Bodybuilder fotografieren – Ein paar Tipps

Bodybuilder fotografieren

Bodybuilder fotografieren

Als Sport-affiner Mensch geistert schon länger in meinem Kopf herum, dass ich zukünftig vermehrt Sportportraits schießen möchte.

Mit dieser Thematik habe ich mich schon etwas länger intensiv beschäftigt. Meine Sportportraits sollen zu meinem Portrait-Stil passen, das heißt simple Hintergründe haben, ein klares und bewährtes Blitz-Setting. Ebenso sollen Schwarz-Weiß Ausarbeitungen vermehrt mit einfließen.

Nun habe ich mein erstes Shooting im Bereich Bodybuilding hinter mir und möchte ein paar Eindrücke hierlassen, wie ihr Bodybuilder fotografieren könnt.

Grundsätzliche Gedanken

Zunächst ist es natürlich sehr vorteilhaft, wenn ihr ein Model habt, dass sich mit Posing im Bereich Bodybuilding auskennt. Hier kann man als Fotograf viel von den Sportlern lernen, denn ich glaube die wenigsten Fotografen wissen, wie man ganz bestimmte Muskelgruppen optimal in Szene setzt.

Tom, mein Mein Bodybuilding-Model in diesem Shooting, ist Personal Trainer (hier ist seine Webseite) und hatte in diesem Bereich einiges an Erfahrung, was mir das Leben beim Fotografieren um einiges leichter gemacht hat. Stimmige Fotos entstehen dann, wenn gut zusammengearbeitet wird.

Redet viel mit Eurem Model und probiert zusammen die Muskulatur optimal in Szene zu setzen. Für das Shooting ist es ratsam, dass der Sportler ein paar Übungen macht, um die Muskulatur ein wenig aufzupumpen. So wirkt das Model nicht nur kräftiger, sondern es kommen auch die Adern besser zu Geltung.

Nehmt Euch Zeit bei einem Sportportrait! Das Shooting beim Bodybuilder fotografieren hat über zwei Stunden gedauert. Um die optimale Pose und das beste Licht zu bekommen, müsst ihr ständig kleine Veränderungen machen. Lasst Euch auf jeden Fall Zeit.

Hartes Licht und Spiel mit Schatten

Damit die Muskulatur besonders auffällig erscheint, müssen Schatten am Körper entstehen. Beim Fotografieren bedeutet es, dass Euer Hauptlicht entweder von weit oben oder von der Seite kommen muss. Verwendet ihr frontales Licht von vorne, dann bekommt ihr ein flaches Bild ohne Schatten. So kommt die Muskulatur nicht zur Geltung.

Schatten entstehen zusätzlich, wenn ihr das Model weg von der Lichtquelle dreht. Kommt das Licht beispielsweise von oben links, dann dreht den Oberkörper dezent nach rechts, damit die Muskulatur den Körper abschattet. So entstehen sehr stimmige Fotos.

Am besten ist es, wenn ihr härteres Licht verwendet. Dazu ist ein Beauty-Dish sicher erste Wahl. Weiters wäre auch ein Reflektor-Schirm eine gute Alternative. Da ich diese Lichtformer leider nicht besitze, habe ich mit meinen schmalen Softboxen gearbeitet (Striplights).

Härteres Licht könnt ihr ebenso erzeugen, wenn die Blitze weiter von Eurem Model entfernt stehen.

Bodybuilder fotografieren

Schatten durch seitliches Licht von oben und Körperdrehung

Achtet auf die Augen

Wenn ihr Euer Hauptlicht zu sehr von oben kommen lässt, kann es passieren, dass ihr keine Lichtreflexe in den Augen (Catch-Eyes) mehr habt. Dadurch wirken Eure Portraits leblos und ihr bekommt „tote Augen“.

Ich achte generell bei meinen Portraits immer auf schöne Catch-Eyes.

Augenreflexe beim Fotografieren

Sichtbare Augenreflexe statt tote Augen

Natürlich sind die Reflexe bei hoch positionierten Blitzen nicht mehr so üppig, wie bei weniger „hohen“ Blitz-Settings. Positioniert also das Hauptlicht so, dass es noch Catch-Eyes in den Augen macht.

