Die beste Kamera für’s Wandern und Bergsteigen

Die beste Kamera für’s Wandern und Bergsteigen

Seit knapp zehn Jahren bin ich in den Bergen unterwegs und meine Kamera war mir stets ein treuer Begleiter. Mit viel Zeit in den Bergen, der Bereitschaft immer wieder dazuzulernen und einer guten Kamera konnte ich mir ein großes Portfolio an Bergfotos aufbauen.

Die beste Kamera für’s Wandern und Bergsteigen: Gibt es sie überhaupt? Ich möchte Euch in diesem Beitrag drei unterschiedliche Kameras vorstellen, von denen ich der Meinung bin, dass sie eine gute Wahl für die Berge sind.

Folgende Eigenschaften sind mir bei einer Kamera für die Berge wichtig

  • Gute Bildqualität
  • Fotografieren im RAW-Format
  • Kompaktheit und geringes Gewicht
  • HD-Videoaufnahme
  • Ausreichende Brennweite im Weitwinkel- und Telebereich

Vielleicht werdet Ihr euch jetzt wundern, dass ich Euch im Folgenden nur Sony-Kameras vorstellen werde. Nein, ich werde nicht von Sony für den Beitrag bezahlt, aber persönlich finde ich, dass Sony einfach im Moment die besten Produkte im Bereich Kompakt- und Systemkameras herstellt. Diese zwei Kameraklassen sind aufgrund der große ideal für’s Wandern und Bergsteigen. Ich schleppe keine Spiegelreflexkamera samt Objektiv auf den Berg!

Ich habe mir auch Modelle der Panasonic Lumix Serie angesehen. Bis auf die Lumix DC-TZ202 kommt keine anderer Kamera in dieser kompakten Klasse an die Bildqualität der Sony-Kameras heran. Mit meiner Meinung bin ich übrigens nicht alleine. Das Magazin Chip listet in seiner Bestenliste für Digitalkameras in den ersten Positionen ausschließlich Sony-Kameras aus der RX-Reihe.

Den Sensor, den Sony in seine Kameras verbaut, ist wirklich ein Traum. Die RAWs haben einiges an Spielraum für die Nachbearbeitung und eine sehr gute low-light Performance. Daher bitte immer im RAW-Format fotografieren, nicht nur in den Bergen beim Wandern!

Die folgenden drei Modelle sind durchaus unterschiedlich und haben allesamt Ihre Stärken und Schwächen, eignen sich aber alle als Kamera für’s Wandern und Bergsteigen.

Sony RX100 (I) – Gut und günstig


Sony DSC-RX100

Sony DSC-RX100 (I) (Pressefotos copyright sony.de

Als Sony die erste Version der Sony RX100 (I) auf dem Markt gebracht hat, wurde eine neue Kameraklasse geboren. Die RX100 war die erste Kompaktkamera für die Hosentasche mit einem 1 Zoll großen Sensor, der zusammen mit dem Zeiss Objektiv eine bisher noch nicht dagewesene Bildqualität liefert.

Mit einem Brennweitenbereich von 28-100 mm (Kleinbildäquivalent) lässt sich die Kamera flexibel in den Bergen einsetzen. 24 mm wären natürlich für Landschaftsaufnahmen noch besser gewesen. Ich selbst habe immer noch eine RX100 der ersten Generation.

Sie war mir von den Alpen bis in den Himalaya ein treuer und zuverlässiger Begleiter. In den letzten fünf Jahren hat sie mich kein einziges Mal in Stich gelassen.

Vorteile: günstig, robust, guter Akku, klein und kompakt für die Hosentasche

Nachteile: alte Technik, etwas langsam, 28 mm im Weitwinkelbereich für die Berge zu wenig

Fazit

Wer nicht viel Geld ausgeben will bekommt eine tolle kompakte Kamera mit sehr guter Bildqualität und guter Akkuleistung.

