Aufsteckblitze im Heimstudio – Mein Guide

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Aufsteckblitze im Heimstudio – eine Einführung

Wenn man sich ernsthaft mit Portraitfotografie beschäftigen möchte, kommt um eine ausgeklügelte Blitztechnik nicht vorbei. Die oft empfohlenen Baustrahler oder das Fensterlicht für Portraits sind auf Dauer keine befriedigende Lösung. Mit Blitzen hat man das Licht selbst in der Hand und kann Lichtsettings exakt umsetzen.

Wenn man sich daheim ein Studio einrichtet, dann muss man doch ein wenig investieren. Studioblitze haben natürlich viele Vorteile, wie zum Beispiel das Einstelllicht und schnelle Nachladezeiten, sind aber auch teuer, groß und wenig mobil, wenn man einmal auch draußen schießen möchte.

Aufsteckblitze im Heimstudio nutzen, warum nicht? Speedlights sind eine kostengünstige Alternative, mit denen man sehr wohl professionelle Fotos schießen kann.

Ich benutze derzeit in meinem Studio außschließlich Speedlights und bin sehr glücklich damit. Heute möchte ich euch ein wenig helfen und euch zeigen, was es zu beachten gibt, wenn Ihr mit Aufsteckblitzen im Heimstudio arbeitet.

Kosten Aufsteckblitze

Es gibt ein paar entscheidende Vorteile, wenn man Aufsteckblitze im Heimstudio nutzt. Zuerst einmal kosten Speedlights weitaus weniger als Studioblitze. Heute kann man beispielsweise mit Produkten der Firma Yongnuo wirklich einen Haufen Geld sparen.

Vorbei sind die Zeiten, wo es nur Aufsteckblitz von Canon oder Nikon gab und man hunderte Euro ausgeben muss. Die Geräte der namhafen Hersteller sind nach wie vor extrem gut, aber wenn man beginnt sich mit Blitztechnik zu beschäftigen, will man nicht gleich ein Vermögen ausgeben, oder?

Die Systeme passen für alle gängigen Kamerasysteme, ich nutze beispielsweise das Yongnuo-System, das für Canon und Nikon ausgelegt ist, an meiner Sony Alpha 7 Systemkamera. Das funktioniert problemlos.

Ein Yongnuo YN560-III kostet um die 60.- Euro, ab drei Blitzen ist man schon gut ausgestattet. Es handelt sich um rein manuelle Blitze, mit denen man die Blitztechnik sehr gut erlernen kann. Mit drei Blitzen kann man schon einiges an Lichtsettings machen. Ein Funkempfänger für eine kabellose Auslösung ist in den Yongnuos YN560-III auch schon eingebaut. Man braucht dann nur noch einen passenden Wireless Controller, den Yongnuo YN560-TX, der auf die Kamera geschraubt wird und schon kann man entfesselt blitzen.

Für drei Blitze und den Controller gibt man etwas mehr als 200.- Euro aus und hat ein sehr zuverlässiges und robustes System. Ich habe die Blitze im Dauereinsatz und mir ist noch keiner ausgefallen.

Blitzleistung ausreichend für das Heimstudio?

Mit den Yongnuo YN560-III oder ähnlichen Speedlights habt ihr in Eurem Heimstudio ausreichend Power, keine Angst! Der Blitz hat eine Leitzahl von 58. Da kommt genügend Licht für Diffusoren, Lichtformer und indirektes Blitzen heraus.

Zu stark sollten die Blitze im Studio auch nicht sein, denn sonst hab Ihr zu viel Licht, um mit sehr großen Blenden für schöne Bokeh-Effekte zu arbeiten und müßt dann Graufilter verwenden.

Platzersparnis und Flexibilität

Auch wenn so viel Platz wie möglich im Studio sehr hilfreich ist, hat man diesen leider zuhause nicht immer. Speedlights nehmen nicht viel Platz weg, lassen sich verstauen und man hat auch nicht ständig Kabel am Boden herumliegen, über die man selbst oder sein Model stolpern kann.

Aufsteckblitze lassen sich „on location“ sehr gut einsetzen und sind mobil. Mit einem Set von Speedlights seid Ihr auch für Shootings außerhalb Eures Studios sehr gut gerüstet.

Akkus und Ladegerät

Speedlights brauchen Akkus. Bei drei Blitzen und einem Controller fallen jede Menge Akkus an. An das ständige Aufladen müsst Ihr Euch leider gewöhnen!

