Die 10 höchsten Berge Österreichs

Titel höchsten Berge Österreichs

Für viele Bergsteiger sind Listen von den höchsten Bergen einer bestimmten Region zum Erreichen ihrer sportlichen Ziele sehr wichtig.

Aber welche sind nun die zehn höchsten Berge Österreichs ?

Eigentlich eine einfache Frage, oder doch nicht?

 

Die Schwierigkeit besteht darin, was man als Berg definiert und welche Kriterien man bei der Auflistung heranzieht.

 

In diesem Beitrag möchte ich mich deshalb mit diesem Thema befassen und natürlich gibt es eine Menge Fotos und Infos dazu!

Der höchste Berg Österreichs – Großglockner mit Glocknerwand

Die zehn höchsten Berge Österreichs sind:

  1. Großglockner – Hohe Tauern (3798 m)

  2. Wildspitze – Ötztaler Alpen (3768 m)

  3. Weißkugel – Ötztaler Alpen (3738 m)

  4. Glocknerwand – Hohe Tauern (3722 m)

  5. Großvenediger – Hohe Tauern (3657 m)

  6. Hintere Schwärze – Ötztaler Alpen (3624 m)

  7. Hinterer Brochkogel – Ötztaler Alpen (3623 m)

  8. Similaun – Ötztaler Alpen (3599 m)

  9. Großes Wiesbachhorn – Hohe Tauern (3564 m)

  10. Vorderer Brochkogel – Ötztaler Alpen (3562 m)

Quelle Höhenangaben: AMAP Austria (Stand März 2020)
Schartenhöhe mit 100 m festgesetzt (mehr dazu hier im Text)

Karte der höchsten Berge Österreichs

Auf der folgenden Karte könnt ihr die geografische Lage der höchsten Berge Österreichs sehen. Ich habe die Berge entsprechend der Liste oben durchnummeriert.

 

Wenn ihr auf die Nummern auf der Karte klickt, bekommt ihr zusätzliche Informationen. Da manche Berge nahe aneinander liegen, müsst ihr eventuell ein wenig in die Karte hineinzoomen.

Hohe Tauern und Ötztaler Alpen

Die Berge verteilen sich auf die zwei höchsten Gebirgsgruppen in Österreich, nämlich die:

  • Hohen Tauern - Umfassen Teile von Salzburg, Kärnten und Osttirol 
  • Ötztaler Alpen - Befinden sich ausschließlich im Bundesland Tirol

Wildspitze – Der zweithöchste Berg Österreichs

Der Großglockner (3798 m), die Glocknerwand (3722 m) und das Großes Wiesbachhorn (3564 m) gehören innerhalb der Hohen Tauern zu der Glocknergruppe.

 

Der Großvenediger-Gipfel (3657 m) steht auf Salzburger Landesgebiet in der Venedigergruppe, ebenso eine Untergruppe der Hohen Tauern. 

 

Der Großvenediger ist daher auch der höchste Berg von Salzburg.

 

Die anderen sechs Berge stehen alle in den Ötztaler Alpen auf Tiroler Boden, manche von ihnen sind allerdings Grenzberge.

 

Das ist auch gar nicht verwunderlich, denn in den Ostalpen gibt es keine so große Fläche an Höhenlagen über 3000 m wie in den Ötztaler Alpen.

Weißkugel – Der dritthöchste Berg Österreichs

Die Wildspitze (3768 m), der zweithöchste Berg Österreichs, und ihre Nachbarberge, der Vordere Brochkogel (3562 m) und der Hintere Brochkogel (3623 m), stehen als eigenständige Berge fest auf österreichischem Staatsgebiet.

 

Um Grenzberge handelt es sich bei der Weißkugel (3738 m), dem dritthöchsten Berg Österreichs, bei der Hinteren Schwärze (3624 m) und beim Similaun (3599 m). 

 

Die Gipfel dieser Berge werden mit italienischem Staatsgebiet auf Südtiroler Boden geteilt.

Nordseite vom Großvenediger – Der fünfhöchste Berg Österreichs

Wenn sich Höhen ändern...

Die Liste der weist eine gewisse Dynamik auf, was bedeutet, dass sich die Höhen einiger Berge durchaus ändern können.

 

Der Großvenediger und der Hinteren Brochkogel sind vergletschert und durch das Abschmelzen des Eises verringert sich natürlich die Höhe.

 

Beide Berge sind somit von einem Höhenschwund betroffen.

 

Eventuell kann sich somit auch die Reihenfolge der zehn höchsten Berge verändern.

 

Bei den drei Höchsten – Großglockner, Wildspitze und Weißkugel – ist dies eher unwahrscheinlich.

Hintere Schwärze – Der sechsthöchste Berg Österreichs

Schartenhöhe – Wie definiere ich einen Berg?

Die Schwierigkeit bei der Erstellung solcher Listen besteht darin, wie man einen Berg definiert.

 

Der Kleinglockner mit einer Höhe von 3770 m fehlt in der Liste, während die Glocknerwand, als vierthöchster Berg Österreichs (3722 m) in die Liste aufgenommen wurde.

