10 Tipps für das perfekte Sportfoto

Das perfekte Sportfoto

Das perfekte Sportfoto

Die Sportfotografie gehört neben Bergfotos und Portraits zu meinen Leistungen als Fotograf. Aber wie gelingt eigentlich ein gutes Sportfoto? Genau darum geht es in diesem Beitrag. Hier findet Ihr zehn Tipps für das perfekte Sportfoto.

Tipp 1 – Die Kamera für das perfekte SportfotoCanon EOS 7D MKii

Canon EOS 7D MkII, Kamera für die Sportfotografie (Quelle Canon Pressefotos)

Die Sportfotografie gehört nicht unbedingt zu den einfachsten Arten der Fotografie. Hier ist wirklich Können und Übung gefragt! Um ein gutes Sportfoto hinzubekommen, benötigst Du eine Kamera mit einem sehr guten Autofokus. Sportler bewegen sich nun mal und manchmal richtig schnell.

Der Autofokus Eurer Kamera muss dazu möglichst schnell nachfokussieren. Nicht jede Kamera kann das. Kameras mit einem ausgeklügelten Autofokussystem sind nicht ganz billig. Hier findet ihr eine Liste von gängigen Sportkameras (Stand Anfang 2018) diverser Hersteller.

Canon EOS 7D MKii, Canon EOS 1D X MKii
Sony Alpha 7R III. Sony Alpha 9
Nikon D850, Nikon D5

Ich selbst verwende die Canon EOS 7D Mkii und kann sie für die Sportfotografie wirklich sehr empfehlen!

Tipp 2 – Objektiv für die SportfotografieEF 100-400mm f4.5-5.6L IS II USM

Objektiv für die Sportfotografie (Quelle Canon Pressefotos)

Das klassische Sportobjektiv ist das 70-200 mm f/2.8, das von den meisten Herstellern angeboten wird. Warum? Es ist sehr vielseitig einsetzbar. Ihr könnt den Sportler formatfüllend abbilden, was oft in der Sportfotografie das höchste Ziel ist.

Ich selbst verwende das Canon EF 70-200/2,8 II L IS USM, das wirklich eine unglaubliche Linse ist. Wohl eines der besten Objektive, das Canon jemals gebaut hat. Hier passt einfach alles, von der Schärfe bis zum Autofokus und das Bokeh! Dieses Objektiv kann ich wirklich empfehlen.

Mit dem 70-200 mm f/2.8 müsst Ihr nicht zu nahe am Objekt stehen und könnt bei Offenblende (f/2.8) den Sportler schön freistellen. Diese Blende gibt Euch bei schlechten Lichtverhältnissen auch ein wenig Spielraum für kurze Belichtungszeiten. Leider zählt das 70-200 mm f/2.8 nicht zu den billigsten Linsen. Aber es ist immer noch weitaus günstiger als das riesengroße 400 mm f/2.8, das aber unleistbar ist und das ich hier erst gar nicht empfehle.

Natürlich werden in der Sportfotografie auch andere Linsen verwendet wie Normalobjektive (Brennweitenbereich von 24-70 mm), Weitwinkelobjektive (Brennweitenbereich von 16-35 mm) und Festbrennweiten. Ein interessanter Look entsteht beispielsweise, wenn man mit einem Weitwinkelobjektiv sehr nahe an den Sportler herankommt!

Lichtstarke Linsen sind für die Sportfotografie generell sehr zu empfehlen, da man bei Offenblende gut freistellen kann und man bei schlechten Lichtverhältnissen einfach mehr Möglichkeiten hat, beispielsweise beim Hallensport, wo sehr wenig Licht vorhanden ist.

Achtet bei Kauf des Objektives darauf, dass die Linse einen Ultraschallmotor für ein schnelles Fokussieren besitzt, denn diesen werdet ihr für Euer Sportfoto brauchen. Da Ihr in der Sportfotografie meist mit sehr kurzen Belichtungszeiten fotografiert ist ein Bildstabilistator nicht erforderlich!

Tipp 3 – Autofokus

In der Sportfotografie arbeitet man typischerweise mit dem kontinuierlichen Autofokus. Der Autofokus muss sozusagen den Sportler ständig verfolgen und nachfokussieren, wenn er sich bewegt. Verwendet also immer den kontinuierlichen Autofokus sonst werdet Ihr keine scharfen Fotos von bewegten Akteuren bekommen! Wie schnell der Fokus nachgestellt wird, hängt – wie gesagt – sowohl von der Kamera, als auch vom Objektiv ab!

Tipp 4 – Kurze Verschlusszeiten

Sportfoto-kurze-Verschlusszeiten

Einfrieren der Bewegung, hier mit eine Belichtungszeit von 1/2500 s

In der Sportfotografie braucht ihr meist kurze Verschlusszeiten, um die Bewegung des Akteurs einzufrieren. Also groben Richtwert würde ich mit mindestens einer 1/500 Sekunde fotografieren. Es kann aber durchaus sein, dass ihr viel kurzer belichten müsst.