Da ihr das Hauptaugenmerk natürlich auf die Muskulatur setzt, ist dieser Vorgang oft nicht ganz so einfach und benötigt mehrere kleine Veränderungen beim Blitz-Setting.

Oft hilft es, wenn das Model ein wenig nach oben schaut. Sind aufgrund eures Blitz-Settings keine Catch-Eyes möglich, dann würde ich das Model bewusst nicht in die Kamera schauen lassen. Das muß ja auch nicht immer sein. Solche Fotos können sehr stimmig wirken.

Mein Blitzsetting beim Bodybuilder fotografieren

Genug der Theorie, hier nun ein paar praktische Beispiel für meine Blitz-Settings beim Bodybuilder fotografieren:

Als Equipment kommen hier drei Aufsteckblitze * und verschiedene Striplights zum Einsatz, die an meinen Standard-Stativen * befestigt waren. Zusätzlich habe ich meinen nahezu faltenfreien Lastolight-Hintergrund * verwendet.

Um auf beiden Körperseiten eine Lichtkante zu bekommen und das Model optimal vom Hintergrund zu separieren, verwende ich zwei Striplights mit Wabe * (22×90 cm), die hinten seitlich positioniert werden.

Bevor ich das Hauptlicht dazunehmen, sehe ich mit die Kanten an, die die Striplights erzeugen. So soll es dann aussehen!

Lichtkante mit Striplights

Kantiger Look mit zwei seitlichen Striplights von hinten

Das Hauptlicht war ein kleines Striplight * (25×60 cm) von vorne, das seitlich und deutlich über dem Kopf positioniert wurde.

Für eine gute Schärfentiefe des gesamten Körpers habe ich f/8 bei 1/160 s und ISO 100 an der Sony Alpha 7 III und dem Sony FE 24-105mm 4.0 G OSS gewählt.

Je weiter weg die Blitze vom Model entfernt stehen, umso besser, denn so entsteht härteres Licht, was beim Bodybuilder fotografieren – wie gesagt – ja erwünscht ist. Die Blitzleistung muss dadurch natürlich erhöht werden.

Den Körper haben wir während des Shootings fast immer weg vom Hauptlicht gedreht, um einen schönen Schattenverlauf der Muskulatur zu bekommen. Die folgenden Fotos sind mit diesem Blitz-Setting entstanden.

„Bodybuilder-Fotografieren“ mit drei Blitzen

Für Detailaufnahmen der Rückenmuskulatur habe ich den Hauptblitz ziemlich frontal von rechts oben verwendet. Die seitlichen Striplights blieben unverändert.

Durch die optimale Kontraktion der Muskel ist durch den Schattenverlauf ein sehr stimmiges Foto entstanden, das die Muskulatur optimal akzentuiert.

Bodybuilder fotografieren

Frontes Licht von oben setzt die Rückenmuskulatur schön in Szene

Bildbearbeitung

Hier ist ein kurzer Überblick über die Schritte, die ich bei der Bildbearbeitung in Lightroom und Photoshop umgesetzt habe:

  • Allgemeine Korrekturen an der Haut (Photoshop)
  • Im Gesicht habe ich die Haut dezent weichgezeichnet. (Photoshop)
  • Dodge and Burn, um die Muskulatur optimal hervorzuheben (Photoshop)
  • Wechsel von Farbe auf Schwarz-Weiß (Lightroom)
  • Kontrast der Bilder erhöht (Lightroom)
  • Struktur dezent erhöht (Lightroom)

Fazit „Bodybuilder fotografieren“

Um die Muskulatur in Szene zu setzen, braucht es einiges an Übung. Ich persönlich habe das Bodybuilding-Shooting weitaus anspruchsvoller empfunden, als meine Headshot-Portraits.

Eine gezielte Lichtsetzung und das Spiel mit den Schatten ist genauso wichtig, wie das Zusammenspiel mit dem Fitness-Model.

Achtet auf ein etwas härteres Licht und eine Bildbearbeitung mit hohen Kontrasten und erhöhter Struktur.

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