Beispielbilder Sony RX100 (I)

Sony Alpha 6000 –  Flexibel wie keine andere


Sony Alpha 6000

Sony Alpha 6000 (Pressefotos copyright sony.de

Die Sony Alpha 6000 ist eine Systemkamera, die zwar nicht mehr in die Hosentasche passt, aber dennoch kompakt ist. Sie hat unzählige Einstellungsmöglichkeiten für den ambitionierten Fotografen und ist durch die Wechselobjektive sehr flexibel einsetzbar.

Sie besitzt einen guten Sucher, der bei hellem Licht bzw. bei Gegenlicht am Berg sehr hilfreich ist. Die Bildqualität des APS-C Sensors ist hervorragend. Mit den richtigen Objektiven habt Ihr mit dieser Kamera mehr Spielraum im Weitwinkel- und Telebereich, was in den Bergen oft sehr vorteilhaft ist. Auf die Sony Alpha 6000 passen Objektive mit dem e-mount Bajonett.

Mit dem Peak Design Capture Pro lässt sie sich am Schulterriemen des Rucksacks stabil befestigen uns ist beim Wandern immer griffbereit. Es gibt von dieser Kamera einige Nachfolgemodelle, aber diese sind wesentlich teurer. Meiner Meinung nach lohnt es sich hier nicht, mehr Geld auszugeben. Das könnt Ihr dann besser in Objektive stecken.

Beim Klettern muss man sie natürlich aufgrund der Größe wegpacken. Ich selbst besitze auch diese Kamera und habe sie bei zahlreichen Touren in den Bergen, teilweise bei Hochtouren wie am Ortler oder bei meiner Reise nach Tibet mitgehabt. Eine fantastische Kamera!

Vorteile: günstiger Body, sehr gute Bildqualität bei Verwendung guter Objektive, elektronischer Sucher, sehr viele Einstellungsmöglichkeiten

Nachteile: nicht hosentaschentauglich, weniger gute Akkulaufzeit (Ersatzakku benötigt), gute Objetive teuer

Die folgenden Objektive kann ich für die Berge empfehlen

Das Kitobjektiv der Sony Alpha 6000 kann ich gar nicht empfehlen, also am besten nur den Body zulegen. Die folgenden Objektive sind jedoch ausgezeichnet. Ich verwende sie selbst seit mehreren Jahren und finde sie wirklich gut.

  • Sony SEL-1018 – ein gutes Ultra-Weitwinkel Objektiv (10-18 mm) für die Sony Alpha 6000, mit dem ihr weitläufige Berglandschaften ausgezeichnet abbilden könnt.
  • Sony SEL-1670 – ein hochwertiges Standardobjektiv von Zeiss mit einer guten Anfangsbrennweite im Weitwinkel, ein sehr gutes „Immerdrauf“-Objektiv beim Wandern
  • Sony SEL-55210 – ein günstiges, aber gutes Teleobjektiv bis 210 mm, das mir besondere Aufnahmen von weiter entfernten Bergen ermöglicht hat 

Beispielbilder Sony Alpha 6000

Sony RX100 (VI) – Der perfekte Allrounder

Sony RX100 VI

Sony RX100 (VI) (Pressefotos copyright sony.de

Sony hat das Konzept der Sony RX100 2018 überdacht und bringt mit der Sony RX100 (VI) zum ersten Mal eine Version mit einer Brennweite von 24-200 mm auf den Markt. Ein überraschender Zug, den ich so nicht erwartet hätte.

Der erweiterte Telebereich ist nämlich eigentlich das Revier der Sony RX10 Serie, die allerdings als Bridgekamera nicht mehr in die Hosentasche passt. Während die RX100 Fangemeinde teilweise enttäuscht ist, weil sich durch den Zoombereich die Lichtstärke des Objektivs verringert hat, ist die sechste Version der RX100 Reihe nun für mich die perfekte Kamera für die Berge. Mit einer etwas geringeren Lichtstärke kann man in den Bergen problemlos leben!

200 mm sind einfach genial in den Bergen

200 mm in der Bergfotografie zu haben ist einfach ein Traum. Oft liegen spannende Motive in der Ferne. Bei früheren Modellen der RX100 Serie (I-IV) war im Telebereich bei 70-100 mm Schluss. Bei weiter entfernten Objekten ist das leider zu wenig.