 

Warum ist das so?

 

Hier kommt der Begriff der Schartenhöhe ins Spiel, mit dem versucht wird, zwischen Berg und Gipfel zu unterscheiden.

 

Aber was ist eigentlich die Schartenhöhe

 

Vereinfacht gesagt ist die Schartenhöhe der geringste Abstieg, den man machen muss, um auf einen höheren Berg zu gelangen. 

 

Die Schartenhöhe eines Gipfels entspricht der Höhendifferenz zwischen einem Gipfel und der höchstgelegenen Scharte, die zu einem höheren Gipfel führt.

Similaun – Der achthöchste Berg Österreichs

Unterschied zwischen Berg und Gipfel

Aber was ist jetzt der Unterschied zwischen Berg und Gipfel?

 

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es hierzu kein einheitliches System gibt.

 

Die UIAA hat bei der Erstellung ihrer offiziellen Liste der Viertausender der Alpen eine Mindestschartenhöhe von 30 m definiert, um einen Gipfel in die Liste aufzunehmen. 

 

War dies bei einem Gipfel nicht der Fall, hat man in seltenen Fällen zusätzlich morphologische und alpinistische Kriterien herangezogen.

 

Ein Berg muss natürlich eigenständiger sein als ein Gipfel. Je nach Quelle werden hier 100 m oder auch 300 m Mindestschartenhöhe diskutiert.  

 

Das Ganze ist ein wirklich sehr spannendes Thema und ich kann euch die zwei Artikel „Schartenhöhe und Dominanz“ und „Gipfellisten damals und heute“ dazu sehr empfehlen.

Hinterer Brochkogel  – Der siebenthöchste Berg Österreichs (Foto: Günter Berhart) 

Die 100 m bzw. 300 m sind allerdings Größenordnungen, die sich auf die Alpen beziehen.

 

Im Himalaya beträgt die geringste Schartenhöhe für einen Berg 500 m (siehe hier).

 

Wie wichtig diese Werte sind, lässt sich am folgenden Gedankenspiel zeigen:

 

Die Liste oben ist unter Berücksichtigung einer Schartenhöhe von 100 m entstanden.

 

Wir setzen einfach einmal die minimale Schartenhöhe mit 300 m für die höchsten Berge Österreichs fest.

 

Dann würden nämlich folgende bekannte Berge nicht mehr berücksichtigt werden:

  • Glocknerwand (3722 m) - Schartenhöhe von 125 m
  • Hinterer Brochkogel (3624 m) - Schartenhöhe von 160 m
  • Similaun (3599 m) - Schartenhöhe von 250 m
  • Vorderer Brochkogel (3562 m) - Schartenhöhe von 165 m

Da diese Berge allerdings von bergsteigerischem Interesse sind, dürfen sie in der Liste der zehn höchsten Berge Österreichs nicht fehlen.

 

Mir sind leider nicht alle Schartenhöhen der höchsten Erhebungen Österreichs bekannt, und ich weiß leider auch nicht, ob es dazu überhaupt Daten gibt.

 

Ich denke aber, dass man mit einer Schartenhöhe von mindestens 100 m die zehn höchsten Berge sehr gut definieren kann.

 

Und genau diese Schartenhöhe fließt in die Liste der höchsten Berge ein, die ihr am Anfang des Beitrags schon gesehen habt.

Fazit - Die 10 höchsten Berge Österreichs

Großes Wiesbachhorn – Der neunthöchste Berg Österreichs

In diesem Beitrag habe ich versucht, die zehn höchsten Berge Österreichs zu definieren.

 

Ihr habt das Konzept der Schartenhöhe kennengelernt und ich habe hier probiert, eine Schartenhöhe von 100 m zur Charakterisierung der höchsten Berge heranzuziehen.

 

Ich denke es lässt sich ganz gut nachvollziehen, was ein Berg und was ein Gipfel ist.

 

Ich habe die Liste auch vor ein paar Jahren an das österreichische Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen weitergeleitet, die mir die Richtigkeit der Daten auch bestätigt haben.

 

In meiner Liste werden keine Nebengipfel berücksichtigt!

 

Für alle Gipfel über 3000 m in Österreichs gibt es eine sehr gute und umfangreiche Liste vom Österreichischen Alpenverein.

 

Falls ihr meinen Beitrag spannend findet, dann könnt ihr ihn gerne verlinken.

 

Ebenso stelle ich euch auch meine Karte und Fotos frei zur Verfügung (bitte euch aber um einen Link auf meine Seite).

 

Kontaktiert mich einfach, wenn ihr meine Daten nutzen wollt.

Stefan Blog

Über den Author

Der Wiener Fotograf und Autor Stefan Czurda ist Outdoor-Liebhaber, sportbegeistert und bereist exotische Bergwelten rund um den Globus.

Wollt ihr mehr über mich erfahren oder mit mir zusammenarbeiten, dann freue ich mich, wenn ihr hier vorbeischaut!

1 Gedanke zu „Die 10 höchsten Berge Österreichs“

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