Die Yongnuos brauchen pro Blitz vier AA-Akkus, der Wireless Controller zwei vom gleichen Typ. Kauft euch hochwertige Akkus und ein professionelles Ladegerät, dann werdet Ihr die Akkus länger haben, was auch die Umwelt freut.

Ich verwende die Eneloop Akkus von Panasonic, die sich nur gering entladen und wirklich lange halten. Leistet euch auf jeden Fall ein professionelles Ladegerät, wie das BC 700 Akku-Ladegerät. Mit diesem Teil könnt Ihr Akkus mit niedrigem Ladestrom aufladen, was die Langlebigkeit der Akkus unterstützt. Die Akkus sind ja nicht so billig!

Akkus und Ladegerät für Aufsteckblitze

Akkus und Ladegerät für Aufsteckblitze

Montage am Stativ

Spart bitte nicht bei den Stativen, denn die Konstruktion aus Blitzneiger, Lichtformer und Blitz sollte immer stabil stehen. Ihr müsst das Stativ auch ständig in der Höhe verstellen, damit das Lichtsetting abgestimmt auf Euer Model perfekt passt. Dieser Vorgang sollte sehr flüssig gehen, sonst wird es ein wenig peinlich vor Euren Models bzw. Kunden.

Ich empfehle euch für das Studio zuhause Manfrotto Stative zu kaufen. Ich habe drei Manfrotto Nano Stative im Einsatz und bin sehr zufrieden mit ihnen. Sie sind leicht, aber robust und lassen sich sehr gut einstellen.

Über einen Blitzneiger läßt sich der Blitz am Stativ befestigen. Hier gibt es sehr kostengünstige Lösungen, die einen Blitzschuh und ein Loch für einen Durchlichtschirm besitzen, wie beispielsweise diesen Universal-Blitzschuh, mit dem sich der Blitz inklusive Durchlichtschirm neigen lässt. Der Blitz wird am Blitzschuh festgezogen und über eine Schraube am unteren Teil des Neigers entweder direkt am Stativ-Spigot, oder an einem Adapter, der vorher auf das Spigott geschraubt wird, befestigt.Blitz am Stativ befestigen

Befestigung des Blitzneigers am Spigott des Stativs

Diese Konstruktion ist dann notwendig, wenn Ihr mit Durchlichtschirmen oder mit nackten Blitzen (z.B. zum Blitzen eines weißen Hintergrunds) arbeitet. Softboxen haben meist eine eigene Konstruktion, hier benötigt Ihr in der Regel keinen Blitzneiger.

Lichtformer

Eine günstige Methode, mit der man sehr gute Ergebnisse erzieht sind Durchlichtschirme. Einfach in den Blitzneiger stecken und den Schirm relativ weit am Ende der Metallhalterung lassen. Hier bekommt ihr ein weiches Licht und in den Augen runde Catchlights, was ich persönlich sehr schön finde. Empfehlen kann ich euch beispielsweise diese Schirme.

Professioneller wird es dann mit Softboxen, die es in unterschiedlichen Ausführungen wie eckig, rund, länglich usw. gibt. Das Licht ist meist noch ein wenig weicher, schöner und gerichteter als bei Durchlichtschirmen. Außerdem wirken Softboxen im Studio einfach professioneller, falls Ihr kommerzielle Absichten mit Eurer Fotografie habt.

Sehr gute Softboxen für Aufsteckblitze werden von den zwei Firmen, SMDV USA und Aurora Light Bank hergestellt. Die Lichtformen kosten schon einiges, sind aber wirklich gut verarbeitet und auch mobil einsetzbar. Beide Firmen bieten Softboxen in unterschiedlichen Größen an.

Softbox für Aufsteckblitze

Softbox für Aufsteckblitze

Selbst verwende ich in meinem Studio die SMDV 70 cm Softbox als Hauptlicht und bin sehr zufrieden. Sie macht unglaublich schöne Catchlights, wie ihr auf dem folgenden Bild sehen könnt! Ebenso ist bei mir eine Aurora Lite Bank Firefly als Striplight sehr oft im Einsatz.

SMVD Softbox Cathlights

Schöne runde Catchlights der SMDV 70 cm Softbox

Fazit

Aufsteckblitze im Heimstudio sind eine praktische und günstige Alternative zu großen Studioblitzen für das eigene Studio. Für Aufsteckblitze gibt es wirklich gutes Zubehör.

Klein, mobil und gut verstaubar, lassen sich mit Speedlights professionelle Portraitfotos schießen. Alle meine Portfoliobilder habe ich mit Speedlights geschossen.

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