Hier ist ein Beispielfoto vom Mount Everest, das ich ohne Teleobjektiv nicht hätte schießen können. Das Foto ist bei 200 mm entstanden. Mit der RX100 Serie war das bis jetzt nicht möglich.

Everest Nahaufnahme

Mount Everest Nahaufnahme bei 200 mm – unmöglich ohne Teleobjetiv

Mit der Sony RX100 (VI) sind nun auch solche Fotos machbar und zwar mit einer äußerste kompakten Kamera mit einer perfekten Bildqualität, die zusätzlich noch einen Sucher besitzt. Ihr müsst nun nicht mehr ein Teleobjektiv mitschleppen. Der Sucher ist bei grellem Licht in den Berge einfach extrem wichtig für die Bildkomposition. Der Autofokus ist blitzschnell und die Videoqualität ist gigantisch.

Die 24 mm im Weitwinkelbereich, die auch schon die Vorgängermodelle (bis auf die RX100 I) hatten, sind natürlich in den Bergen sehr praktisch für weitläufige Bergpanoramen. Die Blidqualität der Teleaufnahmen soll wirklich gut sein. Das ist ein wichtiger Punkt, denn bei den meisten Kameras nimmt die Bildqualität im Telebereich sehr deutlich ab und die Fotos werden weich und schwammig.

Die Sony RX100 (VI) ist nicht die erste Kompaktkamera mit einem 1 Zoll großen Sensor und einem erweiterten Zoombereich. Ich traue mich aber wetten, dass sie mit Sicherheit diejenige Kamera sein wird, die die beste Bildqualität bei dieser kompakten Größe hat. Mein erster Test der Sony RX100 VI Bildqualität kann dies bestätigen.

Vorteile: perfekt Bildqualität, hosentaschentauglich, perfekte Brennweite für die Berge, Sucher, schneller Autofokus, sehr viele Videomöglichkeiten

Nachteile: astronomisch teuer

Fazit – Kamera für’s Wandern und Bergsteigen

Die drei Kameras, die ich hier vorgestellt habe, sind alle sehr gut tauglich als Kamera für’s Wandern und Bergsteigen. Mir persönlich ist eine gute Bildqualität und ein RAW-Modus für die Bergfotografie am Wichtigsten.

Kauf euch bitte keine billige Kamera, denn die Qualität ist einfach nicht gut. Die Sony RX100 (I) ist leistbar und kostet derzeit um die 330.- (Stand 2018), hat ein Zeiss Objektiv und die Bilder sind gestochen scharf und wirklich gut. Ich habe sie fünf Jahre lange neben der Sony Alpha 6000 in den Bergen verwendet. Diese Geld solltet Ihr für schöne Fotos von Euren Bergabenteuer investieren, die dann im RAW-Modus auch noch viel Spielraum für die Nachbearbeitung besitzen.

Für die anderen beiden Kameras, also für die Sony Alpha 6000 und die Sony RX100 (VI) müsst ihr weitaus mehr Geld ausgeben, bekommt aber neben der hohen Bildqualität noch zahlreichen zusätzliche Features wie einen Sucher und seid im Brennweitenbereich sehr flexibel.

Ich habe mehrere Jahre mit der Sony Alpha 6000 und die Sony RX100 (I) gearbeitet und mich nun für die neue Sony RX100 (VI) entschieden. Der Preis ist mit derzeit 1300.- Euro astronomisch, aber ich werde wohl in Zukunft nur noch diese Kamera in die Berge und auf Reisen mitnehmen.

Die Sony RX100 (VI) wird auf jeden Fall intensiv getestet, also schaut in den nächsten Wochen wieder hier vorbei für neue Infos! Ich freue mich über ein Like (rechte Seitenleiste), wenn Ihr meine Artikel zur Bergfotografie hilfreich fandet und über ebenso spannende Diskussionen in den Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar