trifft weniger Licht auf den Sensor eurer Kamera. Dadurch könnt ihr am hellen Tag mit langen Belichtungszeiten fotografieren, was ohne Graufilter selbst bei den niedrigsten ISO-Werten nicht möglich wäre.

In der Outdoorfotografie empfehle ich euch, umbedingt einen Graufilter mit einer Neutraldichte von 3 zu verwenden (ND 3). Schneider Kreuznach bezeichnet diesen Filter als ND 3.0 (110). Bei anderen Herstellern heißt er übrigens ND 1000. Ein solcher Filter kann Licht um 10 Blendenstufen reduzieren, was ihr in den Bergen definitiv braucht, wenn ihr untertags mit einem Graufilter fotografieren wollt.

Durch einen Graufilter können interessante Wassereffekte entstehen, oder auch Wolkenbewegungen abgebildet werden, was zu einem sehr stimmigen Landschaftsbild führt. An Orten mit vielen Menschen könnt ihr mit einem Graufilter lange belichten. So verschwinden Personen, die sich bewegen, aus eurem Bild. Dieser Effekt kann in den Bergen auch durchaus sinnvoll sein, wenn ihr euch an Orten befindet, wo viel los ist.

Wenn ihr Fotos mit einem Graufilter macht, dann braucht ihr auf jeden Fall ein Stativ. Schraubt eure Kamera auf das Stativ und wählt den gewünschten Ausschnitt aus. Dann fokussiert ihr per Autofokus oder noch besser manuell. Der Fokus wird nun nicht mehr verändert. Nun schraubt ihr den Filter auf euer Objektiv und berechnet die Belichtungszeit. Erinnerte ihr euch? Ihr müsst jetzt 10 Blendenstufen an Licht kompensieren (aus 1/250s werden 4 s Belichtszeit mit dem ND 3.0 Filter).

Habt ihr keine Lust zu rechnen, dann könnt ihr euch zur Erleichterung eine Tabelle für die Belichtungszeiten aus dem Netz ausdrucken und auf eure Fototour mitnehmen.

Den attraktiven Wassereffekt könnt ihr auf den folgenden Fotos sehen.

Beide Fotos stammen unbearbeitet aus meiner Sony Alpha 7. Das linke Foto wurde mit einer 1/50 Sekunde geschossen, während beim rechten Bild mit 13 Sekunden belichtet wurde, was zur Glättung des Wassers geführt hat. Die lange Belichtungszeit ist untertags ohne Graufilter nicht möglich.

Um die Qualität des Filters zu beurteilen, schaue ich mir die Bildschärfe beider Fotos in der 100%-Ansicht in Lightroom an. Ich kann keinen wirklichen Schärfeverlust bei Verwendung des Graufilters erkennen. So habe ich mir das gewünscht! Der Graufilter von B+W beeinträchtigt also die Abbildungsleistung meines Loxia 21 mm nicht.

Schärfeverlust Graufilter

Kein Schärfeverlust beim B+W Graufilter

Das folgende schwarz-weiß Bild von einem Gebirgssee ist ebenso unter Verwendung eines Graufilters entstanden. Bei f/8 habe ich hier am helllichten Tag 13 Sekunden lang belichtet. Da das Gewässer sehr ruhig war, sieht man die Glättung des Wassers auf dem Foto nicht allzu stark, dafür ist am Himmel eine dezente Wolkenbewegung erkennbar.

See Graufilterfoto

An einem windigen Tag in den Bergen ist der Effekt der vorbeiziehenden Wolken natürlich viel stärker sichtbar (siehe letztes Bild in diesem Beitrag).

Zuletzt noch ein Foto, auf dem ihr sehr schön sehen könnt, wie Personen verschwinden, wenn man einen Graufilter verwendet. Das Foto habe ich in den Hohen Tauern neben einem Gebirgssee aufgenommen. Ich habe 25 Sekunden belichtet.

Neben mir hat ein Pärchen fotografiert. Links im Bild seht ihr noch die Spuren von zwei Personen. Hätten sich beide bewegt, wären sie aus dem Bild verschwunden. In diesem Fall aber gut, dass sie das nicht gemacht haben und man sie noch sieht, so könnt ihr den Effekt des Graufilters besser beobachten!

Menschen verschwinden Graufilter

Einen sehr schönen weiterführenden Artikel über die Verwendung eines Graufilters findet ihr auf dem deutschen Fotoportal Kwerfeldein. Ich finde den Beitrag sehr hilfreich und empfehlenswert!

Polfilter – Kontraste und Verschwinden von Spiegelungen

Ein zirkulärer Polfilter erlaubt die Polarisation von Licht, dass heißt er ermöglicht, dass Licht nur in einer definierten Ebene durch das Objektiv trifft. Neben der Polarisation dunkelt der Filter auch ein wenig ab, da ja gewisse Lichtbereiche durch die Polarisation ausgesperrt werden.

Schön und gut, klingt kompliziert, aber was bringt uns das eigentlich in der Outdoor- und Bergfotografie? Ein Polfilter verstärkt das Grün und Blau auf unseren Fotos. Himmel und Gras werden satter dargestellt. Landschaftsfotos bekommen durch einen Polfilter stärkere Kontraste.

Auf den folgenden zwei Fotos, auf denen der Großglockner, der höchste Berg Österreichs abgebildet ist, könnt ihr den Effekt des B+W Polfilters eindeutig erkennen. Das linke Foto wurde ohne, das rechte Foto mit dem Filter gemacht.

Da der Filter natürlich auch Licht schluckt, müsst ihr bei gleicher Blende mit einer etwas längeren Belichtungszeit fotografieren. Draußen in den Bergen am Tag habt ihr aber sicher kein Problem mit zu wenig Licht.

Der Polfilter verstärkt nicht nur Kontraste, sondern kann auch Spiegelungen von Oberflächen entfernen. In der Landschaftsfotografie könnt ihr so Spiegelungen am Wasser zum Verschwinden bringen.

Hier ist wieder eine Fotoserie, um euch diesen Effekt zu veranschaulichen. Am rechten Bild könnt ihr sehen, dass die Reflexion des Himmels nahezu verschwunden ist.

Bei der Verwendung eines Polfilters gibt es zwei Dinge zu beachten. Ihr könnt die Stärke des Polarisationseffekts bestimmen, indem ihr am Filter dreht. Die Kontraste fallen dann stärker oder schwächer aus, so wie ihr das am liebsten haben möchtet.

Die Stärke des Effekts hängt ebenso vom Stand der Sonne am Himmel ab. Befindet sich die Sonne links bzw. rechts neben euch, also im 90 Grad Winkel zur optischen Achse des Objektivs, dann fällt der Effekt viel stärker aus, als wenn die Sonne vor oder hinter euch steht.

Am besten ihr spielt euch einfach ein wenig herum mit dem Filter, die Handhabung eines Polfilters ist aber gar nicht so schwierig!

Bei der Verwendung des B+W Polfilters zeigt sich ebenso keine merkbare Abnahme der Bildschärfe. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, kommt es zu einer perfekten Abbildung der Landschaftsfotos bei Verwendung beider Filter. Auf die Produkte von Schneider Kreuznach ist Verlaß!

Fazit – Filter für die Bergfotografie

Graufilterfoto am Attersee

Typisches Graufilterfoto mit Wasserglättung und Wolkenbewegung (10mm – f/8 – 6 s – ISO 100)

Mit optischen Filtern lassen sich in der Landschaftsfotografie interessante Effekte erzielen. Ein Graufilter ermöglicht imposante Wassereffekte und Wolkenstimmungen, während ein Polfilter Kontraste verstärkt und Spiegelungen entfernen kann.

Einen Grauverlaufsfilter, den der eine oder andere hier möglicherweise vermissen wird, verwende ich persönlich nicht, da ich Verlaufseffekte in meine RAW-Entwicklung bei Bedarf einbaue.

Die optische Qualität und Vergütung sind wichtige Qualitätsmerkmale von Filtern für die professionelle Fotografie. Ich empfehle euch hochqualitative Produkte (wie die B+W Filter von Schneider Kreuznach) zu kaufen, welche die Abbildungsleistung eures Objektives nicht beeinträchtigen.

Es zahlt sich aus, ein bisschen mehr Geld auszugeben, denn solche Filter werdet ihr sicher auch noch in zehn Jahren oder mehr haben.

So und wenn ihr Lust habt, dann lasst mir einen Kommentar mit einem Link zu euren Fotos da, die ihr mit einem Graufilter geschossen habt!

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