Das Foto vom Kajaksportler Rudi habe ich mit einer 1/2500 s geschossen, so wurde das Spritzen des Wasser schön eingefangen. Der Sportler ist knackscharf! Ist der Akteur unscharf, dann kann es an einer zu langen Belichtungszeit liegen. Stellt Euch darauf ein, dass Ihr bei schlechtem Licht mit höheren ISO-Werten fotografieren müsst, was zu einem erhöhten Bildrauschen führt.

Mit dem Bildrauschen können Vollformatkameras besser umgehen. Dafür haben APS-C Kameras einen Cropfaktor und dadurch längere Brennweiten, beide Systeme haben also Vor- und Nachteile!

Tipp 5 – Nahe und Freigestellt

Nahe und Freigestellt

Probiert bei Eurem Sportfoto einem klaren Bildaufbau zu folgen. Nehmt nicht zu viele Akteure auf Euer Foto und achtet wenn möglich auf den goldenen Schnitt. Das kann als Fotograf bei der Dynamik im Sport schon mal recht fordernd werden. Zoomt an den Sportler heran und schießt Euer Sportfoto mit Offenblende. Durch die Freistellung verschwinden störende Objekte im Hintergrund und das Bild konzentriert sich auf das was wichtig ist, nämlich auf den Sportler!

Tipp 6 – Back Button Autofokus

Back Button Autofokus

Back Button Autofokus (Quelle Canon Pressefotos)

Man entkoppelt den Autofokus vom Auslöser und legt den Fokus auf einen der hinteren Knöpfe (zB. AF-ON Knopf, siehe Foto). Man hat nun auch beim kontinuierlichen Autofokus die Möglichkeit, auf ein unbewegtes Objekt zu fokussieren, nämlich dann, wenn man den Knopf drückt und dann loslässt. Dadurch ändert sich der Fokus nicht mehr und man kann einfach so viele Bilder wie möglich machen. Lässt man den Knopf gedrückt, dann verfolgt man den Sportler wieder kontinuierlich.

Sinn dieses Systems ist das Fokussieren bei einem Wechsel von einem statischen zu einem bewegten Objekt zu ermöglichen, ohne den Fokusmodus ändern zu müssen. Das kostet nämlich Zeit und die hat man in der Sportfotografie nicht, hier muß alles schnell gehen. Dieses System macht das Fokussieren weitaus entspannter und flexibler, man benötigt aber eine gewisse Einarbeitungszeit. Ich persönlich fotografiere Sport immer mit dem Back Button Autofokus!

Du hast nur Bahnhof verstanden, dann schau Dir dieses Video an.

Tipp 7 – Runter auf den Boden

Sportler von unten fotografieren

Sportler von unten fotografieren

Wenn ihr Sportler von unten fotografiert wirken sie größer. Wenn man diesen Effekt verstärken möchte, beispielsweise mit einem Weitwinkelobjektiv, dann kann man den Akteur noch erhabener und mächtiger erscheinen lassen. Genau diesen Look wollt Ihr gelegentlich auf Eurem Sportfoto erzeugen.

Tipp 8 – JEPG statt RAW

Ich bin zwar ein großer Verfechter der RAW-Fotografie, aber bei der Sportfotografie macht es durchaus Sinn, im JPEG-Format zu fotografieren. Dadurch ist in der Regel die Serienbildgeschwindigkeit höher und der Puffer des Datenspeichers ist nicht so schnell voll. Ebenso erspart Ihr euch bei dann meist einen Speicherkartenwechsel. Sportfotos werden in der Regel nicht oder wenig bearbeitet, also ist das RAW-Format hier nicht unbedingt notwendig.

Tipp 9 – Emotionen

Emotionen im Sport

Ein tolles Sportfoto zeigt die Emotionen des Akteurs. Mit der Zeit bekommt man das Gefühl, wo man am besten fotografiert, um Emotionen einzufangen. Ein starker Stürmer beim Fußballspiel mit seinem Objektiv zu verfolgen wird sinnvoll sein, wenn man seinen Torjubel knipsen möchte. Am Ziel des Skirennens wird immer kräftig gejubelt oder der Sportler ist verzweifelt, weil er zu langsam war! Lernt den Sport zu lesen, damit Ihr Emotionen vorhersagen könnt.

Tipp 10 – Schnelle Verfügbarkeit der Fotos

Lasst nach dem Sportevent nicht zu viel Zeit vergehen, um Eurem Auftraggeber die Fotos zukommen zu lassen. Die Fotos werden in der Regel kaum oder gar nicht bearbeitet. Kleine Makel können mit Lightroom Presets ausgebessert werden. Achtet auf einen effizienten Workflow, denn der Sport lebt stark von der Aktualität.

Lasst Euren Auftraggeber nicht warten!

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